Teilweise müsste auf dem Radweg nördlich der Querspange die Fahrbahndecke erneuert werden, findet Hans-Joachim Weimann. Aber grundsätzlich haben er und seine Mitstreiter des ADFC Maintal eine eindeutige Meinung zum Projekt von Hessen Mobil: „Ein Radweg, den keiner braucht.“ Fotos: Scheck

Maintal

ADFC Maintal hält Investitionen an anderer Stelle für sinnvoller

Maintal. Die Reaktionen unsere Leser und Facebook-User zum von Hessen Mobil geplanten Radweg nördlich der Querspange zwischen Hochstadt und Bischofsheim sind bisher eindeutig. Und auch die Maintaler Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hat eine klare Meinung dazu: „Ein Radweg, den keiner braucht.“

Von David Scheck

Stein des Anstoßes sind in erster Linie die hohen Kosten von rund einer Million Euro. Diese erscheinen dem Nichtfachmann auf den ersten Blick deutlich zu hoch, wenn man bedenkt, dass die Strecke nicht gänzlich neu gebaut, sondern als sogenannter Herstellungsradweg auf bestehenden Feld- und Wirtschaftswegen errichtet wird.Aber auch die Notwendigkeit des Baus an sich stellt der ADFC in Zweifel: „Jeder Radfahrer, der diesen Weg kennt, wird sich die Frage stellen, wofür hier eine Neuplanung notwendig sein muss, da der Weg ja bereits seit Langem besteht“, so Hans-Joachim Weimann von der Maintaler Ortsgruppe.

Wege bereits vorhandenDenn in einigen Abschnitten sind die bereits jetzt vorhandenen Wege in gutem Zustand. Lediglich die Fahrbahndecke des teilweise nur als Feldweg ausgebauten Wegs könnte für den Radverkehr verbessert werden, findet Weimann, der sich zuvor auch schon in der im vergangenen Jahr aufgelösten Stadtleitbildgruppe „Radfahrer- und fußgängerfreundliches Maintal (Ruff)“ für die Interessen der Pedaleure einsetzte. „Wer diesen abseits gelegenen Weg, der zudem noch zusätzliche Steigungen aufweist, überhaupt benutzen soll, ist völlig unklar“, lautet Weimanns Einschätzung.

Er bezweifelt, dass der Fernradweg R4, in dessen Zusammenhang der neue Radweg entstehen soll, so stark von Fernradlern und Radtouristen frequentiert wird, dass es sich lohne, für dieses „Prestigeobjekt“, wie Weimann es nennt, Steuergeld zu vergeuden.

Schutzstreifen in Dörnigheim sei sinnvollerWas den innerörtlichen Radverkehr betrifft, hält der Maintaler ADFC den neuen Weg für überflüssig, da den Radfahrern nur unnötige und beschwerliche Umwege aufgezwungen würden. Denn diese würden, um von Hochstadt nach Bischofsheim und umgekehrt zu kommen, die Unterführung unter der Querspange und den bestehenden Radweg an der Hochstädter Straße in Richtung „Kleeblatt“ nutzen. Vor diesem Hintergrund hält der ADFC Verbesserungsmaßnahmen für den Rad- und Fußgängerverkehr an vielen anderen Stellen in Maintal für notwendiger. Unter anderem fordert die Ortsgruppe Schutzstreifen auf der Berliner Straße in Dörnigheim.

Eine Forderung des ADFC ist mittlerweile in Planung: die Sanierung des bestehenden Radwegs an der Hochstädter Straße zwischen der Straße Am Frauenstück und dem Parkplatz. Dieser soll erneuert werden, 2017 wurden dafür 20 000 Euro an Planungsmitteln im städtischen Haushalt eingestellt. Für die Realisierung in diesem Jahr sind 240 000 Euro angesetzt. Laut ADFC sei der bisherige Weg einerseits viel zu schmal und andererseits nach jedem stärkeren Regen nicht mehr befahrbar, weil er mehrere Zentimeter hoch unter Wasser stehe.

Aber die Radfreunde haben noch andere Bedarfsstellen ausgemacht: „Auch der Radweg zwischen Opel-Kreisel und Honeywellstraße wurde bereits im letzten Jahr von der 'Ruff'-Gruppe beanstandet, weil er ebenfalls an mehreren Stellen zu schmal und die Fahrbahndecke teilweise schadhaft ist“, so der ADFC.

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