Nur noch Baumstümpfe übrig: Am umstrittenen Dorfweiher hat die Gemeinde gerodet. Verwaltungsrichter haben die Aktion nun gebilligt, die Angler sind mit der Entscheidung nicht zufrieden. Foto: Ziegert

Hasselroth

Streit um Rodung am Dorfweiher: Angler kritisieren Richter

Hasselroth. Nächster Akt im Streit um den Dorfweiher: Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat die umstrittenen Baumschnittarbeiten in Neuenhaßlau für rechtens erklärt. Das wollen die Angler so nicht hinnehmen. Sie wollen gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.

Von Andreas Ziegert

Auf Antrag der Gemeinde Hasselroth hatte die Untere Wasserbehörde des Main-Kinzig-Kreises diese Maßnahmen Ende Februar zugelassen, die als Vorbereitung der geplanten Verfüllung des Gewässers noch vor Beginn der Brut- und Setzzeit durchgeführt werden sollten (wir berichteten).

Der Angelsportverein Hasselroth (ASV), als Pächter des Dorfweihers, hatte dagegen Widerspruch eingelegt und will nun auch gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes vorgehen.Roth kündigt Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof anASV-Vorsitzender Thomas Roth meinte zum Beschluss der Richter: „Begründet wird die Entscheidung unter anderem mit dem Hessischen Fischereigesetz, welches mit dem eigentlichen Antrag jedoch nichts zu tun hat. Es geht um den zumindest teilweisen Entzug des Pachtrechts an dem Dorfweiher und die wasserrechtliche Plangenehmigung der Unteren Wasserbehörde.“

Roth kündigte an, beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel Beschwerde einzulegen. „Es ist schon sehr verwunderlich, wie schnell das Verwaltungsgericht Frankfurt speziell im Falle des Dorfweihers reagierte.“ So sei der Antrag des ASV nach Eingang im Gericht noch am gleichen Tag beschieden worden, obwohl die Friststellung der Stellungnahme erst um Mitternacht abgelaufen wäre.ASV erhebt Vorwürfe gegen das Gericht„In einer solchen Rekordgeschwindigkeit zu agieren, lässt darauf schließen, dass sich das Gericht weder die Mühe gemacht hat, sich mit den Argumenten des ASV zu beschäftigen, noch sich mit den Gutachten auseinandergesetzt hat. Es wurde speziell in diesem Fall nicht die gebotene Sorgfalt walten lassen.“

„Offenkundig scheint das Gericht bereits vor Ablauf der Friststellung der Stellungnahme eine Entscheidung getroffen zu haben.“ Der ASV wirft damit dem Gericht vor, mit seiner Vorgehensweise das Grundrecht des Antragstellers (ASV) auf rechtliches Gehör verletzt zu haben. Es wurde lediglich die Gemeinde Hasselroth, vertreten durch den Gemeindevorstand, zu diesem Verfahren beigeladen und der ASV außen vor gelassen“, so Roth weiter.Angler sehen Rechte missachtetNach Ansicht der Angler wurden ihre Rechte an diesem Verfahren missachtet. Roth abschließend: „Es ist sehr erschreckend, dass hier anscheinend geltendem Recht unter Zuhilfenahme welcher Mittel auch immer ‚auf die Sprünge‘ geholfen werden soll. Eine Beeinflussung des Gerichtes von außen scheint zumindest augenscheinlich möglich zu sein. Wie sonst sollte man sich solch eine rapide Gerichtsentscheidung erklären? Jedenfalls wird der ASV diesen Beschluss nicht so einfach hinnehmen.“

Der Streit um die Zukunft des Dorfweihers tobt mittlerweile seit Monaten: Nach dem die Standfestigkeit eines Hanges angezweifelt wurde, hat die Gemeindevertretung die Teilverfüllung des Gewässers beschlossen und ein von der Interessengemeinschaft „Rettet den Dorfweiher“ beantragtes Bürgerbegehren abgelehnt. Auch gegen diese Entscheidung läuft ein entsprechendes Verfahren.

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