Fachsimpeln über die Technik unter der Haube: Die Gäste konnten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, den Neubau begutachten und sich über neue Modelle informieren. Foto: Axel Häsler

Maintal

Besucheransturm im neuen BMW-Autohaus Krah + Enders

Maintal. Für den Tag der Eröffnung war nicht nur das nagelneue Gebäude des Autohauses von Krah + Enders mit einem roten Teppich für die Besucher und weiß-blauen Luftballonketten an der Fassade herausgeputzt worden.

Von Jutta Degen-Peters

Selbst die zur Stärkung bereit gehaltenen Weißwürste trugen „Haut Couture“: Auf dem engen weißen Outfit jeder einzelnen Wurst prangte der braune Aufdruck des Unternehmens, als sei dies ein neues Modelabel. Hunderte von Besuchern wollten am Samstag das neue Zentrum in Dörnigheims Gewerbegebiet Ost sehen und bei dieser Gelegenheit auch gleich die neuesten BMW-Modelle betrachten.

Inhaber Peter Enders und Geschäftsführer Ottmar Gerk jedenfalls waren von der Resonanz überwältigt. Den ganzen Tag über begrüßten sie die Kunden und solche, die es vielleicht werden wollen und führten durch das großzügig gestaltete Gebäude. Investitionen von zwölf Millionen Euro ermöglichten dem Familienunternehmen am neuen Standort zwischen Otto-Hahn- und der Kesselstädter Straße jetzt auf eigenem Grundstück das Modernste zu bieten, was derzeit in punkto Autoservice auf dem Markt ist: Im Haupthaus sind Service, Ausstellungen und Verkauf unter einem Dach vereint.

93 menschen in Maintal beschäftigM

Wer sein repariertes Fahrzeug abholen will, steht – mit Blick auf die mit Glasrolltoren ausgestattete Werksannahme im Kundenbereich. Dort kann er nicht nur am Stehtisch einen Kaffee schlürfen. Er nimmt auch gleichzeitig die neuesten Modell der 3er Reihe wahr oder kann durch die angrenzende Mini-Ausstellung schlendern. „Mit dem Neubau haben wir all das an neuesten Erkenntnissen zusammengefasst, was wir aus dem Umbau sämtlicher Standorte gewonnen haben“, erklärt Peter Enders bei einem Rundgang.

Neben Maintal unterhält der Familienbetrieb Krah + Enders BMW-Autohäuser in Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim, Schlüchtern, Fulda, Hünfeld, Gersfeld und Eschwege. Über 600 Mitarbeiter kommen da zusammen, in Maintal sind 93 Menschen beschäftigt.

Alle Leistungen unter einem Dach

Die waren in den letzten Tagen am Wuseln und Werkeln, damit die als „Pre-Opening“ gedachte Eröffnung termingerecht über die Bühne gehen konnte. „Heute um 2.30 Uhr haben wir das Firmenschild an der Fassade befestigt“, gewährt der Chef Einblick in die stressigen Vorbereitungen – und lobt seine Mitarbeiter über alle Maßen, die manche Überstunde und Nachtschicht eingelegt hatten, damit sich ihr Betrieb von seiner besten Seite zeigen konnte.

Was Mitarbeiter wie Kunden gleichermaßen freuen dürfte, ist die Tatsache, dass mit dem neuen Gebäude nun alle Serviceleistungen unter einem Dach angeboten werden, womit die Lauf- und Kommunikationswege sich verkürzen. Am alten, 1998 erbauten Standort, der 2004 vom Vorgänger Borse als Mietobjekt übernommen worden war, waren die Abteilungen auf mehrere Gebäude verteilt. So war der Mini-Betrieb in einem gegenüber dem Haupthaus angesiedelten Gebäude untergebracht. „Vor fünf Jahren hatten wir die Chance, dieses Grundstück zu erwerben und haben zugegriffen“, sagt Peter Enders.

Neueste Modelle vorgestellt

Auf die hohe Investitionssumme und das damit verbundene unternehmerische Rísiko angesprochen, zeigt sich Enders optimistisch. Die steigende Nachfrage am alten Standort sei an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Somit sei eine Vergrößerung angesagt gewesen. „Wir freuen uns auf unser neues Projekt und haben das sichere Gefühl, es ist das Richtige“, so Enders. Fast doppelt so viel Fläche hat der Familienbetrieb im Vergleich zuvorher zur Verfügung. Allein das Grundstück umfasst 23 000 Quadratmeter und damit auch ausreichend Parkmöglichkeiten für Kunden und Besucher.

Am Samstag waren diese Parkplätze mehr als gut belegt. Allerdings ist noch nicht die komplette Fläche befestigt. Auf das Pre-Opening, das zeitgleich mit der Vorstellung der neuesten Modelle, nämlich der 3er Limousine, dem Z 4-Roadster und dem 8er Cabrio, stattfand, soll schließlich am 27. und 28. Juli noch eine weitere offizielle Eröffnungsveranstaltung folgen.

Platz für rund 70 Wagen

Zu gucken gab es für die großen und kleinen Gäste reichlich, die sich auf Holzoptik und weißen sowie anthrazitfarbenen Fliesen bewegten und fürs Schauen durch die riesigen Glasflächen reichlich Licht und hin und wieder auch Sonne hatten. Die Akustikdecke sorgte dafür, dass sich der Geräuschpegel dennoch in Grenzen hielt, was auch den Mitarbeitern zu Gute kommen wird.

Staunend standen die Gäste im weiß-blau dekorierten Salon neben den blitzenden neuen Modellen, schauten oben von der langgezogenen Galerie nach unten in den Schauraum. Und staunten noch viel mehr, als sie im Obergeschoss einen Blick auf den künftigen Ausstellungsraum für die Gebrauchtwagen werfen durften: Rund 70 Wagen haben hier Platz, nachdem sie zuvor per Lastenaufzug in den ersten Stock transportiert worden sind.

Auch Kinder begeistert

Als größte Besonderheit des neuen Hauses bezeichnete Enders die Neuerung, dass ebenerdig die komplette Mini-Ausstellung und die Neuwagen zu sehen sind, also dort, wo der Kunde sich im Wartebereich quasi mittendrin befindet. Die Büros der Mitarbeiter, die Stehtische zum Verweilen, die Werksannahme – alles ist miteinander verzahnt. Und selbst im Obergeschoss, wo die Mitarbeiter ihre Aufenthalts- und Sanitärräume haben, lässt sich durch ein Fenster der Annahmebereich überblicken.

In punkto Ausstattung verweist der Chef besonders auf das Reifen-Hotel, in dem der Betrieb einmal 2500 Reifensätze von Kunden einlagern kann. Im Hauptgebäude gibt es neben der Fotovoltaikanlage auf dem Dach Luft- und Wärmepumpen, LED-Technik und eine ressourcenschonende Wasseraufbereitung für die Waschstraße. Draußen ist eine Elektro-Tankstelle installiert, im Betrieb seien drei weitere Anlaufstellen, eine Trafo-Station stehe ebenfalls zur Verfügung, antwortet er auf die Frage, wie es um das Thema Elektromobilität bestellt sei.

Die Nachfrage allerdings, die sich im vorvergangenen Jahr in einer Größenordnung von fünf (von 400) bestellten Fahrzeugen bewegt habe, sei im vergangenen Jahr zwar gestiegen, aber lediglich auf einen Wert von acht Fahrzeugen von 400. Unbeeindruckt von der Antriebsfrage schienen die kleinen Gäste. Sie nahmen im Kindermodell des i8 Platz und träumten davon, wie die ganz Großen über die Straßen zu kurven.

Das könnte Sie auch interessieren