1. Startseite
  2. Region
  3. Maintal

Bauausschuss: Politik begrüßt den neuen Entwurf zur Eichenheege

Erstellt: Aktualisiert:

Im Baugebiet auf dem ehemaligen Sportplatz an der Eichenheege wird es nach dem neuen Konzeptentwurf mehr PKW-Stellplätze geben. Diese sind allerdings weiterhin dezentral in den Außenbereichen des zukünftigen Wohngebiets gelegen. Luftbild: Axel Häsler
Im Baugebiet auf dem ehemaligen Sportplatz an der Eichenheege wird es nach dem neuen Konzeptentwurf mehr PKW-Stellplätze geben. Diese sind allerdings weiterhin dezentral in den Außenbereichen des zukünftigen Wohngebiets gelegen. Luftbild: Axel Häsler

Maintal. Am 15. Mai dieses Jahres hatten die Stadtverordneten den Entwurf des Magistrats für die Bebauung am ehemaligen Sportplatz Eichenheege erst durch die Mangel gedreht und dann schonungslos durchfallen lassen.

Von Christian Balke

Am Dienstagabend stellte der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber das überarbeitete Konzept für das richtungsweisende Projekt dem Bauausschuss vor.

Nach drei Monaten Überarbeitungszeit – dies ist die gute Nachricht für die Stadtspitze – räumten bis auf die Grünen alle vertretenen Fraktionen ein, dass der zweite Entwurf besser sei als das brüsk zurückgewiesene erste Konzept. Wobei die Begründungen der beteiligten politischen Entscheidungsträger teilweise recht kurios, unlogisch und widersprüchlich waren.

Blick zurück: Hauptkritikpunkt am ersten Entwurf für einen Bebauungsplan an der Eichenheege war der planerisch einkalkulierte Mangel an Pkw-Stellplätzen gewesen. Wer ein Eigenheim erwerbe, hieß es damals, werde mit Recht auf Pkw-Stellplätze in Nähe des selbigen hoffen. Die Pkw-Stellplatzfrage hatte im Mai CDU, SPD und FDP dazu bewogen, das Papier rundweg abzulehnen.

Kritik an Stellplatzfrage

Ebenso kritisiert wurde damals, dass die vorhandenen Stellplätze eben nicht an den jeweiligen Ein- oder Mehrfamilienhäusern eingeplant waren, sondern konzentriert am Rande des Plangebiets, sodass Hausbesitzer vom Parkplatz bis zur Haustür einen Spaziergang einplanen müssten.

Im neuen Entwurf wurde die Anzahl der Stellplätze erhöht, die aber weiterhin dezentral an den Außenbereichen des Baugebiets liegen: „Das Kerngebiet darf nur in absoluten Ausnahmefällen, sprich bei Umzügen, Anlieferungen oder Großeinkäufen angefahren werden“, sagte der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber bei der Vorstellung des neuen Entwurfs am Dienstagabend, „aber wir haben die Stellplatzordnung eingehalten, ohne eine Wohneinheit zu streichen.“

Zudem würden das Verkehrs- und Energiekonzept für die Baumaßnahme Eichenheege, die noch in Bearbeitung durch ein Planungsbüro seien, den Bedürfnissen moderner, alternativer Technologien und Energien Rechnung tragen ‧– so seien E-Auto-Ladestationen und E-Roller-Ladestationen ebenso möglich wie der noch zu prüfende Einsatz von Erdwärme-Pumpen zur Energieversorgung.

Begeistert an neuem Konzept

Obwohl ihre Fraktionen im Mai den – vorsichtig formuliert – sparsamen Ansatz von Pkw-Stellplätzen drastisch gegeißelt hatten, waren gerade SPD und FDP begeistert vom neuen Konzept.

Im Gegenteil: Die SPD-Fraktion stimmte zwar dagegen, betonte in Person von Tobias Lehnert aber ihre grundsätzliche Zustimmung. Ein Mangel an Einstellplätzen sei nicht mehr das Problem: „Uns ist aufgestoßen, dass es jetzt so viele Parkplätze gibt.“

Während Christoph Stückenschneider von der CDU sich in der Diskussion des Konzepts zurückhielt, machte auch FDP-Mann Klaus Gerhard aus seiner Begeisterung für den neuen Entwurf keinen Hehl: „Wir sehen hier, dass nachgebessert wurde und stimmen deswegen zu.“

Stoß ins gleiche Horn

Christian Wolf von der Wahlalternative Maintal (WAM) stieß ins gleiche Horn: „Wir haben jetzt ein gutes Gefühl, dass es funktioniert.“ Weniger gut sind die Gefühle, die der Grüne Hartmut König mit dem zweiten Entwurf des Magistrats verbindet: „Das letze Mal haben wir hier zugestimmt, und heute sehen wir hier einen Rückschritt“, sagte König, der sich sodann für ein ganzes Sortiment an E-Lade-Stationen für das neu zu gestaltende Wohngebiet aussprach.

Letztlich verabschiedete der Bauausschuss gegen die Stimmen der SPD das überarbeitete Konzept, wobei die Sozialdemokraten für die Stadtverordnetenversammlung Zustimmung signalisierten.

Was man für den geplanten Tagesordnungspunkt drei, geplante Expresslinien zur U-Bahn und ein 24-Stunden-Ticket wahrlich nicht behaupten kann. Als Stadtrat Sachtleber die Vorlage von der Tagesordnung nehmen wollte, protestierte die SPD nachdrücklich. „Wir möchten dieses Thema hier und heute diskutieren“, sagte Tobias Lehnert und forderte Sachtleber auf, das Thema in der Sitzung zu belassen. Als der Vertreter des Magistrats von seinem Recht Gebrauch machte und das Thema zurückzog, zogen sich auch die Sozialdemokraten um ihren Fraktionschef Maier zurück.

Auch interessant