"Kein Platz für Rassismus." So lautete die Aussage bei der Mahnwache vor ein paar Tagen. Archivfoto: Kai Pfaffenbach

Main-Kinzig-Kreis

Wächtersbach-Fall: Auch CDU-Vorsitzende und Kreis-Grüne entsetzt

Main-Kinzig-Kreis. Auch die CDU-Kreisvorsitzende Dr. Katja Leikert zeigt sich „entsetzt über die rassistisch-motivierte Tat in Wächtersbach“. Anlässlich der Schüsse vom vergangenen Montag auf einen Mann aus Eritrea verurteilt die Bundestagsabgeordnete die Tat in Wächtersbach.

„Nach allem, was wir wissen, ist ein junger Mann zufällig und nur aufgrund seiner Hautfarbe Opfer eines rechten Gewalttäters geworden. Eine solche Tat ist immer auch ein Angriff auf ein friedliches Zusammenleben in unserer offenen und demokratischen Gesellschaft“, so Leikert.

Dass der Täter vor und nach der Tat noch mit seinem Angriff auf den jungen Eritreer geprahlt habe und niemand reagierte, dürfe nicht wieder passieren. Wir alle müssen aufgerüttelt sein und wachsamer werden. Schockiert zeigte sich die Bundestagsabgeordnete auch über einen Teil der Reaktionen in den sozialen Netzwerken.

„Neben Anteilnahme gab es nicht wenige Nutzer, die relativiert und auf eine beängstigende Rhetorik zurückgegriffen haben. Durch Hass und Hetze im Netz sinken auch im realen Leben die Hemmschwellen. Das mussten wir im Fall Lübcke und nun auch im Zusammenhang mit der Tat in Wächtersbach beobachten“, zeigt sich Leikert besorgt.

Mit Haltung und Anstand entgegentreten

Allen Hetzern in den sozialen Netzwerken müsse mit Haltung und Anstand entgegengetreten werden. Im Main-Kinzig-Kreis dürfe es keinen Platz für rechtsextreme Hetze und Gewalt geben.

Auch die Kreis-Grünen meldeten sich in einer Pressemitteilung zu dem Fall: „Wir verurteilen die aktuellen Geschehnisse in Wächtersbach auf Schärfste und fordern eine lückenlose Aufklärung.“ Mit diesen Worten kommentierten Kreisvorstandssprecher Günther Koch und Viola Haßdenteufel, Fraktionsvorsitzender Reiner Bousonville und Fraktionsgeschäftsführer und Vorstandssprecher der Grünen Jugend, Jakob Mähler, die rassistisch motivierte Attacke auf einen Eritreer am Montag.

„Der Vorfall in Wächtersbach, aber auch die Ermordung von Dr. Lübcke zeigen deutlich, dass es dringend notwendig ist, massiv Stellung gegen Rechts zu beziehen.“ Die Wächtersbacher hätten am Dienstag sehr eindrucksvoll in einer Mahnwache gezeigt, dass eine menschenverachtende Lebenseinstellung in unserer Gesellschaft keinen Platz habe, schreiben die Kreis-Grünen.

Verschiedene Initiativen aus Hessen rufen unterdessen zu einer antirassistischen Demonstration in Wächtersbach am heutigen Samstag auf. Die Demo soll um 14 Uhr im Stadtzentrum beginnen. Die Ordnungsbehörde rechnet laut einer Mitteilung mit Verkehrsbehinderungen unter anderem im Bereich Main-Kinzig-Straße/Bundesstraße B276 und Bahnhofstraße. rg

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