An der Karlsteiner Ortsdurchfahrt lädt unweit des Rathauses das Restaurant „Zum Karlsteinchen“ zum Essen ein. Dort gibt es Fleischspeisen auf dem Lavastein. Foto: HA

Main-Kinzig-Kreis

"Tischlein, deck dich": Heißer Stein im "Zum Karlsteinchen"

Karlstein. Uns zieht es an diesem Abend im Januar über die hessisch-bayerische Grenze hinaus. In der Gemeinde Karlstein gibt es direkt an der Ortsdurchfahrt ein nettes kleines Restaurant, das erst im Spätsommer des vergangenen Jahres unter dem Name „Zum Karlsteinchen“ neu eröffnet hat.

Es wirbt mit dem Slogan „Gutes Essen. Guter Wein. Gutes Bier“. Davon wollen wir uns selbst überzeugen. Jahrelang war in den Räumlichkeiten ein Mittelklasse-Italiener, nun bietet die in Hanau bekannte Kerstin-Katharina Hollenbach (Schaustellerbetrieb Hollenbach) dort hochwertigeres Essen an.

Eine der Vorspeisen kennen wir vom Hanauer Weihnachtsmarkt. Die Suppe im Bauernbrot vom Weihnachtsmarktstand „Alexander´s Suppenbrote“ schmeckt bei leichtem Nieselregen genauso wie bei Schneefall mit Blick auf die Brüder Grimm auf dem Marktplatz. Das wird sie sicher auch im warmen kleinen Restaurant „Zum Karlsteinchen“. Deswegen verzichten wir darauf und steigen direkt mit den Hauptspeisen ein.

Rinderfilet vom Lavastein

Neben einer Auswahl an Schnitzeln und Fleischgerichten finden sich auf der Karte auch ein paar Nudelgerichte, Salate, ein Fischgericht sowie ein paar kleinere Speisen wie Toast Hawaii und Ofenkartoffel mit Shrimps oder Lachs wieder. Wir bestellen ein „Karlsteiner Pfännchen“ für 18,90 Euro und lassen uns ein Rinderfilet auf einem Lavastein für 20,90 Euro servieren.

Der Service ist wirklich prima. Die Chefin ist sehr nett und hat die Getränke (0,5 Liter Büble-Bier und eine Maracuja-Schorle) schnell an unseren Platz gebracht. Den Vorspeisensalat bringt uns ihr Filius. Der Bub ist sehr höflich und deutet an, dass er später einmal ohne Weiteres in die Fußstapfen der Mama treten kann.

Optisch anspruchsvoll drapiert

Nach nicht allzu langer Wartezeit wird das Rinderfilet auf einem heißen Lavastein auf unseren Tisch gestellt. Wir können das rohe Fleisch nach unseren Wünschen selbst „medium“ oder „durch“ braten. Man ist also erst einmal selbst gefordert, ehe man es sich schmecken lassen kann. Wir finden daran schnell Gefallen und genießen das zarte Rinderfilet – auch wenn das Restaurant auf ein Lichtkonzept mit indirekter Beleuchtung setzt und nicht immer leicht zu erkennen ist, wie der Zustand des Filets gerade ist.

Neben dem Lavastein sind Kräuterbutter, Aioli, eine Pfeffersoße und Bratkartoffeln optisch anspruchsvoll drapiert. Dem Koch scheint die Pfeffermühle über den Bratkartoffeln aus den Händen zu gefallen sein. Das ist mehr als ein bisschen zu viel des Guten, weswegen wir einen Großteil der Beilage wieder zurückgehen lassen. Die Chefin nimmt unsere Beschwerde freundlich auf und verspricht, es an die Küche weiter zu geben.

Schnitzel, Schweinelende und Rindersteak

Unsere zweite Hauptspeise wird in einer Bratpfanne serviert. Neben den Pommes frites haben sich ein kleines Schnitzel Jäger-Art, Schweinelende und ein kleines Rindersteak versammelt. Letzteres ist etwas trocken, aber die Soße des Schnitzels kann da aushelfen.

Nachdem wir satt sind, springt uns die Tafel mit den Highlights der Woche ins Gesicht. Dort wird ein Lebkuchen-Cappuccino für 2,80 Euro angeboten. Auch wenn die Weihnachtstage schon seit ein paar Wochen vorüber sind, gönnen wir uns ein Heißgetränk. Bevor es raus in die Kälte geht, tut das sicher gut. Der Lebkuchen-Cappuccino schmeckt so gut, wie er sich anhört. So verlassen wir das Lokal zufrieden, auch wenn uns zwischendurch der etwas laut aufgedrehte Fernseher im Barbereich gestört hat. Dort wurde ein Spiel der Handball-WM gezeigt. Es lief noch die Vorrunde, weswegen uns das Handball-Fieber noch nicht ganz so gepackt hatte. Als wir im Auto sitzen, umringt uns der Duft unseres Abendessens. Unsere Jacken und Klamotten lassen uns diesen mit nach Hause tragen und finden schnell den Weg in die Waschmaschine.

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