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Trotz Corona: Kirchengemeinden haben kreative Ideen für Weihnachten

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Von: Monica Bielesch

Über mobile Gottesdienstformate und digitale Wege bringen die Kirchengemeinden Weihnachten dieses Jahr vor direkt vor die Haustür und bis ins Wohnzimmer der einzelnen Familien.
Über mobile Gottesdienstformate und digitale Wege bringen die Kirchengemeinden Weihnachten dieses Jahr vor direkt vor die Haustür und bis ins Wohnzimmer der einzelnen Familien. © Pixabay

Nachdem in diesem besonderen Jahr schon Ostern nicht in den Kirchengemeinden gefeiert werden konnte, fragen sich viele Menschen, wie es an Weihnachten sein wird. Denn auch für viele, die sonst nie in einen Gottesdienst gehen, gehört der Kirchgang an Heiligabend zu Weihnachten dazu wie die geschmückte Tanne oder das Plätzchenbacken.

Main-Kinzig-Kreis - „Die Verkündigung gerade in diesem Jahr zu leisten, war uns so wichtig, dass wir beschlossen haben, loszugehen zu den Menschen“, sagt Pfarrer Burkhard von Dörnberg von der evangelischen Gemeinde Issigheim.

Seine Gemeinde ist schon unter normalen Umständen immer besonders kreativ, wenn es galt Gottes Wort zu verbreiten. In diesem Jahr hat der Pfarrer gemeinsam mit Konfirmanden, Teamern und anderen Ehrenamtlichen unter dem Motto „Bethlehem ist überall“ viele Aktionen für Heiligabend geplant.

Krippenspiel auf einem Anhänger, Gottesdienst auf dem Sportplatz

Es wird ein Krippenspiel an fünf Stationen geben. Dazu bauen die Issgemer Jungs auf einem Traktor-Anhänger eine Krippe nach, und mit diesem Anhänger wird die Weihnachtsgeschichte zwischen 11 und 16 Uhr zu den Menschen gebracht. Auch wird es zwei Gottesdienste auf dem Fußballplatz in Niederissigheim geben (14 und 17 Uhr).K

urz und knapp werden alle Vorführungen und Gottesdienste gehalten, aber trotzdem feierlich und mit Musik. So haben schon Musikgruppen ihre Beteiligung signalisiert und auch die Freiwillige Feuerwehr Niederissigheim hilft mit, indem sie den Fußballplatz ausleuchtet.

Engagement für Kirchengemeinden ist groß

Dass gerade in dieser Zeit der vielen Herausforderungen sich so viele Menschen in und für die Kirchengemeinden engagieren, erfüllt Dekan Dr. Martin Lückhoff mit viel Dankbarkeit. „Ich freue mich, dass so viele hochengagiert sind und neue Wege ausprobieren“, sagt Lückhoff auf Nachfrage am Telefon.

Gerade in diesem Jahr seien die Botschaften von Weihnachten wichtig: „Friede auf Erden, fürchtet euch nicht und dass Gemeinschaft etwas ist, was wichtig ist, uns verbindet und stark macht“, so Lückhoff weiter. Es sei richtig und klug, das die Gemeinden Wege finden die Weihnachtsgottesdienste verlässlich und den Sicherheitsbestimmungen gemäß zu feiern und Weihnachtsfreude zu den Menschen zu bringen, ohne jemanden zu gefährden. „Das zeigt, welche Qualität in den Gemeinden steckt und was Pfarrerinnen und Pfarrer leisten können.“

Denn im Angesicht der Pandemie sei es als Kirche wichtig, den Menschen Hoffnung zu geben. „Wir müssen zeigen, dass Kirche unverändert da ist, erkennbar und erfahrbar ist“, meint der Dekan. Und gerade das Fest zur Geburt Christi hat dabei eine große Bedeutung. „Weihnachten ist ein Hoffnungsfest, denn wir feiern das Licht in dunkler Nacht.“ Gerade in schwierigen Zeiten kann das Erleben von Gottes Treue den menschen Glaube und Zuversicht geben. Und die Kirchengemeinden müssten nun auch die Chancen nutzen, mit viel Kreativität die Menschen zu erreichen.

Gemeinden bieten zahlreiche Online-Angebote an Weihnachten

So wie die evangelische Kirchengemeinde in Bruchköbel-Roßdorf. Dort wird es Heiligabend um 16.30 Uhr in der Reithalle Roßdorf einen Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel geben. Die Proben dazu finden mit der diesjährigen Konfirmandengruppe und anderen Darstellern per Videokonferenz statt. Auch das Krippenspiel soll per Video zur Verfügung stehen.

Überhaupt werden die Online-Angebote, die viele Gemeinden schon in ihr Repertoire aufgenommen haben, zu Weihnachten verstärkt. So sind in Bischofsheim, Heldenbergen und anderswo Livestreams geplant. In Bischofsheim und Issigheim wurden YouTube-Kanäle entwickelt, die nicht nur zur Weihnachtszeit die Kirche zu den Menschen bringt.

Der Kirchenkreis Hanau will im Internet alle Aktionen und Termine zusammenfassen, vor allem die eventuell kurzfristig nötigen Änderungen.

Angebote auch an den Weihnachtsfeiertagen

Denn Weihnachten ist mit Heiligabend noch lange nicht vorbei. Auch für den Ersten und zweiten Feiertag sind viele Angebote in Planung. Eine Besonderheit wird ein Chat-Gottesdienst sein, den der Bischofsheimer Pfarrer Jens Heller und Pfarrer Martin Abraham aus Bruchköbel am 25. Dezember um 19 Uhr über die digitale Plattform „Zoom“ anbieten wollen.

Und am 26. Dezember feiert die Gemeinde Issigheim auf dem Feld beim Anglerheim zwischen Niederissigheim und Oberissigheim eine Hirtenweihnacht.

Gottesdienste in den Kirchen nur mit begrenzter Teilnehmerzahl

All diese Angebote sollen helfen, die sonst überfüllten Gottesdienste an Heiligabend zu entlasten. Aber es wird auch die ganz „normalen“ Gottesdienste in den Kirchen geben. Allerdings oft nur mit begrenzter Teilnehmerzahl und Anmeldungen.

Pfarrer von Dörnberg: „Wir wollen mit der Vielfalt der Angebote einen dezentralen Zugang zur Weihnachtsbotschaft schaffen. Die Frohe Botschaft muss gerade jetzt kräftig und deutlich kundgetan werden. Und die Weihnachtsgeschichte erzählt ja gerade von dem fröhlichen gemeinsamen Tun.“

Kreative Ideen für Weihnachtsgottesdienste und Krippenspiele in der Region

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