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SPD profitiert vom Schulz-Effekt - CDU schweigt

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Während die CDU über ihre Mitgliederentwicklung schweigt, profitiert die SPD vom Schulz-Effekt (Symbolbild).
Während die CDU über ihre Mitgliederentwicklung schweigt, profitiert die SPD vom Schulz-Effekt (Symbolbild).

Main-Kinzig-Kreis. Die Kreis-SPD profitiert vom Schulz-Effekt: Während es in den vergangenen beiden Jahren kaum neue Mitglieder gab, gab es seit der Kür des ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments aus Würselen bis zur Vorwoche etwa 30 Neueintritte in die Kreis-SPD. Die CDU hingegen schweigt über ihre Mitgliederentwicklung.

Von Hanns Szczepanek (KN)

Seit der Vorstellung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat können die Genossen ihr Glück kaum fassen: Nicht nur in Umfragen haben sie kürzlich erstmals seit Jahren die Union überholt, sondern es gibt unerwartet viele Parteieintritte zu verzeichnen. Das gilt auch für die SPD Main-Kinzig.

Zwischen Hintersteinau und Großkrotzenburg hat es seit der Kür des ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments aus Würselen bis zur Vorwoche etwa 30 Neueintritte in die Kreis-SPD gegeben. Dies teilte deren Geschäftsführer Maik Zimmer auf Anfrage mit. Im vergleichbaren Zeitraum der Jahre 2015 und 2016 habe dieser Wert „im niedrigen einstelligen Bereich“ gelegen.SPD muss noch Boden gut machenUnter dem Strich hat die SPD im Kinzigtal aber noch Boden gut zu machen, denn die Parteiaustritte zurückliegender Jahre sind noch nicht aufgeholt. Laut Zimmer betrug der Mitgliederstand Ende vergangenen Jahres 3589. Ende 2015 waren es noch 3668 und im Jahr davor 3762. Unter „Austritte“ fallen auch Sterbefälle.Der Kreisverband der CDU, ebenfalls eine Volkspartei und zweitstärkste Kraft im Kreistag, wollte unserer Zeitung trotz mehrfacher Nachfrage weder den aktuellen Mitgliederstand noch den der beiden Vorjahre nennen. Hinter vorgehaltener Hand wird auch in Parteikreisen erzählt, dass die Mitgliederentwicklung bei der CDU Main-Kinzig alles andere als erfreulich sei. Zum Teil wird von „erdrutschartigen“ Verlusten berichtet.Affäre um KaninchenjagdDies liege jedoch weniger an der Politik von Kanzlerin Merkel, sondern an erheblichen Differenzen zwischen dem gegenwärtigen Führungspersonal der Kreispartei und altgedienten Fahrensleuten. Hierzu gehört auch die Affäre um die sogenannte Kaninchenjagd im vorigen Jahr, bei der es im Kern um Vorwürfe jahrelangen Mobbings in der Kreis-CDU ging.Die Kreis-FDP freut sich über gut 30 Neueintritte im Jahr 2016, wodurch die nach dem Scheitern der Liberalen bei der Bundestagswahl 2013 zurückgegangene Mitgliederzahl mit 302 wieder über die 300er-Marke gestiegen sei, erläutert FDP-Kreisvorsitzender Kolja Saß.Stabile Werte bei den GrünenBündnis90/Die Grünen verzeichnen im Kinzigtal recht stabile Werte bei den Mitgliederzahlen. Zum Jahresende 2016 registrierte der Kreisverband Main-Kinzig 245 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es nach Angaben von Kreistagsfraktionschef Reiner Bousonville 234 und Ende 2014 exakt 243.Laut AfD-Kreisvorstandssprecher Dr. Wolfram Maaß hat die Partei Alternative für Deutschland im Kreisgebiet derzeit 131 Mitglieder. Ende 2014 habe die Anzahl durch den Umbruch nach dem Weggang von Parteigründer Bernd Lucke bei 100 gelegen. Ein Jahr später sind bei der AfD 110 Mitglieder vermerkt, und Ende 2016 seien es 125 gewesen.Exakte Anzahl schwer zu bestimmenDie Linkspartei meldet zu Beginn dieses Jahres 122 Mitglieder. In den beiden Jahren zuvor habe der Kreisverband Main-Kinzig unverändert 118 Mitglieder gezählt. Nicht direkt vergleichbar mit den Parteien ist der Mitgliederstand bei den Freien Wählern Main-Kinzig, welcher nach Auskunft aus dem Kreisvorstand „im oberen zweistelligen Bereich“ rangiert.Allerdings sei nicht jedes Mitglied einer örtlichen Wählergemeinschaft automatisch Mitglied im Kreisverband. In diesem seien mitunter ganze Ortsverbände Mitglied und somit die exakte Anzahl der Personen nur schwer zu bestimmen.

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