Mit viel Spaß und ohne Zwang lernen die Kinder im Alter von drei bis acht Jahren in der Ballschule von Alex Jelinek (rechts) dem Umgang mit ihrem eigenen Körper. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal

Ballschule: Ein ABC für Spielanfänger

Maintal. „Viele Kinder haben heutzutage wahnsinnige motorische Probleme“, sagt Alex Jelinek. „Die Augen-Hand-Koordination ist schlecht, und sie können auch nicht richtig werfen.“ Und das, obwohl die Fähigkeit zu werfen eigentlich angeboren sei. „Aber die Kinder verlernen es einfach“, sagt er.

Von Carolin-Christin Czichowski

Diesem Trend möchte der studierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Tennistrainer entgegenwirken und hat die erste Ballschule im Main-Kinzig-Kreis ins Leben gerufen. „Hier lernen die ganz Kleinen sich und ihren Körper besser kennen und erlernen motorische Abläufe, die für das ganze Leben wichtig sind“, erklärt Jelinek.

Die Ballschule, die dienstags beim Bischofsheimer Tennisverein (BTV) und samstags im Mittelpunkt-Sportcenter in Dörnigheim stattfindet, ist ein ABC für Spielanfänger ab drei Jahren. „Wir spielen mit den Kindern alle Ballsportarten, unter anderem Fußball, Handball, Basketball, Hockey und Tennis“, so Jelinek. „So möchten wir auf vielseitige und natürliche Weise die sportmotorische Ausbildung der Kinder fördern.“

Wie wichtig diese Ausbildung schon für Kleinkinder ist, weiß der Sportwissenschaftler ganz genau. „Eine koordinative Ausbildung des Kinderkörpers ist für die gesunde Ausbildung des Gehirn des Kindes unerlässlich“, erklärt er. Dass unter anderem das Zusammenspiel aus Augen und Händen spielerisch trainiert werde, könne sich sogar später in den Schulnoten widerspiegeln. „Eine funktionierende Augen-Hand-Koordination ist zum Beispiel wichtig, um gut rechnen und mathematische Zusammenhänge verstehen zu können“, erklärt Jelinek. Und ganz nebenbei werde beim Sport auch der Bewegungsdrang der Kinder gestillt.

Ziel der Ballschule ist es, Kinder in ihrer geistigen, emotionalen und motorischen Entwicklung zu fördern, ihr Körpergefühl zu schulen und ihnen spielübergreifende Fähigkeiten und Fertigkeiten mit dem Ball zu vermitteln. „Und das alles ganz ohne Leistungsdruck“, sagt Jelinek. Und vor allem freiwillig. Denn: „Nur wer Spaß hat, lernt auch etwas“, ist sich der Sportwissenschaftler sicher.

Das sieht auch Alexander Judkins, Pressewart des Bischofsheimer Tennisverein (BTV), so. Der Verein stellt Jelineks Ballschule einmal wöchentlich einen Platz zur Verfügung. „Wir sehen das als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung“, erklärt er. Von den Vorteilen der Ballschule ist auch er überzeugt. Denn es werde zunehmend schwieriger, Kinder und Jugendliche vom Fernseher, Computer oder Smartphone weg- und raus auf den Sportplatz zu bekommen. „Aber wenn Kinder schon früh erfahren, wie viel Spaß Sport machen kann, bleiben sie auch als Jugendliche und Erwachsene länger dabei.“

Die Ballschule findet immer dienstags von 16.30 bis 17.30 Uhr auf dem Gelände des Tennisvereins Bischofsheim und samstags von 11 bis 12 Uhr im Sportcenter in Dörnigheim statt. Interessierte Kinder und deren Eltern können einfach vorbeischauen und kostenlos schnuppern.

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