Auf der Fläche in direkter Nachbarschaft zum DRK-Seniorenzentrum „Kleeblatt“ wird das neue Medizinische Versorgungszentrum entstehen. Foto: Häsler

Maintal

Baubeginn 2019: Ärztehaus in Maintal wird konkreter

Maintal. Es ist das noch fehlende Puzzlestück im Hochstädter Neubaugebiet Am Weides: das geplante Wohn- und Ärztehaus, das auf dem Grundstück neben dem DRK-Seniorenzentrum „Kleeblatt“ entstehen soll. Anfang des kommenden Jahres soll der Bau starten.

Von David Scheck

Bauherrin ist die Maintal Immobilien-Gesellschaft (MIG), die im Oktober mit dem Dienstbeginn ihres Geschäftsführers Daniel Schächtele offiziell ihre Arbeit aufgenommen hat (unsere Zeitung berichtete). Im April hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass die Stadt Maintal zugunsten der MIG ein Erbbaurecht an dem Grundstück mit der Anschrift Am Weides 67 für die Dauer von 99 Jahren bestellt.

Der Stadt Maintal wurde dabei ein Benennungs- und Belegungsrecht über 35 Jahre eingeräumt. Bereits mit dem Beschluss zur Gründung der MIG im September 2017 war der Magistrat beauftragt worden, einen Erbbaurechtsvertrag zur Realisierung des Wohn- und Ärztehauses abzuschließen.

2,7 Millionen Euro Baukosten

Auf einen konkreteren Termin für den Baubeginn als den Jahresanfang will sich Schächtele auf Nachfrage des TAGESANZEIGER nicht festlegen. Denn zum einen hängt der Baustart von den Witterungsbedingungen ab, zum anderen sind Baufirmen gerade im Rhein-Main-Gebiet stark gefragt – und entsprechend schwer zu bekommen. Daher deutet auch der MIG-Geschäftsführer an, dass es durchaus sein könne, dass man bei manchen Ausschreibungen in eine zweite Runde gehen müsse.

Entstehen sollen auf dem Areal in Hochstadts Nordosten ein Medizinisches Versorgungszentrum mit Praxisräumen im Erdgeschoss sowie insgesamt neun Wohneinheiten im Souterrain, ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss. Derzeit sind die Baukosten nach Angaben der MIG auf rund 2,7 Millionen Euro veranschlagt, die Kreditfinanzierung läuft über Bankdarlehen. Die Fertigstellung und der Bezug sind für das Jahr 2020 anvisiert.

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Maintal, derzeit noch an der Ringstraße Süd in Hochstadt beheimatet, kann den Umzug kaum erwarten. „Wir brauchen die neuen Räumlichkeiten dringend“, verdeutlicht Thomas Blaschek, einer der Ärzte aus dem Team des MVZ. Denn die Praxis betreue mit ihrem medizinischen Angebot nicht nur Patienten aus Hochstadt und Wachenbuchen, sondern auch aus der weiteren Region.

Die Finanzierung

Während der Praxis derzeit rund 85 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, werden es im Neubau rund 270 Quadratmeter sein, und das auch barrierefrei. Außerdem wird sich die Parkplatzsituation verbessern, denn es werden am Haus im Neubaugebiet Am Weides mehr Stellflächen zur Verfügung stehen. Ein Vorvertrag sichert der Praxis die Nutzung der Räume über mindestens 15 Jahre. Der jetzige Vermieter des MVZ an der Ringstraße Süd wisse um deren Wunsch nach Vergrößerung, „wir spielen mit offenen Karten“, so Blaschek.

Finanzieren wird sich das neue Gebäude laut Schächtele im Wesentlichen aus den Mieteinnahmen und darüber hinaus zu einem Teil aus einem Baukostenzuschuss des Main-Kinzig-Kreises. Denn dieser unterstützt den Bau der neun Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von rund 680 Quadratmetern mit einer Fördersumme von 231 000 Euro. Die Stadt hatte zuvor einen entsprechenden Antrag beim Kreis gestellt.

Unterstützung vom Kreis

„Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist insbesondere im westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises eine der größten Herausforderungen. Ich freue mich sehr, dass wir als Kreis hier die Aktivitäten der Stadt Maintal unterstützen können“, sagt Landrat Thorsten Stolz (SPD). Die Stadt Maintal erhält die Förderung auf Grundlage des Wohnungsbauförderprogramms.

„Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist vor den Toren Frankfurts besonders stark zu spüren. Wir brauchen nicht nur insgesamt mehr Wohnraum in Maintal, sondern auch Wohneinheiten, die sich Menschen mit kleinerem Einkommen leisten können“, begründet Stolz die Zustimmung zum Antrag aus Maintal.

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