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"Tischlein deck dich": Ristorante Paradies im Test

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Der Service ist im Paradies ausgezeichnet. Nette und zuvorkommende Kellner servieren das Essen und für die E-Bike-Fahrer gibt es sogar eine Ladestation. Foto: HA
Der Service ist im Paradies ausgezeichnet. Nette und zuvorkommende Kellner servieren das Essen und für die E-Bike-Fahrer gibt es sogar eine Ladestation. Foto: HA

Gelnhausen. Wird das Ristorante Paradies in Gelnhausen seinem Namen gerecht? Wir haben es getestet.

Paradies. Der Name könnte vielversprechender kaum sein. Und weil das gleichnamige Restaurant auch noch in Roth auf dem Herzberg liegt, wachsen die Erwartungen der hungrigen Tester gleich ins Unermessliche.Doch wie im wahren Leben verläuft der Weg ins Paradies nicht immer geradlinig, sondern eher kurvenreich und mit Hindernissen besetzt. So beschleichen auch die geschätzte Kollegin bei der Auffahrt zwischen Gründau und Gelnhausen so manches Mal Zweifel, ob man sich noch auf dem richtigen Weg befindet. Eines ist sicher: Rein zufällig gelangt man nicht ins Paradies.Aussicht ist großartig Irgendwann jedoch biegt der Wagen auf einen langgezogenen Parkplatz ein. Und von weitem schon ahnt der Besucher, dass die Aussicht großartig sein muss. Am Lokal angekommen werden die Erwartungen an diesem sonnigen, nahezu wolkenlosen Tag dann noch übertroffen: Dem Betrachter bietet sich ein atemberaubender Blick ins Kinzigtal.Man wählt einen Platz in der Mitte der Balustrade. An den schweren Holztischen und Bänken lässt es sich gut nieder. Breite Schirme schützen vor der Mittagssonne. Mediterran ist an diesem Tag nicht nur die Speisekarte, sondern auch das Klima auf dem Herzberg. Cannelloni mit Bolognese-SoßeDie Wahl fällt auf die Klassiker der italienischen Küche deutscher Prägung: Cannelloni mit Bolognese-Soße (8,90 Euro) und Käse überbacken dürfen es bei der Kollegin sein, der Schreiber dieser Zeilen wählt die Tortellini alla Panna mit Käsesahnesoße und Schinken (8,50 Euro).Und für den ersten Hunger bringt die Bedienung – im Übrigen sehr aufmerksam und höflich – Bruschetta (3,90 Euro), drei getoastete Weißbrotscheiben mit Tomaten, Basilikum und Öl. An Letzterem hat der Koch nicht gespart, wenngleich man ihm zugute halten muss, dass es wenigstens ein sehr gutes Öl ist, das einem vom Toast auf die Finger tropft.Hausgemachtes TiramisuDie Tortellini in Sahnesoße werden in soweit den Erwartungen gerecht, dass diese bei einem Preis von 8,50 Euro ohnehin nicht sehr hoch gesteckt waren. Das Gleiche gilt für die Cannelloni der Tischnachbarin. Immerhin: Der Nachtisch, ein hausgemachtes Tiramisu (4,50 Euro) ist ausgezeichnet und ein schöner Abschluss der Stippvisite im Paradies. 

Insgesamt bestätigt sich auch in diesem Restaurant die gute alte englische Weisheit: You'll get what you pay for“ (Du bekommst das, was du dafür bezahlst). An der Qualität muss man dann eben ein paar Abstriche machen.Otto-Normalos kommen auf ihre KostenWas das Paradies jedoch überaus sympathisch macht, ist die wohltuende Erkenntnis, dass die schönsten und exklusivsten Flecken der Erde nicht immer den Menschen mit dem dicken Geldbeutel vorbehalten sein müssen.Im Paradies kommen auch die Otto-Normalos auf ihre Kosten. Ob sich zu denen auch der neue Landrat des Main-Kinzig-Kreises zählt, ist nicht bekannt. Am Tag des HA-Besuchs jedenfalls genießt auch Thorsten Stolz unweit seines Regentensitzes den Blick in sein neues Reich. 

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