Archivfoto: Thorsten Becker

Gelnhausen

Zustimmung zum Joh-Deal - Nur die Grünen äußern Kritik

Main-Kinzig-Kreis. Die Fraktionen von SPD und CDU im Kreistag unterstützen die Pläne der Kreisspitze, das Joh-Areal für den Main-Kinzig-Kreis und Teile seiner Verwaltung mit zu nutzen.

„Wir freuen uns, dass der erklärte Wille des Kreisausschusses, die vielen über das Stadtgebiet Gelnhausen verteilten Verwaltungsbereiche zentral zusammenzuführen, nun im Rahmen eines sinnvollen Konzeptes und in der Nähe sowohl der Kreisverwaltung als auch der Beruflichen Schulen in eine konkrete Form gegossen werden könnte“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Klaus Schejna (SPD) und Michael Reul (CDU) in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Der Kreisausschuss hatte in dieser Woche seine Unterstützung dafür zugesagt, dass die Kreissparkasse Gelnhausen als Eigentümer und der Main-Kinzig-Kreis als Ankermieter die Entwicklung des Joh-Areals in der Kreisstadt Gelnhausen voranbringen. Die derzeit elf dezentralen Standorte in Gelnhausen für die Verwaltung des Kreises – neben dem Main-Kinzig-Forum – könnten dann zugunsten eines Umzugs in ein neu zu errichtendes Gebäude größtenteils aufgegeben werden. Zusammen mit der Verwaltung sollen auf dem Gelände auch Erweiterungsflächen für die Beruflichen Schulen sowie Flächen für den Einzelhandel, Gewerbe und Gastronomie vorgesehen werden.

Synergien schaffen

Kritik kam derweil von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Dass Landrat Thorsten Stolz an den neusten Entwicklungen auf beiden Seiten entscheidend mitwirkt, sei nicht von der Hand zu weisen, denn der Landrat ist zugleich ‧Aufsichtsratsvorsitzender der Kreissparkasse Gelnhausen sowie ehemaliger Bürgermeister von Gelnhausen und entscheidend an der Misere mit Investor Leutze beteiligt, der die Idee des City Outlets zum Scheitern gebracht hat.“ Nun komme eben jene Sparkasse Gelnhausen unter Aufsichtsratsvorsitzenden Stolz und rette das gescheiterte Joh-Projekt in Stolz' alter ‧Wirkungsstätte mit der Ankündigung, das Areal neu zu bebauen und Teile der Kreisverwaltung dort unterzubringen.

CDU und SPD betonen hingegen, das Motto für den Main-Kinzig-Kreis müsse lauten: „Synergien schaffen und die Zersiedelung beenden. Diese Synergien bieten sich durch die Lage des Geländes in Nachbarschaft zu den Beruflichen Schulen mit der Möglichkeit, mittel- und langfristig weitere Kapazitäten für die Schule zu schaffen.“

Diese Synergien böten sich ebenso durch die vielen Übereinstimmungspunkte mit den Kernzielen der Gelnhäuser Stadtentwicklung, in diesem Bereich Frequenzbringer zu schaffen. Die beabsichtigte Mischnutzung auf dem Gelände werde vielen Interessen gerecht, so Schejna und Reul.

Erweiterte Suche

Die Koalition aus SPD und CDU werde den Kurs von Landrat Thorsten Stolz unterstützen, in Verbund mit der Kreissparkasse Gelnhausen in vertiefte Gespräche mit der Stadt Gelnhausen einzusteigen. Voraussetzung dafür sei, dass die politischen Gremien der Barbarossastadt diese gemeinsame Projektentwicklung ebenfalls mittragen und zunächst auf eine europaweite Ausschreibung verzichten.

Losgelöst von den Überlegungen der Kreissparkasse und des Kreisausschusses zum Joh-Areal sei die Prüfung des Geländes als möglicher Standort für eine Akademie für Gesundheit und Pflege zu betrachten. Diese erweiterte Suche stehe unter der Federführung des Haupt- und Finanzausschusses des Kreistages.

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