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Das Amtsgericht Hanau hat dem Antrag entsprochen.

Amtsgericht Hanau hat dem Antrag entsprochen

Veritas: Insolvenzverfahren in Hanau eröffnet

Nachdem die Veritas AG Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatte, hat das Amtsgericht Hanau diesem Antrag nun entsprochen.

Update Montag, 3. August:

Das Amtsgericht Hanau hat die Insolvenzverfahren der vier Veritas-Gesellschaften eröffnet. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, wurde in allen Verfahren der Frankfurter Sanierungsexperte Dr. Jan Markus Plathner zum Insolvenzverwalter bestellt. Die Gesellschaften sind Teil der weltweit agierenden Veritas-Poppe-Gruppe.

Veritas-Insolvenz: Experte gibt sich optimistisch

Plathner hatte bereits das im April begonnene vorläufige Verfahren geleitet. „In einem äußerst anspruchsvollen weltweiten Prozess, der auch die Auslandsgesellschaften in China, Mexiko, den USA, Bosnien, der Türkei, Österreich und Ungarn umfasst, nehmen sowohl strategische als auch Finanzinvestoren teil“, berichtet Plathner.

So seien Investoren zum Teil an „der gesamten Gruppe oder nur an einzelnen Betrieben interessiert“ Plathner zeigte sich „sehr optimistisch, eine gute Lösung für das Unternehmen zu finden“. Die Produktion an den fünf deutschen Standorten (Gelnhausen, Gießen, Neustadt Polenz sowie Benshausen) sei stabilisiert worden.

Wegen Sanierung: Veritas plant Stellenabbau

Zur Sanierung ist auch der Stellenabbau geplant, die Mitarbeiter seien über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert, ebenso sind der Betriebsrat und die beteiligte Gewerkschaft involviert. Mit Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens übernimmt Veritas nun wieder die Löhne und Gehälter

Veritas beschäftigt weltweit 4400 Mitarbeiter und verfügt über elf Werke in Deutschland, China, Mexiko, Österreich, Bosnien, Ungarn und der Türkei.

Update, 6 Mai, 14.52 Uhr:

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) fordert, die Arbeitsplätze bei der Veritas AG mit Stammsitz in Gelnhausen zu sichern. Das Unternehmen hatte Insolvenz angemeldet (unsere Zeitung berichtete). Von der Insolvenz seien rund 3000 Beschäftigte in Deutschland und 4400 Beschäftigte weltweit betroffen. Schon in den Jahren 2018 und 2019 habe eine negative Entwicklung der Unternehmensergebnisse eingesetzt. Durch die Corona-Krise habe sich die Situation des Unternehmens noch weiter verschlechtert und ein Investorenprozess, der bis Ende April 2020 hätte abgeschlossen werden sollen, konnte nicht mehr rechtzeitig beendet werden. Die Corona-Pandemie habe dazu geführt, dass in den Werken Kurzarbeit eingeführt worden ist. Der Insolvenzantrag ist für die Beschäftigten der Veritas AG ein weiterer Tiefschlag in der aktuellen Situation. Nun gelte das besondere Augenmerk der Industriegewerkschaft der in Deutschland von der Insolvenz betroffenen Werke.fmi

Erstmeldung 4. Mai, 10.06 Uhr:

Nachdem die Veritas AG Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatte, hat das Amtsgericht Hanau diesem Antrag nun entsprochen. Dies teilte der Automobilzulieferer aus Gelnhausen am Sonntag mit. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei der „Automotive-erfahrene Sanierungsexperte“ Dr. Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt worden. „Ich werde mir jetzt zusammen mit meinem Team vor Ort einen Überblick über die aktuelle Lage der Veritas AG verschaffen und die Möglichkeiten für die Sanierung des Unternehmens ausloten“, wird Plathner in der Veritas-Mitteilung zitiert. Der nächste Schritt werde sein, die Löhne und Gehälter der rund 2200 Beschäftigten in Deutschland für drei Monate zunächst über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung zu sichern. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 4400 Mitarbeiter an zwölf Standorten in Europa, China und im USMCA-Raum. jow

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