Die Berliner Straße braucht einen Schutzstreifen für Radfahrer: Das meinen die ADFC-Mitglieder Peter Hugo (von links), Regina Kirsch, Hajo Weimann und Hannelore Wegener. Besonders das schmale Teilstück zwischen Opel-Eck und Maintal-Halle (im Hintergund) sei für Radfahrer gefährlich. Foto: Bielesch

Maintal

ADFC-Gruppe Maintal will mehr Sicherheit für Radfahrer

Maintal. Nachdem sich die Stadtleitbildgruppe Radfahrer- und fußgängerfreundliches Maintal (RUFF) aufgelöst hat, engagiert sich nun eine Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) für die Belange der Radfahrer in der Stadt. Und sie haben einige Verbesserungsvorschläge: zum Beispiel für die Berliner Straße.

Von Monica Bielesch

Trotz des ungemütlichen Winterwetters ist es auf der Berliner Straße auf Höhe des Bäckers Eifler wie immer sehr belebt: Schulkinder laufen auf dem Bürgersteig, alle Parkplätze sind belegt. Menschen wollen zur Postfiliale oder zum Arzt, Busse halten an den zwei Haltestellen.

Die Straßenseite, an der der Getränkemarkt und die Maintal-Halle liegen, ist sehr breit. Dort ist viel Platz für einen roten Streifen, der den Radfahrer vorbehalten ist. Aber: „Wenn ich hier mit dem Rad fahre, dann bin ich schon von Autofahrern beschimpft und abgedrängt worden“, berichtet Regina Kirsch.

Integrierter Verkehrsentwicklungsplan spielt eine wichtige RolleSie ist gemeinsam mit ihren Mitstreitern Peter Hugo, Hajo Weimann und Hannelore Wegener gekommen, um die Probleme an der Berliner Straße aufzuzeigen. Bei dem Vor-Ort-Treffen geht es auch immer wieder um den Integrierten Verkehrsentwicklungsplan. Denn in diesem Konzept, das ein Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt erstellt hat, geht es um die gesamte verkehrliche Situation Maintals und wie sie in den nächsten Jahren gestaltet werden soll.

Doch zurück zur Berliner Straße. Welche Abschnitte an dieser viel befahrenen Straße sind denn problematisch für Radler? „Durchgängig die ganze Berliner Straße“, platzt es aus Hajo Weimann raus. „Die ist durchgängig nicht ideal für Radfahrer.“

Ein erster Schritt, so die ADFC-Mitglieder, wäre ein Fahrrad-Schutzstreifen auf der der Maintal-Halle gegenüberliegenden Straßenseite. Vom Kreisel am Opel-Eck bis zur Maintal-Halle sei ein solcher Schutzstreifen besonders wünschenswert, weil die Fahrbahn auf diesem Abschnitt nicht sehr breit ist und parkende Autos auch noch den Straßenraum belegen.

Autofahrer sollen auf Radfahrer aufmerksam gemacht werden„Und wo Schutzstreifen nicht möglich sind, sollte wenigstens ein Radfahrer-Piktogramm auf die Straße aufgebracht werden“, so Weimann. „Damit die Autofahrer wissen, dass dort Platz sein muss für Radfahrer“, ergänzt Hannelore Wegener, „das muss in die Köpfe rein“. Dieses Bewusstsein für die Belange der Radfahrer zu erreichen ist der ADFC-Gruppe ein großes Anliegen.

Bei Klaus Gerhard, Parteichef der Maintaler FDP, ist ihnen das schon ein wenig gelungen. Er besuchte vor Kurzem ein Treffen der ADFC-Gruppe, um mit den Mitgliedern über den integrierten Verkehrsentwicklungsplan (VEP) zu sprechen. In der kommenden Woche findet ein weiteres Treffen statt, dann will der Liberale den ADFC-Mitgliedern die 91 Änderungsanträge der FDP zum VEP im einzelnen erläutern.

„Seit sieben Jahren versuchen wir was zu bewegen“Dass sie mit ihren Forderungen einen schweren Stand und keine Lobby haben, wissen Kirsch und ihre Mitstreiter. „Seit sieben Jahren versuchen wir was zu bewegen“, so Hugo, der schon in der RUFF-Gruppe dabei war. Nur wenig sei erreicht worden, beispielsweise die Öffnung der Einbahnstraßen. Und auch beim Schutzstreifen an der Berliner Straße ist mit viel Gegenwind zu rechnen, so die Gruppe. Denn vor den Häusern der Wohnungsbaugesellschaft parken viele Autos auf der Straße. Diese Parkplätze würden wegfallen, wenn dort ein Schutzstreifen für Radfahrer entstehen würde.

Gerade dort sei die Berliner Straße jedoch so schmal, dass der Bus teilweise über den Radweg fahren würde, erzählt Kirsch. Dass es durchaus möglich ist, Verbesserungen für Radfahrer zu schaffen, wenn der politische Wille da sei, zeige das Beispiel Bruchköbel, so Hugo. Dort sind auf viel befahrenen Durchgangsstraßen Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet worden, etwa auf der dortigen Hauptstraße, Bahnhof- und Hammersbacher Straße.

Am Donnerstag, 22. Februar, um 11.30 Uhr trifft sich die ADFC-Gruppe mit FDP-Parteichef Klaus Gerhard im Stadtteilzentrum Bischofsheim. Gerhard will die 91 Änderungsanträge zum Verkehrsentwicklungsplan erläutern. Interessierte sind ebenfalls eingeladen. Das nächste Gruppentreffen der ADFC-Ortsgruppe ist am gleichen Ort am 9. April um 18 Uhr.

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