Die Steuerschraube dreht sich weiter: Vor allem Hausbesitzer müssen in einigen Kommunen immer mehr bezahlen. Der Hebesatz für die Grundsteuer B liegt im Kreis durchschnittlich bei 444 Prozent (Symbolbild).

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Steuererhöhungen: Hanau, Maintal und Großkrotzenburg an Spitze

Main-Kinzig-Kreis. Viele Städten und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis haben kräftig an der Steuerschraube gedreht: Hanau und Maintal haben die höchsten Gewerbesteuerhebesätze im Kreis, Großkrotzenburg hat bei der Grundsteuer B zugeschlagen. Eine Übersicht:

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat die aktuelle Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Kreis kritisch unter die Lupe genommen und „Außreißer“ benannt. Zweimal belegte dabei Großkrotzenburg den Spitzenplatz.

„Unser diesjähriger Vergleich aller Steuersätze zeigt, dass es vielerorts erneut zu Steuererhöhungen kam. Seit 2011 wurden insbesondere die Hebesätze der Grundsteuer B oft gleich mehrfach erhöht“, erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des BdSt Hessen in einer Pressemitteilung. So habe Ronneburg seitdem in jedem Jahr den Hebesatz der Steuer für bebaute Grundstücke heraufgesetzt. Auch in Hammersbach und Hasselroth wurden jeweils fünf Erhöhungen beschlossen. Hanau und Maintal an der SpitzeIm Jahr 2017 hoben insgesamt 13 der 29 kreisangehörigen Kommunen mindestens eine Steuer an. Biebergemünd, Hammersbach, Langenselbold, Linsengericht, Neuberg und Ronneburg steigerten sogar alle drei Realsteuerhebesätze – Neuberg bereits zum zweiten Mal hintereinander.Auch in diesem Jahr verlangen Hanau mit 430 Prozent und Maintal mit 410 Prozent die höchsten Gewerbesteuerhebesätze im Kreis, macht der Steuerzahler-Verband deutlich. Durch die Erhöhung belegt Neuberg (plus 25 Punkte) gemeinsam mit Hasselroth mit 400 Prozent den dritten Rang. Am wenigsten belastet werden die Gewerbesteuerzahler mit 300 Prozent in Gründau. Kräftigste Anhebung in Großkrotzenburg und Langenselbold Als „dramatisch“ wertet der Steuerzahlerbund die erneuten Hebesatzsteigerungen bei der Grundsteuer B. Nachdem im vergangenen Jahr zehn Städte und Gemeinden an der Steuerschraube gedreht hatten, waren es in diesem Jahr noch einmal elf. Diesmal seien die Steigerungsraten „besonders drastisch“: So steigerten gleich sechs Kommunen den Hebesatz um 100 oder mehr Punkte. Die kräftigste Anhebung müssen die Steuerzahler in Großkrotzenburg und in Langenselbold verkraften, wo der Hebesatz um jeweils 150 Punkte erhöht wurde.Gründau hat niedrige Hebesätze Aufgrund der genannten Erhöhung ist Großkrotzenburg in diesem Jahr mit 620 Prozent Spitzenreiter im Landkreis, dicht gefolgt von Hanau mit 595 und Schöneck mit 590 Prozent. Die dortige Belastung durch die Grundsteuer B liegt weit über dem Kreisdurchschnitt von 444 Prozent.Dieser Wert stieg gegenüber dem Vorjahr um 38 Punkte an. Landkreisweit am wenigsten werden die Bürger und Betriebe in Gründau zur Kasse gebeten. Hier beschlossen die Gemeindevertreter erneut einen Hebesatz von lediglich 200 Prozent. Drastische Steigerung in Hammersbach Die weniger ertragreiche Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen wurde von zehn Kommunen erhöht. Wie bei der Grundsteuer B wurden auch hier meist besonders drastische Steigerungen beschlossen. Dabei liegt Hammersbach mit einem Aufschlag von 160 Punkten ganz vorn. Den „unrühmlichen Spitzenplatz des Kreises“, so Papendick, habe auch in dieser Rangliste die Gemeinde Großkrotzenburg inne, wo 620 Prozent aufgerufen werden. Dagegen verlangen Gründau mit 200 Prozent und Biebergemünd mit 220 Prozent am wenigsten. Der Kreisdurchschnittswert stieg um 36 Punkte auf 414 Prozent an.Wenig Veränderungen bei BagatellsteuernBei den Bagatellsteuern, die nur kleinere Summen in die Etats einbringen, gab es 2017 nur wenige Veränderungen: So erhöhten Hasselroth und Linsengericht die Hundesteuersätze, Hasselroth zudem auch die Steuer für gefährlich eingestufte Hunde, die in diesem Jahr nun auch in Gründau und Linsengericht eingeführt wurde. Dagegen senkte Maintal den Hundesteuersatz. Hanau führte eine Zweitwohnungsteuer von zwölf Prozent der Jahresnettokaltmiete ein.

Die detaillierten Auswertungen für den Main-Kinzig-Kreis sind im Internet unter www.steuerzahler-hessen.de zu finden. 

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