Das würde passen: Der ADFC ist überzeugt, dass sich Fahrradschutzstreifen in der Berliner Straße umsetzen lassen. Dazu haben Regina Kirsch und Dominik Tillmanns von der Maintaler Ortsgruppe sowie Ulrich Klee (rechts) vom ADFC Main-Kinzig die Fahrbahnbreite ausgemessen. Foto: PM

Maintal

ADFC fordert Schutzstreifen für Radler in Berliner Straße

Maintal. Die Berliner Straße in Dörnigheim: Durch ihre geringe Breite ist es für Fahrradfahrer oft hoch riskant, sie zu benutzen. Die Maintaler Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) setzt sich deshalb für die Anlegung von Schutzstreifen ein.

Von David Scheck

Das tut die Ortsgruppe bereits seit Längerem, Schutzstreifen für Fahrradfahrer waren auch stets eine der Forderungen der inzwischen aufgelösten Stadtleitbildgruppe „Radfahrer- und fußgängerfreundliches Maintal (Ruff)“. Doch nun unterstreicht der ADFC Maintal nochmals seine Forderung nach einer Verbesserung der Situation für Radfahrer. Dazu hätten Mitglieder des ADFC die Berliner Straße an verschiedenen Punkten vermessen und Überlegungen angestellt, wie man für Radfahrer mehr Sicherheit herstellen könnte.

Kreuzungen bergen Gefahren

Die Berliner Straße ist eine der Hauptverkehrsachsen des größten Maintaler Stadtteils und eine wichtige Verbindung für den Radverkehr zwischen „Opel-Eck“ und Bahnhofstraße. Derzeit benutzen laut ADFC viele Radfahrer den Bürgersteigradweg auf der linken Seite in Richtung Bahnhofstraße. Dies sei insbesondere an den Kreuzungen zur Wichernstraße, Siemensallee, Oder-, Elbe- und Moselstraße sowie an Einmündungen gefährlich, weil kein Verkehrsteilnehmer in Deutschland mit Linksverkehr rechne

„Will ein Autofahrer nach rechts auf die Straße einbiegen, schaut er nach links, ob von dort jemand kommt, nicht aber nach rechts“, verdeutlicht Regina Kirsch vom ADFC im Gespräch mit dem TAGESANZEIGER die Gefahr für Radfahrer, die den Radweg in die „falsche“ Fahrtrichtung benutzen. Nicht zuletzt deshalb die Forderung eines eigenen Abschnitts für Pedaleure in beide Fahrtrichtungen in Form von Schutzstreifen – „oder wenigstens durch Piktogramme“, sind Kirsch und der ADFC kompromissbereit.

Schutzstreifen sollen Sicherheitsgefühl vermitteln

Nach Meinung der Rad-Gruppe wurden gute Erfahrungen innerorts mit der Anlage von Schutzstreifen gemacht. Aktuell gibt es solche in der Braubachstraße in Dörnigheim. Diese dürfen im Bedarfsfall auch von Autofahren mitbenutzt werden, zeigen aber deutlich, dass der Radverkehr auf der Fahrbahn vorgesehen ist. Damit vermitteln diese Streifen den Fahrradfahrern ein gutes Sicherheitsgefühl, sind Kirsch und ihre Mitstreiter überzeugt.

Diese Lösung schlägt auch der Integrierte Verkehrsentwicklungsplan für die Berliner Straße vor. Dazu soll der Bürgersteig schmaler gemacht werden, sodass Platz für Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn entsteht. Der Parkstreifen könnte dann beibehalten werden. Was die Umsetzbarkeit des Vorhabens angeht, sei man mit der Stadtverwaltung im Gespräch, so Kirsch. Auch der Stadtpolitik wolle man das Projekt noch konkreter vorstellen.

Müssen Parkplätze weichen?

Die Berliner Straße ist nur ein Teil, den der ADFC nun in Angriff genommen hat. „Eigentlich fordern wir auf allen Straßen, auf denen mehr als Tempo 30 erlaubt ist, Fahrradschutzstreifen“, macht Kirsch deutlich. Da sie auf der Fahrbahn angelegt sind, machen sie auch nur Sinn, wenn sie in beiden Fahrtrichtungen existieren. Dementsprechend kritisch ging der ADFC mit der Entscheidung des Stadtparlaments um, im Rumpenheimer Weg in Bischofsheim einen einseitigen Fahrradschutzstreifen anzulegen (wir berichteten).

Doch zurück zur Berliner Straße: Am einfachsten und kostengünstigsten wäre es nach Meinung der ADFC-Aktiven, die Fahrbahn von den Parkplätzen zu befreien, denn dann reiche die 7,30 bis 7,50 Meter breite Fahrbahn für beidseitige Schutzstreifen aus. Die Mitglieder der ADFC-Ortsgruppe wollen dazu verschiedene Möglichkeiten einer fahrradfreundlicheren Verkehrsführung erarbeiten, um diese dann der Öffentlichkeit, der Verwaltung und der Politik vorzustellen.

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