Wer zieht ins Rathaus nach Hochstadt? Der Wahlvorbereitungsausschuss hat kürzlich die Stellenausschreibung für den Posten des Ersten Stadtrats veröffentlicht. Archivfoto: Kalle

Maintal

Ausschreibung für neuen Stadtrat ist nun veröffentlicht

Maintal. Nur wenige Wochen, nachdem die Wiederwahl des Ersten Stadtrats Ralf Sachtleber in der Sitzung der Stadtverordneten gescheitert ist, hat der zuständige Wahlvorbereitungsausschuss nun die Stelle ausgeschrieben. Bis zum 30. Oktober können sich Interessierte auf die freie Position im hauptamtlichen Magistrat bewerben.

Von Carolin-Christin Czichowski„Gesucht wird eine fachlich geeignete und im Umgang mit kommunalpolitischen Gremien erfahrene Persönlichkeit mit Führungserfahrung“, heißt es in der Ausschreibung. Weiterhin seien eine kollegiale Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin, den städtischen Gremien und einer engagierten Verwaltung sowie die Kooperation mit einer aktiven, interessierten Bürgerschaft Voraussetzungen für diese Funktion.

Bewerben um den Posten des Ersten Stadtrats können sich sowohl Mitglieder einer Partei oder Fraktion als auch Parteilose. Aus den fünf Fraktionen im Maintaler Parlament gibt es noch keine Bewerber. Das erklärten die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden auf Anfrage unserer Zeitung.

„Eine Führungspersönlichkeit ist uns wichtig“

Für die Grünen-Fraktion stehe auch schon fest, dass sie keinen Kandidaten stellen werde. „Wir wollten die Wiederwahl von Ralf Sachtleber. Da diese gescheitert ist, werden wir uns nicht weiter beteiligen“, erklärt Fraktionsvorsitzende Monika Vogel. Der Amtsinhaber sei für sie nach wie vor der richtige Kandidat. Doch wie bereits berichtet, hat Sachtleber schon kurz nach der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung bekannt gegeben, sich nicht auf die Ausschreibung bewerben zu wollen.

Welche persönlichen und charakterlichen Eigenschaften sein Nachfolger mitbringen soll, da sind sich die Fraktionen weitestgehend einig: „Eine Führungspersönlichkeit ist uns wichtig“, sagt Sebastian Maier (SPD) auf Anfrage. „Außerdem sollte er oder sie klare inhaltliche Vorstellungen haben und diese auch kommunizieren können.“ Kommunikation ist auch für den FDP-Fraktionsvorsitzenden Thomas Schäfer besonders wichtig: „Kommunikation im Hinblick auf die Bürgerschaft, auf die politischen Gremien und innerhalb der Verwaltung“, erklärt er.

Böttcher entscheidet über Fachbereiche des neuen Stadtrats

Für die Grünen stehen auch soziale Kompetenzen ganz oben auf der Wunschliste für potenzielle Kandidaten. „Er oder sie sollte wertschätzend im Umgang mit Gesprächspartnern sein und die Mitarbeiter motivieren können“, so Vogel. „Außerdem werden in Maintal derzeit mit dem Maintalbad und dem Bürgerhaus Bischofsheim die größten Investitionen seit Gründung der Stadt getätigt. Da wäre es sicher auch nicht verkehrt, wenn sich der Kandidat oder die Kandidatin mit so etwas auskennt.“

Für welche Fachbereiche Sachtlebers Nachfolger zuständig sein wird, entscheidet Bürgermeisterin Monika ‧Böttcher (parteilos). „Sie ist nach der Hessischen Gemeindeordnung für die Aufteilung der Dezernate zuständig“, erklärt Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD) auf Anfrage. Derzeit kümmert sich Böttcher um die Fachbereiche Finanzen, Kinderbetreuung, Jugend und die Hauptverwaltung sowie den Eigenbetrieb Betriebshof, während der Erste Stadtrat die Fachbereiche Sicherheit und Ordnung, Soziales sowie Stadtentwicklung verwaltet.

Vorstellung der Bewerber womöglich im Dezember

Noch bis Ende des Jahres ist Ralf Sachtleber Maintals Erster Stadtrat. Sollte bis dahin kein geeigneter Nachfolger gefunden worden sein, hat er sich dazu bereit erklärt, die Geschäfte bis Ende März weiterzuführen. „Bis dahin sollten wir aber einen Kandidaten oder eine Kandidatin gefunden haben“, sagt Kaiser. Er geht davon aus, dass der Wahlvorbereitunsausschuss, der aus insgesamt neun Parlamentariern der verschiedenen Fraktionen und der Bürgermeisterin besteht, den Stadtverordneten im Dezember einen oder mehrere Bewerber vorstellt. „Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung“, so Kaiser.

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