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Hygienemaßnahmen: Was für alle Menschen derzeit gilt, gilt rund um die Pflegeeinrichtungen in einem noch strengeren Rahmen.

Verlangsamen ist das Stichwort

Sozial- und Gesundheitsdezernentin Simmler fordert höchste Sensibilität in der Altenpflege

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Die Altenheime und Pflegeeinrichtungen gelten in Corona-Zeiten als umso schützenswerter, als es sich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern praktisch durchweg um Menschen aus Risikogruppen handelt.

„Das hohe Alter, die vielzähligen Vorerkrankungen bei den Menschen, all das fordert vom Personal, den Angehörigen wie auch von den Menschen in den Einrichtungen selbst höchste Sensibilität und Vorsicht ab“, erklärt Sozial- und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) in einer Pressemitteilung.

 „Was für grundsätzlich alle Menschen in diesem Land gilt, gilt rund um die Pflegeeinrichtungen in noch mal strengerem Maße: Wir müssen die sozialen Kontakte reduzieren, alle Hygienestandards auf höchstem Level halten und die Gefahr einer Infektion mit allen Möglichkeiten, die wir haben, verhindern.“ 

Strikte Einhaltung der Besucherbeschränkungen

Die Erste Kreisbeigeordnete hat in einem neuerlichen Schreiben an das Personal aller stationären und teilstationären Einrichtungen am Donnerstag auf die veränderte Situation und erneut auf eine strikte Einhaltung bei den Besuchsbeschränkungen hingewiesen. Das sei notwendig, um die Menschen bestmöglich zu schützen, die ein ganz besonderes Risiko haben, „was unser aller oberstes Ziel derzeit ist“, so Simmler. „Meine Befürchtung ist, dass wir die besonders schweren Zeiten noch nicht hinter uns haben, sondern noch vor uns. Diese Zeit müssen wir bestmöglich nutzen, um uns vorzubereiten. 

Hierbei geht es um verlangsamen, verlangsamen, verlangsamen“, so Simmler zu den derzeitigen Vorbereitungen. Jeder an seinem Platz und in Wahrnehmung seiner Verantwortung müsse jetzt vieles entscheiden, was vielleicht im Nachgang einmal von Bund oder Land kritisiert werde, führt Simmler weiter aus. Dabei sollen sich „aber bitte alle Verantwortlichen in den Pflegediensten, in den stationären Einrichtungen in den 29 Städten und Gemeinden immer von dem Schutz der Menschen leiten lassen“. 

"Was wäre, wenn"

Zudem habe Simmler als Gesundheitsdezernentin bereits vor einer Woche die Order ausgegeben, im Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises auch den Fall „Was wäre, wenn“ zu planen. Die Experten aus dem Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises hätten sich daraufhin eine Strategie der Isolierung überlegt. Diese Strategie beinhalte unter anderem auch, bei einem möglichen Eintrag des Coronavirus in eine stationäre Pflegeeinrichtung im Main-Kinzig-Kreis auf schnellstem Wege eine Isolierung der zu Pflegenden in einer derzeit freien Reha-Klinik im Main-Kinzig-Kreis vorzunehmen. 

„Ich danke ausdrücklich den Reha-Kliniken unserer Region, dass wir hier auf offene Ohren gestoßen sind. Es ist unsere Verantwortung, auch diese Szenarien zu planen und damit vorbereitet zu sein für einen Fall, der hoffentlich nicht eintreten wird“, macht Simmler deutlich. Daher begrüße sie auch, dass einige Städte und Gemeinden in einen engen Austausch mit den Einrichtungen getreten seien. Dies führe im Ernstfall dazu, dank der Vernetzung wertvolle Zeit zu gewinnen. 

Gezielte Hinweise zum Schutz

Die Hinweise zum Schutz der Einrichtungen vor einem Coronavirus-Fall und einer möglichen Verbreitung gehen seit dieser Woche auch noch einmal gezielt an die Bewohnerinnen und Bewohner. „Wir sind hier natürlich auf die Mitarbeit der Seniorinnen und Senioren angewiesen, einerseits. Ich appelliere aber auch an die Angehörigen, mit Verständnis und Bekräftigung unserer Maßnahmen in unser aller Sinne auf die Bewohnerinnen und Bewohner einzuwirken, dass sie sich selber auch komplett an diese notwendigen Regeln halten“, ergänzte Simmler. 

Susanne Simmler verband ihr Schreiben an die Alten- und Pflegeeinrichtungen mit einem ausdrücklichen Dank ans Personal. Es gebe derzeit „systemwichtige“ Bereiche in der Gesellschaft, „die jetzt unter Volllast fahren, Bereiche, die für das Fortbestehen unserer Gesellschaft, die für die Gesundheits- und Daseinsfürsorge unverzichtbar sind, Bereiche, die in der Zwischenmenschlichkeit und der Sorgekultur eben keine Distanz wahren können und wollen, die anpacken, um anderen Menschen zu helfen“. Dafür bedanke sie sich bei all jenen, die in diesen Bereichen arbeiteten und für das Wohl anderer einträten, nun auch unter verschärften Sicherheitsbedingungen: 

Dank an die Mitarbeiter

„Ich danke Ihnen dafür, dass Sie gerade auch jetzt Ihre Abläufe, Vorkehrungen und auch Ihr Engagement noch einmal ausbauen“, heißt es in dem Schreiben an die Mitarbeiter der stationären und ambulanten Pflege im gesamten Main-Kinzig Kreis. „Es muss uns gelingen, die Versorgung aufrecht zu halten. Deswegen werden wir uns ab der kommenden Woche auch – genau wie wir das bei den Ärztinnen und Ärzten tun – einen Überblick verschaffen über die Versorgungssituation mit Schutzmaterialien“, kündigte sie für den Main-Kinzig-Kreis an. 

Der Kreis fordere weiterhin von Land und Bund, für Versorgungssicherheit zu sorgen, aber die Region könne „auch auf die Hilfe des Main-Kinzig-Kreises bauen“: „Wir tun das, was notwendig und uns möglich ist. Das gilt für die ambulanten medizinischen Strukturen genau wie für die ambulanten und stationären Strukturen in der Pflege“, so Simmler. 

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