Barbara Soff bietet Hilfe in der Not in den Beratungssprechstunden des VdK. Aber nicht nur das. Für ihr vielseitiges Engagement bekommt sie am Sonntag eine Linde im Frauenhain gewürdigt. Foto: Martina Faust

Maintal

Barbara Soff ist ein Aktivposten im VdK

Maintal. Wenn Menschen nicht mehr weiter wissen, kommen sie zu Barbara Soff. Die Dörnigheimerin ist im Sozialverband VdK aktiv und kennt die Nöte und Sorgen vor allem von älteren Menschen nur zu gut. Nicht immer ist es leicht, die nötige Distanz zu wahren.

Von Martina Faust

„Das sind manchmal schon schwere Schicksale“, sagt sie, und nicht immer könne man helfen. Aber es ist gerade der intensive Kontakt mit Menschen, den Barbara Soff an ihrem Ehrenamt schätzt.

Ursprünglich kam die Seniorin selbst als Ratsuchende zum VdK. „Das war, als ich meinen Rentenantrag gestellt habe“, blickt sie zurück. Glücklicherweise hat sie die Unterstützung des Verbands nie gebraucht. Geblieben ist sie trotzdem. Seitdem ist sie ein unverzichtbarer Aktivposten. Seit 2008 ist sie stellvertretende Vorsitzende im Ortsverband Dörnigheim. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Jürgen Malbrich bot sie lange Zeit die wöchentlichen Beratungssprechstunden an. Mittlerweile macht sie dies in Hanau für den Kreisverband. In Dörnigheim sei sie einfach zu nah dran. „Dort kenne ich zu viele Menschen“, erzählt sie.

Einen Bezug zu dem breit gefächerten Themenfeld zu Fragen rund um Gesundheit, Behinderung, Pflege und Rente hatte sie vor ihrem Engagement nicht. „Ich war Köchin“, lacht sie, „aber ich habe mich da reingefuchst“. Die Motivation ist groß, ihr Ansporn ist, ihrem Gegenüber weiterzuhelfen.

Zuletzt auch ehrenamtliche Demenzbetreuerin

Allein an diesem Vormittag waren es in knapp zwei Stunden sieben Beratungsgespräche, die sie führte. „Der VdK wird dringend gebraucht. Wir werden mit Anfragen überhäuft und bräuchten dringend mehr Personal. Aber genau das fehlt“, erzählt sie. Das betrifft nicht nur die Ortsverbände, weiß sie. Denn Barbara Soff ist als Kassiererin ebenfalls im Kreis- und Bezirksverband aktiv. Aber nicht nur dort. Sie ist außerdem amtlich bestellte Betreuerin, Mitglied im Maintaler Senioren- und im Frauenbeirat, im Vorstand der Schützengesellschaft Tell tätig und singt im Kirchenchor Cäcilia sowie im Gesangverein Vorwärts Wachenbuchen.

Bis Ende vergangenen Jahres war sie zudem ehrenamtliche Demenzbetreuerin. Eine Aufgabe, die sie aus Zeitgründen abgab. Und auch ihr Vorstandsamt im Ortsverband würde sie im nächsten Jahr gern in jüngere Hände legen. „Aber die Geburtstagsbesuche, die würde ich auf alle Fälle weitermachen.“ Sie sind ihr eine Herzensangelegenheit.

Mit Linde geehrt

In den wenigen Momenten, in denen sie nichts zu tun hat, genießt sie die Ruhe. „Dann gehe ich am liebsten einen Kaffee trinken“, erzählt sie. Doch diese Augenblicke sind rar. „Du bist doch Rentnerin, wieso hast du nie Zeit“, ist eine Frage, die sie häufiger gestellt bekommt. Die Antwort ist für die aktive 72-Jährige einfach: „Die Aufgaben machen mir einfach unglaublich Spaß. Wenn das nicht wäre, würde ich es nicht machen. Es passt eben alles“, sagt sie ganz pragmatisch.

Dass sie nun als Dankeschön für ihren aktiven Einsatz mit einer Linde im Maintaler Frauenhain geehrt wird, die sie am Sonntag, 10. März, dort pflanzen darf, freut sie: „Das ist ein wunderbares Dankeschön.“ Und wer weiß, vielleicht gibt es dann bald einen weiteren Ort, an dem sich Soff aufhält, um die Ruhe zu genießen. An ihrer Linde im Frauenhain am Dörnigheimer Mainufer.

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