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Ahmadiyya-Gemeinde: Keine Pläne für eine Moschee

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In Maintal gibt es keine Moschee mit Minarett und Kuppelbau, auch keine konkreten Pläne. Die Ahmadiyya-Gemeinde nutzt stattdessen einen Gebetsraum; der Bildungs- und Kulturverein ein ehemaliges Ladengeschäft, das als Moschee dient. Foto: Kalle
In Maintal gibt es keine Moschee mit Minarett und Kuppelbau, auch keine konkreten Pläne. Die Ahmadiyya-Gemeinde nutzt stattdessen einen Gebetsraum; der Bildungs- und Kulturverein ein ehemaliges Ladengeschäft, das als Moschee dient. Foto: Kalle

Maintal. Es war Zukunftsmusik, die Fareeha Islam beim Neujahrsempfang der Maintaler Ahmadiyya-Gemeinde anstimmte. Das Mädchen sang von einer Moschee, „viel weißer als der Schnee“. Doch der Wunsch der muslimischen Gemeinde nach einem eigenen Gebetshaus ist derzeit nur ein vager Traum.

Von Martina Faust„Was wir geäußert hatten, war nur ein Wunsch, und wir arbeiten noch nicht daran“, erklärt Faheem Ahmed, Präsident der Ahmadiyya Muslim Jamaat Maintal auf Nachfrage unserer Zeitung. Konkrete Pläne für eine Moschee in Maintal gibt es derzeit nicht.

Stattdessen nutzen die rund 180 Mitglieder der Gemeinde für religiöse Zwecke einen Gebetsraum an der Dörnigheimer Breitscheidstraße. Dieser unterscheidet sich laut Ahmed „nur in seinem symbolischen Aussehen von einer Moschee mit Minarett und Kuppel, die dadurch in der Öffentlichkeit von Muslimen, die zum Gebet kommen und in der Stadt fremd sind, besser erkannt wird“.Moschee gibt es derzeit nur in DörnigheimEin solches Gebäude gibt es in Maintal generell nicht. Einzig in der Dörnigheimer Mozartstraße unterhält der Bildungs- und Kulturverein Maintal eine Moschee, bei der es sich um ein ehemaliges Ladengeschäft handelt, das seit 2006 für Vereinszwecke genutzt wird und den Mitgliedern beispielsweise als Anlaufstelle für das Freitagsgebet dient.

Einen Austausch zwischen der Ahmadiyya-Gemeinde und dem Bildungs- und Kulturverein Maintal gibt es allerdings nicht. „Wir wollen aber in Zukunft schauen, inwieweit eine Zusammenarbeit möglich ist“, kündigt Faheem Ahmed an.Magistrat entschied sich gegen AusnahmeGleichwohl gab es nach Auskunft der städtischen Pressestelle vor einigen Jahren eine informelle Anfrage für die Errichtung einer Moschee im Gewerbegebiet in Dörnigheim. Doch die Errichtung eines solchen Objekts in einem Gewerbegebiet ist nur in Ausnahmefällen möglich und bedarf der Zustimmung des Magistrats. In Wohn-, Kern- und Mischgebieten hingegen seien Anlagen für kirchliche Zwecke hingegen generell zulässig, erklärt Pressesprecherin Nicole Bilz. Daher sei auch die Errichtung einer Anlage für kirchliche Zwecke in der Mozartstraße, einem allgemeinen Wohngebiet, zulässig gewesen.

Bei der Anfrage für den Bau einer Moschee im Gewerbegebiet Maintal-Ost „entschied sich der Magistrat damals mit entsprechendem Beschluss gegen eine solche Ausnahme, weil die Nutzung der (begrenzten) Gewerbeflächen ausschließlich Gewerbetreibenden zur Verfügung stehen sollte“, heißt es aus dem Rathaus.„Haben noch kein Gebäude im Blick“Auch in naher Zukunft wird also keine Moschee mit Kuppelbau und Minarett das Maintaler Stadtbild prägen. „Wir haben noch kein Gebäude im Blick und haben ebenfalls noch keinen Kontakt zur Stadt aufgenommen“, berichtet der Präsident der Maintaler Ahmadiyya-Gemeinde.

„Sollte die Gemeinde aber ein passendes Gebäude oder Grundstück im Auge haben, können im Rahmen unserer Bauberatung rechtliche Fragen geklärt werden“, kündigt Nicole Bilz an. Die Bauberatung sei ein offenes Angebot der Stadt, das von allen Bürgern nach Bedarf genutzt werden könne, so die Maintaler Pressesprecherin.

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