2020 könnte es losgehen und die Entwicklung des einstigen Sportplatzes des FC Germania Dörnigheim als Wohnbaugebiet beginnen. Archiv Luftbild: Axel Häsler

Maintal

Autoarmes Neubaugebiet - Stellplätze werden reduziert

Maintal. Ein Stellplatz pro Wohneinheit. Mit dieser Zahl plant die Stadt das Neubaugebiet auf dem ehemaligen Sportplatz an der Eichenheege in Dörnigheim. Damit möchte die Stadt ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept realisieren und die Wohn- und Lebensqualität innerhalb des Quartiers erhöhen.

Von Martina Faust

In der Sitzung des Bauausschusses waren die Vertreter der Fraktionen geteilter Meinung, als Klaus Heim von Urban Concept das städtebauliche Konzept mit der Entwicklung eines autoarmen Wohngebiets und den Bebauungsplan vorstellte. „Wenn man darüber nachdenkt, so etwas zu machen, dann hier“, befürwortete Heim das Vorhaben und verwies auf die gute Anbindung des Gebiets durch die Nähe zum Bahnhof Maintal-Ost, wo ja auch irgendwann die Nordmainische S-Bahn halten soll.

Tatsächlich sieht die aktuell gültige Maintaler Stellplatzsatzung zwei Parkplätze bei Wohngebäuden mit einer Wohnung und anderthalb Stellplätze bei Wohngebäuden mit zwei Einheiten vor. Im geplanten Wohngebiet an der Eichenheege würde man nach derzeitigem Stand indessen deutlich darunter liegen. 161 Parkplätze – davon 13 Besucher- und vier Carsharing-Stellplätze – würden dort für rund 138 Wohneinheiten entstehen.

Auch geförderte Wohnungen vorgesehen

In puncto Bebauung sieht das städtebauliche Konzept eine Mischung aus Mehrfamilien-, Reihenhäusern, Doppelhaushälften und Einfamilienhäusern vor. Wer das Gebiet entwickeln wird, steht noch nicht fest. Für eine solche Entscheidung ist es zu früh. Denn auch die Offenlage des Bebauungsplans sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit stehen noch aus.

Fest steht aber bereits, dass die städtische Maintal Immobilien-Gesellschaft (MIG) auf einem Teil der insgesamt 2,7 Hektar großen Fläche drei Mehrfamilienhäuser mit geförderten Wohnungen errichten wird. 42 Einheiten sind vorgesehen.

Weitere Mehrfamilienhäuser wird es in der Gebietsmitte geben. 60 Wohneinheiten, verteilt auf drei Gebäudekomplexe, die sich um eine Grünfläche gruppieren, sollen dort entstehen. Hier ist zudem eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen für die Bewohner geplant. Die Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser werden indessen am Waldrand liegen und das Neubaugebiet einfassen.

Unstimmigkeiten zu Parkplätzen

Die geplanten Stellplätze für die Bewohner sollen entlang der einzig öffentlich befahrbaren Straße – denn das Gebiet soll nicht nur autoarm, sondern weitenteils auch autofrei sein – und am südlichen Waldrand entstehen. Ein Besucherparkplatz ist im Eingangsbereich geplant.

Mit dieser Planung hatte so manches Ausschussmitglied seine Probleme. Während Hartmut König (Grüne) das Vorhaben begrüßte und überzeugt ist, dass das Angebot an Parkflächen die Nachfrage regeln werde, äußerten Vertreter von FDP und SPD Bedenken. Schließlich würden die neuen Eigentümer kaum auf ihr zweites Auto verzichten, weil in dem Gebiet nur noch ein Stellplatz pro Wohneinheit vorgehalten werde, so der Tenor.

Ein geeigneter Ort zu ausprobieren

Doch eine Vergrößerung der Tiefgarage unter dem zentralen Gebäudekomplex in der Quartiersmitte ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich und die Errichtung einer solchen unter den Mehrfamilienhäusern mit Sozialwohnungen unter finanziellen Gesichtspunkten unrealistisch. Erster Stadtrat Ralf Sachtleber merkte jedoch an, dass ausreichend Fläche für weitere Parkplätze vorhanden wäre. „Wir hoffen aber, dass wir sie nicht brauchen“, sagte er.

„Wir wollen vorbildlich für die Zukunft planen. Und hier ist ein geeigneter Standort, um das auszuprobieren“, warb Heim für das vorgelegte Konzept, das schließlich, ebenso wie der Vorentwurf des Bebauungsplans, mehrheitlich beschlossen wurde. Schließlich wird es noch die formelle Offenlage geben, in deren Rahmen ebenfalls Änderungen an den Plänen erfolgen können.

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