Noch ist die Fähre außer Betrieb. Wann sie tatsächlich wieder zwischen Dörnigheim und Mühlheim verkehren soll, hängt auch mit dem Erfolg des Ausschreibungsverfahrens zusammen, das nach den Sommerferien starten soll. Archivfoto: Kalle

Maintal

Betrieb der Maintaler Fähre: Viele Details noch ungeklärt

Der Fährbetrieb zwischen Maintal und Mühlheim soll wieder aufgenommen werden. Und zwar so schnell wie möglich. Darin sind sich die Landkreise Main-Kinzig und Offenbach sowie die Städte Maintal und Mühlheim einig. Maintals Fraktionsspitzen begrüßen das Ergebnis. Ob dies allerdings noch 2018 gelingt, ist fraglich.

Von Martina Faust

Die Zusage der beiden Landkreise, die Kosten für die notwendigen Reparaturarbeiten in Höhe von 35 000 Euro zu übernehmen, ist der erforderliche erste Schritt. Lange hatte vor allem der Kreis Offenbach als Betreiber der Fähre gezögert, diesen zu unternehmen.

„Es ist schade, dass der Kreis Offenbach sich lange so schwer getan hat und es den Fortschritt erst jetzt gibt“, bedauert Maintals FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas Schäfer die erste Einigung. Eine Überraschung ist das Zugeständnis von Landrat Oliver Quilling (CDU) indes nicht, weder für Maintals Stadtspitze, noch für die Stadtverordneten. „Neu ist das Ergebnis nicht“, kommentiert der stellvertretende SPD-Fraktionschef Karl-Heinz Kaiser. Und auch dem Grünen-Sprecher Friedhelm Duch war klar, „dass es ohne einen finanziellen Beitrag nicht gegangen wäre“.

Tatsächlich hatte sich der Kompromiss abgezeichnet. „Schließlich war es nicht das erste Treffen zur Fähre. Es ging nun vor allem darum, Druck zu machen, um mit dem Ausschreibungsverfahren zu beginnen“, sagt Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber.

Schwer einzuschätzen ist indessen der Erfolg dieses Verfahrens, das nach den Sommerferien starten soll. Denn die Fähre soll weiterhin eigenwirtschaftlich betrieben werden. Es gilt also, einen Pächter zu finden, der auch bereit ist, das wirtschaftliche Risiko zu tragen, und das vor dem Hintergrund, dass ein Markterkundungsverfahren zwar sechs Interessenten, aber kein verwertbares Ergebnis brachte. Für Sachtleber nicht zwangsläufig ein Problem. „In einer Ausschreibung sind die Rahmenbedingungen konkreter benannt, sodass Bewerber leichter ein Konzept vorlegen können“, weiß der Dezernent.

Auch bei den Maintaler Parlamentariern gibt es offene Fragen zum Betreiberkonzept. Die WAM etwa würde die Fähre lieber in öffentlicher Hand und eingebunden in den Öffentlichen Personennahverkehr sehen. Darüber hinaus hat die erste Verlautbarung aus Sicht von Klaus Seibert noch zu wenig Aussagekraft, auch, was die dauerhafte Sicherung des Fährbetriebs betrifft.

Hierzu kündigten Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) und Sachtleber an, dass ihre Kommunen bereit seien, künftig mehr Verantwortung zu übernehmen. „Das kann natürlich nur eine finanzielle Verantwortung sein“, konkretisiert Maintals Erster Stadtrat, ohne Angaben zur Größenordnung zu machen, zumal hierfür die Zustimmung der politischen Gremien erforderlich ist.

Die hätten allerdings einige Vorbehalte. „Dann müsste zunächst ein interkommunaler Vertrag geschlossen werden“, betont Thomas Schäfer, wenngleich er den nun gefundenen Ansatz zunächst für richtig hält. Wilfried Siegmund, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, ist deutlich zurückhaltender. Er kritisiert, „dass es dem Kreis Offenbach gelungen ist, seine Verantwortung auf andere aufzuteilen“, indem sich der Main-Kinzig-Kreis an der Reparatur der Offenbacher Fähre beteiligt. „Bevor wir aber über eine Mehr-Verantwortung von Maintal sprechen, müssen wir analysieren, welche Nutzung tatsächlich durch die Maintaler Bürger erfolgt“, macht er deutlich, dass die CDU den Erhalt der Fähre nicht mit allen Mitteln unterstützen möchte.

Die WAM hingegen wäre hierzu bereit, wenn sich beide Kreise und beide Städte ‧beteiligen. „Wir hatten unsin der Stadtverordnetenversammlung bereits für eine Verpflichtungsermächtigung ausgesprochen, um bei Bedarf Gelder zur Verfügung zu haben“, sagt Klaus Seibert, dessen Fraktion sich für eine neue umweltfreundliche Fähre anstelle von Investitionen in ein reparaturanfälliges Gefährt ausspricht. Das könnte sich auch Friedhelm Duch vorstellen. „Aber das ist Zukunftsmusik“, weiß er um die Zeitspannen, die solche Projekte in Anspruch nehmen. „Jetzt muss es erstmal darum gehen, die Fähre wieder relativ schnell in Betrieb zu nehmen“, räumt er ein. Das sehen die anderen Fraktionen ebenso, und auch Sachtleber hofft, dass dies bereits zum Ende des Jahres möglich ist.

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