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Belohnung für früheren Sparkurs: Förderzusage in Höhe von 5,75 Millionen Euro an die Stadt übergeben

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Von: Michael Bellack

Kleiner Scheck, große Freude: Ronja Fuchs, Leiterin der Kita Rhönstraße, Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt, Bürgermeisterin Monika Böttcher, Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, Sigrid Nölke und Lisa Lerch (von links) von der Stadt bei der Übergabe des Förderbescheids.
Kleiner Scheck, große Freude: Ronja Fuchs, Leiterin der Kita Rhönstraße, Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt, Bürgermeisterin Monika Böttcher, Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, Sigrid Nölke und Lisa Lerch (von links) von der Stadt bei der Übergabe des Förderbescheids. © Michael Bellack

Einen großen Scheck gab es nicht, stattdessen einen schlichten Briefbogen mit dem Logo des Landes Hessen darauf. Der Stadt Maintal wird es egal sein, denn die Summe, die sich in dem schlichten Umschlag verbirgt, hat es in sich: Förderzusagen in Höhe von 5 750 000 Euro hat Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt am Mittwoch an Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) überreicht.

Übergeben wurde der offizielle Förderbescheid an dem Ort, an dem ein Großteil des Geldes bereits investiert wurde, nämlich in der neu gebauten Kita Rhönstraße. 4,2 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, 3,5 Millionen Euro davon wurden vom Land Hessen gefördert. Hinzu kommen ein Darlehen in Höhe von 564 020 Euro und Eigenkapital der Stadt in Höhe von 160 000 Euro. „Heute ist ein guter Tag für Maintal“, freute sich Böttcher. „Maintal ist eine der ganz wenigen Städte, die nicht entschulden mussten, wir hatten null Kassenkredite. Wir haben gut gewirtschaftet, aber auch verzichtet“, sagte Böttcher.

Im Rahmen des Investitionsprogramms der Hessenkasse werden nun Städte und Kommunen gefördert, die keine Kassenkredite in Anspruch genommen haben. „Diese Gelder sollen diejenigen bekommen, die die Kredite eben nicht in Anspruch genommen haben. Kommunen, die bei Investitionen gespart haben“, so Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt bei der Übergabe. Standhaft geblieben zu sein, sei „deutlich schwieriger“ gewesen, als die Kredite in Anspruch zu nehmen. „Das hat auch zu bedeuten, dass man den Menschen erklären muss, dass es eben keinen neuen Kunstrasenplatz für die Fußballer gibt“, nennt Burghardt ein Beispiel.

Im Beisein von Erstem Stadtrat Karl-Heinz Kaiser betonte Böttcher, dass die Lorbeeren ihrem Vorgänger Erhard Rohrbach (CDU) gebühren. „Das harte Sparen war vor meiner Amtszeit. Das Lob gebe ich an die Stadtverordneten, die diese Entscheidungen getragen haben, und meinen Amtsvorgänger weiter.“

In der neu errichteten Kita Rhönstraße setzt man auf naturbelassenes Spielzeug aus Holz. Geld dafür gibt es unter anderem aus der Hessenkasse.
In der neu errichteten Kita Rhönstraße setzt man auf naturbelassenes Spielzeug aus Holz. Geld dafür gibt es unter anderem aus der Hessenkasse. © Michael Bellack

Davon, dass das Geld gut angelegt ist, konnte sich Staatssekretär Burghardt bei einer Führung durch die erst kürzlich eröffnete Kita Rhönstraße überzeugen. Ronja Fuchs, Leiterin der Kita, und Sigrid Nölke, Fachdienst Kinderbetreuung, sowie Lisa Lerch, Fachdienst Bau- und Gebäudeentwicklung, stellten die verschiedenen Räume und Konzepte der Kita vor. Nur im Außenbereich fehlen noch die letzten Arbeiten zur Fertigstellung, hier soll unter anderem noch ein Barfußpfad entstehen. „Früher einsetzende Bedarfe in der Kleinkindbetreuung, der Wunsch nach dem Ausbau von Ganztagsbetreuung, mehr Betreuungsbedarf durch Verdichtung des Wohnraums -– die Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Umso mehr freue ich mich, dass die Stadt Maintal mit Hilfe des Landes den Bau einer neuen Kita umsetzen kann“, sagte Burghardt.

Der zweite Teil der Fördersumme wird in die Sanierung des ehemaligen Polizeigebäudes an der Kirchgasse investiert, die zum Verwaltungsgebäude umgebaut wird (wir berichteten). Dafür ist ein Investitionsvolumen von 2 671 000 Euro vorgesehen. Das Land Hessen fördert davon exakt 2 253 569 Euro. Über 360 000 werden über ein Darlehen finanziert, die Stadt bringt über 50 000 Euro Eigenkapital ein. „Auch mit der Erneuerung des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes investieren wir in die Zukunft. Durch die Erhaltung einer historisch schützenswerten Bausubstanz ergibt sich die Möglichkeit einer sinnvollen langjährigen Nutzung“, so Burghardt.

Die Stadt erhält zudem weitere Gelder aus der Hessenkasse, insgesamt rund 8,4 Millionen Euro.

Von Michael Bellack

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