Ahmet Cetiner bereitet Wahlplakate für eine Kandidatur als Erster Stadtrat vor, die er unter anderem an der Mainkultur aufhängen möchte. Foto: Martina Faust

Maintal

Ahmet Cetiner will Stadtrat in Maintal werden

Maintal. Ahmet Cetiner setzt in der Debatte um die anstehende Wahl eines Ersten Stadtrats ein Zeichen. Der Unternehmer, der unter anderem Pächter der Sommergastronomie Mainkultur ist und regelmäßig mit satirischen Beiträgen auf sich aufmerksam macht, präsentiert sich als potenzieller Kandidat für den Posten.

Von Martina Faust

Als wir ihn kurz nachdem er die eigentlich nicht ernst zu nehmende Nachricht über die sozialen Netzwerke veröffentlicht hat, in der Mainkultur besuchen, bereitet er gerade die Plakate vor. Ob die Aktion ein Ulk à la Jan Böhmermann ist oder er die Bewerbung ernst meint, bleibt offen.

Markig sind die Slogans. „Parteibuch First“ und „Ein Stadtrat sollte tun, was Politiker verlangen und nicht das, was Bürger wollen“ ist unter anderem zu lesen. Daneben Bilder von Cetiner in typischer Macher-Pose, wie er die Hemdsärmel hochkrempelt.

Mit dem Vorstoß greift der Maintaler in die politische Diskussion über die Besetzung des Amtes ein. „Die Idee kam mir, als die Stadtverordneten aus einem ernsten Thema ihr Spiel machten“, sagt er und bezieht sich auf die Äußerungen der SPD- und CDU-Fraktionsvorsitzenden in den Sommergesprächen mit unserer Zeitung, dass das Amt politisch besetzt werden sollte.

Grünen-Antrag auf Wiederwahl Sachtlebers

„Dafür gibt es kein wirklich plausibles Argument, außer einer besseren Kommunikation mit dem Magistrat“, sagt Cetiner und macht im Gegenzug sein Spiel mit der Politik. Wenn das Parteibuch relevanter sei als die persönliche Eignung, dann brauche es konsequenterweise einen Kandidaten, der gegenüber allen Fraktionen loyal sei, so der 41-Jährige, der an dieser Stelle sich selbst ins Spiel bringt. „Ich würde mich zu 100 Prozent den Stadtverordneten verschreiben. Mich interessieren keine Bürgerbelange.

Die Bürger sind dazu da, um politische Kandidaten zu wählen. So sehen es die Stadtverordneten und so sehe ich das. Und um meine Loyalität gegenüber allen Parteien zu demonstrieren, würde ich, sofern ich das darf, alle Parteibücher tragen. Andernfalls würde ich rein die Interessen der SPD vertreten“, merkt Cetiner spitz an. Doch noch ist das Zukunftsmusik. Zunächst wollen die Grünen für die Sitzung der Stadtverordneten am Montag, 23. September, um 18 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim einen Antrag auf Wiederwahl des Amtsinhabers Ralf Sachtleber stellen.

Schirme für Sitzungsgeld

Auch der Wahlvorbereitungsausschuss hat noch keine Ausschreibung der Stelle vorgenommen. „Meine Kandidatur gilt auch nur, wenn die Wiederwahl von Ralf Sachtleber scheitert. Dann würde ich mich auch bei den Fraktionen vorstellen“, erklärt Cetiner.

Auf der Facebook-Seite „Maintaler Politik“ wird Cetiners Mitteilung bereits rege kommentiert. Wilfried Siegmund von der CDU-Fraktion notiert: „Das hätte auch den Vorteil, dass wir das Bürgerhaus Bischofsheim nicht sanieren müssen, um die Stadtverordnetenversammlungen abhalten zu können. Denn die würden dann direkt in der Mainkultur stattfinden. Mit den Sitzungsgeldern könnten wir dann auch Schirme kaufen, um im Sommer im Schatten zu sitzen und im Winter trocken.“

Stavo am 23. September

Und Axel Rothbart schreibt: „Bin eigentlich auch kein Befürworter für einen 2. Stadtrat, in ihrem Fall könnte ich es mir aber irgendwie vorstellen, da Sie den Anschein machen, ein Macher zu sein. . . Auch wenn wir Bürger diesen Posten nicht direkt wählen können (soweit ich informiert bin), würde es mich freuen, etwas mehr über Ihre Person und Ihre Beweggründe zu erfahren. Warum denken Sie, dass Sie der Richtige für diesen Posten wären?“ „Wer Fragen zu meiner Kandidatur hat, kann mich gerne in der Mainkultur ansprechen“, sagt Cetiner augenzwinkernd.

Zunächst aber blickt er auf den 23. September und lädt die Bürger ein, in die Stadtverordnetenversammlung zu kommen, „um zu sehen, wie Politik in unserer immer noch zu schönen Stadt eigentlich funktioniert“. Tatsächlich hofft er für den Abend auf eine Wiederwahl Sachtlebers, „auch wenn ich von seiner innovativen, bürgerfreundlichen Art ein Amt zu führen, nichts halte. Die Energie könnte er auch darauf verwenden, die Interessen Einzelner zu vertreten“, sagt er mit Blick auf so manche jüngste Debatte.

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