Mehr als ein Bio-Supermarkt: Das Bistro im „Paradieschen“ bietet ein empfehlenswertes Mittagessen mit täglich wechselnder Tageskarte an. Foto: HA

Linsengericht

"Tischlein, deck dich": Gelungenes Mittagessen im "Paradieschen"

Seit 1995 existiert das „Paradieschen“, ursprünglich der erste Bio-Lieferant in der Region, gegründet in Geiselbach. Seit 2014 ist Altenhaßlau der neue Standort – dort ist ein Bistro angegliedert, in dem „alle Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau“ sein sollen. Höchste Zeit für einen Test.

Wir sind nicht die einzigen an diesem Sommertag, die sich entschieden haben, mal „ökologisch und umweltbewusst“ zu speisen. Zwar ist die Umgebung zwischen Logistikhallen mitten im Gewerbegebiet und der nahe gelegenen A66 nicht gerade anheimelnd, aber dafür überrascht das Innere. Vor allem die Angestellten, die trotz des großen Andrangs in dem hübsch eingerichteten Bistro keinerlei Hektik aufkommen lassen und jeden Gast zuvorkommend bedienen.

Die Tageskarte ist übersichtlich und besteht aus zwei Gerichten. Eines für Vegetarier, eines für Karnivoren. Das gefällt uns, denn je geringer die Zahl der Angebote, umso größer die Garantie, dass alles frisch zubereitet ist. Und für Journalisten ist es heute wirklich ein gefundenes Fressen, denn es gibt zum einen „Linsengemüse“. Und das mitten in Linsengericht. Das passt für allerlei Wortspielereien.

Das Menü

Wir wählen also das „Fruchtige Linsengemüse“ (8,90 Euro), zu dem ein Kräuterbaguette angekündigt ist. Das ist streng genommen nicht ganz korrekt, denn die sehr freundliche Dame an der Essensausgabe bietet uns sogar noch eine zweite, frisch bestrichene Sättigungsbeilage an. Angesichts des üppig gefüllten Suppentellers lehnen wir dankend ab, nehmen aber das ebenso freundliche Angebot an, uns aus dem Korb gleich noch einen Nachtisch (Apfel oder Nektarine) gratis auszuwählen.

Apropos kostenlos: Getränke müssen wir uns gar nicht kaufen. Wir bekommen zwei Gläser. Aus einem „Brunnen“ zapfen wir uns „vitalisiertes Leitungswasser“. Sehr gute Idee, denn „Krahnewasser“ reicht.

Das Gemüse schmeckt hervorragend. Rote, gelbe Paprika sind bissfest gekocht, Möhren, Zucchini ebenso herauszuschmecken wie Mango und Aprikose. Von Einheitsbrei keinerlei Spur. Hier hat ein Koch sein Handwerk gelernt. Zudem ist die Portion sättigend und lässt keine Wünsche offen. Dafür gibt es die volle Punktzahl.

Und so schmeckt es

Die Kollegin entscheidet sich für „Gefüllte Aubergine mit mediterranem Gemüse, Hackfleisch, Schafskäse und Salat“ für 9,90 Euro. An der Theke kann sie dann zwischen einem Balsamico- und einem Joghurt-Dressing wählen. Auch sie ist von ihrem Gericht – auch ohne Linsen – recht angetan.

Die Aubergine schmeckt überraschend aromatisch, das Couscous-Gemüse mundet hervorragend zu dem orientalisch angehauchten Teller. Lediglich die überbackene Schafskäsescheibe ist etwas trocken. Dafür schmecken die grünen Salatblätter frisch und knackig.

Anschließend auf Einkaufstour

Satt und zufrieden sind wir, die Teller werden blitzblank zurückgestellt. Ein guter Espresso (1,50 mit Coupon von der Essenausgabe) rundet das gelungene Mittagsmahl ab. Den Rest der Pause nutzt die Kollegin noch, um sich im angrenzenden Biosupermarkt mit frischem Gemüse für daheim einzudecken.

Demnächst werden wir wieder im Internet schauen, was das „Paradieschen“ auf der Tageskarte parat hat.

Das könnte Sie auch interessieren