Die Übernachtungszahlen im Kreis und der Region nehmen weiter zu. Symbolfoto: pixabay

Main-Kinzig-Kreis/Region

Übernachtungszahlen im Kreis und der Region legen weiter zu

Main-Kinzig-Kreis/Region. Die Tourismus-Region Spessart-Kinzigtal-Vogelsberg insgesamt betrachtet verzeichnete im vergangenen Jahr 1,44 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland. Das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr – und zwölf Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Das ermittelte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rhein-Main und beruft sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, das die Beherbergungszahlen der deutschen Reisegebiete ausgewertet hat. NGG-Geschäftsführer Peter-Martin Cox spricht von einer „starken Bilanz – die jedoch nur mit dem starken Engagement der Beschäftigten überhaupt möglich ist“.

Rund 7100 Beschäftigte

Allein im Main-Kinzig-Kreis beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 7100 Menschen. „Allerdings fehlen hier zunehmend Fachkräfte – auch, weil die Branche ein waschechtes Image-Problem hat“, ist Cox überzeugt. Ein Hauptgrund: immer extremere Arbeitszeiten. Zwar gehöre das Arbeiten am Abend oder am Sonntag für Hotelfachleute und Kellner fest zum Job. „Aber in den vergangenen Jahren sind die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. Das macht nicht jeder ewig mit“, so der Geschäftsführer der NGG-Region Rhein-Main.

„Die guten Übernachtungszahlen und steigende Umsätze zeigen, wie groß der Einsatz der Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie ist“, sagt Cox. Im Main-Kinzig-Kreis arbeiteten gerade gelernte Fachkräfte „längst am Limit“. Die dürfe man nicht mit „Horror-Arbeitszeiten“ verprellen.

Schon jetzt falle es der Branche schwer genug, Schulabgänger für eine Ausbildung zu gewinnen. Bei einer aktuellen Branchenumfrage der Gewerkschaft hätten 81 Prozent der Befragten angegeben, ihre Arbeitsbelastung habe in den letzten Jahren zugenommen.

Kritik an Forderungen der Unternehmen

Cox kritisiert insbesondere die Forderungen von Unternehmern, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. „Geht es nach dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, dann sollen 13-Stunden-Arbeitstage bald zum Normalfall werden. Aber hier steht die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel. Nicht umsonst gibt es gesetzliche Grenzen“, meint der Gewerkschafter.

Bundesweit arbeitet mittlerweile jeder vierte Beschäftigte regelmäßig am Wochenende, so der aktuelle Mikrozensus. Das sind rund neun Millionen Arbeitnehmer und damit 700 000 mehr als noch im Jahr 2010. In der Hotellerie und Gastronomie liegt die Quote der Wochenendarbeiter bei 86 Prozent, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ermittelt. rg

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