1. Startseite
  2. Region
  3. Maintal

Autorin Carola S. Ossig stellt in ihrem Buch Maintal vor

Erstellt: Aktualisiert:

Botschafter für Maintal (von links): Christel Schätzler, Autorin Carola S. Ossig, Bürgermeisterin Monika Böttcher und Erwin Henkel, Maintals erstes Stadtoberhaupt. Foto: Pongratz
Botschafter für Maintal (von links): Christel Schätzler, Autorin Carola S. Ossig, Bürgermeisterin Monika Böttcher und Erwin Henkel, Maintals erstes Stadtoberhaupt. Foto: Pongratz

Maintal. Zur ersten Lesung aus ihrem aktuellen und frisch gedruckten Buch „Wir sind Maintal“ im Restaurant „Dick undamp; Doof“ konnte Carola S. Ossig am Freitagabend zahlreiche Mitwirkende und Ehrengäste begrüßen.

Von Ulrike Pongratz

Das vor allem machte die ausverkaufe Veranstaltung so reizvoll: Maintaler aus allen Stadtteilen und aus mindestens drei Generationen, die am „ersten Maintalbuch seit 1988“ mitgewirkt hatten, waren anwesend.

Darunter waren Albert Koch, der seit fast 90 Jahren in Dörnigheim lebt, Klaus Gerhard, der Ortsvorsitzende der FDP, Mainkultur-Initiator Ahmet Cetiner, der mit Elektro-Carsharing in die Zukunft investiert, Alexander Rost und Sylvia Kretzschmar, die für das Wirtshaus zu den Mainterrassen sichere Arbeitsplätze aufgegeben hatten, oder Florian Beier, der sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Einen sehr lebendigen und authentischen Einblick in ihre Maintaler Geschichte gaben Erwin Henkel, der erste Bürgermeister der Stadt, und die Künstlerin Christel Schätzler, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Gerhard 1968 das Bischofsheimer Wappen entworfen hat.

„Maintal wollte niemand“, erinnerte sich Henkel, „und kein Hochstädter, Bischofsheimer oder Wachenbucher wollte in der 'Stadt Dörnigheim' wohnen.“ Das sei damals der offizielle Vorschlag für die Namensgebung gewesen. Auf ein öffentliches Preisausschreiben hin seien rund 200 Zuschriften eingegangen. „Eine große Palette an sinnvollen und unsinnigen Namen“, so Henkel, „zahlenmäßig kam 'Maintal' sehr häufig vor.“ Dieser Name sei nicht unumstritten gewesen, da ja nur Dörnigheim tatsächlich am Main liege und der Fluss nicht zur Gemarkung der Stadt gehöre.

Nahtlos an die Gründerjahre angeschlossen

Diese Entstehungsgeschichte mache es vielleicht so schwierig, sich mit Maintal zu identifizieren. „In Maintal wohnt niemand, fragen Sie die Leute“, meinte Henkel, „man wohnt in Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt oder Wachenbuchen. Vielleicht dauert es noch 45 Jahre, bis es die Stadt im Bewusstsein aller Maintaler gibt. Werden Sie gute Maintaler“, schloss der Altbürgermeister unter großem Beifall seinen humorvoll gehaltenen Rückblick.

Mit ihrer Lesung aus dem ersten Teil, dem geschichtlichen Überblick, schloss Autorin Ossig nahtlos an die Gründerjahre der Stadt Maintal 1974 an. Sie erinnerte an die Umbenennung zahlreicher Straßennamen, an den Bau der Querspange 1978 oder an die Einweihung der modernsten Mehrzweckhalle im Kreis 1979.

Wenige Jahre vor der Zusammenlegung der vier Stadtteile – im Jahr 1968 – schrieb Bischofsheim einen Designwettbewerb für ein Wappen aus; der Ort besaß bis dahin kein eigenes Emblem. Christel Schätzler, die 1965 mit ihrer Familie in die neuen Wohngebiete am Stadtrand gezogen war, ging gerne durch die angrenzende, zum Teil brachliegenden Wiesen und Felder.

„Königskerzen und Disteln wuchsen hier vor meiner Haustüre, und vor allem Schilf. Ich erinnere mich an einen Ort mit sehr dörflichem Charakter, mit Teichen voller Kaulquappen“, so die Seniorin, die auch heute noch künstlerisch sehr aktiv ist. „Man konnte Bischofsheim natürlich nicht auf Schilf reduzieren“, erzählte sie den Zuhörern, „und so haben wir als weiteres Symbol Zahnräder hinzugefügt.“ Mit dieser Idee gewann das Ehepaar den Bischofsheimer Wettbewerb und hat damit letztlich das aktuelle Stadtwappen entworfen: 1976 wurde der ursprüngliche Entwurf um die Mainlinie erweitert.

Lob von Bürgermeisterin

Die Streuobstwiesen und das Flusstal zählen sicher zu den prägenden Landschaftsräumen, mit denen sich die Maintaler verbunden fühlen. So hat Albert Koch das Bild eines von Gänsen „weißen Mains“ als Kindheitserinnerung im Kopf. Auch die zweite Lesung des Abends, „Vom Bürogeist zur Gastwirtschaft“, spielt am Main. Alexander Rost und Sylvia Kretzschmar erzählen hier, warum sie mit ihrem eigenen Lokal trotz hohem Risiko und Mehrarbeit ein erfüllendes Arbeitsleben führen. Sehr spannend und aufschlussreich nicht nur für das weibliche Publikum war der kurze Einblick in die Emanzipationsbewegungen der Maintaler Frauen, als Ossig das Kapitel über Ilse Schulz, die Leiterin des Seniorentreffs der Stadt Maintal und frühere Aktivistin der Frauenaktion Dörnigheim, vortrug.

Ganz besonders freute sich Bürgermeisterin Monika Böttcher, dass Ossig diesen Blick auf Maintal gewagt habe. Sie selbst habe „ihre“ Stadt durch die Augen ihrer Kinder kennengelernt und inzwischen ein großes Herz für die junge Stadt. „Sie haben etwas gewagt, was niemandem vorher eingefallen ist“, so Böttcher, „mit dem Blick von außen auf Maintal zu schauen“. Mit ihrem Buch sei die Autorin eine leidenschaftliche Botschafterin Maintals. Maintal sei ein wunderbarer Ort, in einer wirtschaftlich starken Region mit einem tollen Lebensraum. „Wir sind Maintal“ ist ein Buch, in dem die Autorin die Menschen in den Mittelpunkt stelle.

Carola S. Ossig: „Wir sind Maintal“, 12,99 Eurowww.carola-s-ossig.de

Auch interessant