Bei der Agentur für Arbeit sind momentan 880 freie Ausbildungsstellen in Hanau registriert. Es gibt also viele Möglichkeiten. Foto: Symbolbild

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"Woche der Ausbildung" - Infoveranstaltungen und freie Stelle

Main-Kinzig-Kreis. Im September beginnt das neue Ausbildungsjahr. Also sind es noch rund sechs Monate, bis der Ernst des Lebens für die jetzigen Schüler losgeht. Wer noch eine Ausbildungsstelle sucht, der hat im Bezirk Hanau die Auswahl unter rund 880 freien Plätzen.

Von Elfi Hofmann

„Das ist eine relativ hohe Zahl“, erklärt Regina Umbach-Rosenow von der Agentur für Arbeit. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass viele Verfahren noch laufen, denn sowohl Bewerber als auch Betriebe lassen sich immer mehr Zeit bei der Auswahl. „Die Schüler schicken ihre Bewerbung meistens zuerst an große Firmen, die man kennt. Wenn das nichts wird, schreiben sie den kleineren Unternehmen.“

Und dort lasse man sich noch mehr Zeit für die Bearbeitung. Außerdem stehe für einige Schüler noch gar nicht fest, ob sie eine Ausbildung machen oder eine weiterführende Schule besuchen wollen. Um es zusammenzufassen: Die Tendenz geht zum Aufschieben auf beiden Seiten.

Duale Studiengänge auch sehr beliebtHat es dann aber geklappt und beide Parteien konnten sich einigen, sind besonders Ausbildungen im IT-Bereich, im öffentlichen Dienst oder kaufmännische Stellen schnell vergeben. Auch duale Studiengänge sind unter den Bewerbern sehr beliebt.

Bäcker, Dachdeckerfirmen oder der Einzelhandel suchen dagegen händeringend nach Nachwuchs. „Der Bäckerberuf hat ein schlechtes Renommee. Und die Arbeitszeiten sind auch nicht besonders attraktiv“, erklärt Umbach-Rosenow die Hintergründe.

Betriebe in ländlichen Gegenden oft von Nachwuchsproblemen betroffenWenn man dann noch in einer ländlichen Gegend wohne oder der Betrieb in einem Dorf liegt, gebe es oft auch Probleme, überhaupt zur Arbeit zu kommen. Schließlich haben Jugendliche unter 18 Jahren keinen Führerschein. Wenn es besonders bei den ganz kleinen Unternehmen nicht mit der Azubi-Suche klappt, hören viele auf, auszubilden, da die Ressourcen fehlen. „Trotzdem ist ihnen bewusst, dass sie Nachwuchs brauchen“, sagt Umbach-Rosenow.

Deshalb habe sich in den letzten Jahren die Anspruchshaltung gewandelt. Die Zeugnisnoten an sich seien nicht mehr allein ausschlaggebend – auch auf das Arbeits- und Sozialverhalten werde geschaut. „Gewisse Soft Skills wie richtiges Händeschütteln oder eine passende Mail-Adresse werden ebenfalls mit in die Entscheidung einbezogen“, erklärt Umbach-Rosenow.

Agentur für Arbeit hilftGibt es im Laufe der Ausbildung Probleme in der Berufsschule, bietet die Agentur für Arbeit individuelle Unterstützung wie die Ausbildungsbegleitenden Hilfen an, bei denen außerhalb der Berufsschule Zusatzunterricht für die Schüler angeboten wird.

Schon im Vorfeld ist die Argentur für Arbeit in Schulen tätig, berät dort Klassen und versucht, in Einzelgesprächen herauszufinden, wo Talente und Potenziale schlummern. „Viele Schüler kennen ungefähr zehn Berufe, dabei gibt es in Deutschland rund 330“, so Umbach-Rosenow. Dort setzen die Mitarbeiter an und informieren über die verschiedenen Berufsbilder.

Doch was ist, wenn jemand so gar nicht beraten werden möchte? „Wir können niemanden zwingen, die Hilfe anzunehmen.“

Eine Chance, sich weiter zu informieren, bietet die „Woche der Ausbildung“, die noch bis zum Freitag, 2. März, läuft und in der verschiedene Veranstaltungen zum Thema Ausbildung stattfinden. www.dasbringtmichweiter.de

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