In einem neuen Drohbrief wird wieder das Leben von Landrat Erich Pipa (rechts) bedroht. Archivfoto: Backhaus-Arnold

Main-Kinzig-Kreis

Neuer Drohbrief gegen Erich Pipa

Main-Kinzig-Kreis. Die Drohungen gegen Landrat Erich Pipa (SPD) gehen weiter: Im Mai ging ein erneutes anonymes Schreiben in der Kreisverwaltung ein, wieder unterzeichnet mit „Initiative Heimatschutz Kinzigtal“.

Von Andreas Ziegert

Während die Polizei bei der Suche nach den oder dem Briefeschreiber(n) offenbar weiterhin im Dunkeln tappt, hat sich der Kreistag mit einer Resolution jetzt einstimmig hinter den Landrat gestellt. Der Brief wurde an den Staatsschutz übergeben.„Ich kann mir nur wünschen, dass endlich diese Täter gefunden werden“, bezeichnete Pipa die Absender als „feiges Pack“, die nicht bereit seien, ihren Namen öffentlich herzugeben und daher anonym schreiben. Der Inhalt des jetzt eingegangenen Briefes wurde im Detail nicht bekannt, allerdings soll der Ton wieder deutlich schärfer sein.Schreiben soll Drohungen gegen Leben enthaltenIn dem zuletzt im März eingegangen Schreiben war der Landrat „nur“ beleidigt und aufgefordert worden, im nächsten Jahr nicht erneut zu kandidieren. Das neuerliche Schreiben soll nun wieder konkrete Drohungen gegen Pipa als Person und sein Leben enthalten. Angefangen hatte die Serie der anonymen Briefe im Juli des vergangenes Jahres.Es folgte im September ein weiteres Schreiben mit der konkreten Ankündigung, dass das Leben des Landrates beim Fahrradsonntag „Kinzigtal Total“ gefährdet sein könnte, woraufhin er Polizeischutz erhielt. In den Folgemonaten gab es weitere Sendungen, oftmals unterzeichnet mit „Initiative Heimatschutz Kinzigtal“, zwischenzeitlich hatte die Redaktion des Gelnhäuser Tageblattes mehrere Schreiben erhalten, unter anderem von der „IG Nazijäger“, die den anonymen Verfassern eine Gegenreaktion ankündigte.Kreistagsabgeordnete unterstützen Pipa„Diese anonyme Briefe sind ein Angriff auf unsere demokratische Strukturen und die kommunalpolitische Arbeit im Main-Kinzig-Kreis“, stellte Kreistagspräsident Rainer Krätschmer (SPD) die Resolution vor, mit der alle anwesenden 85 Kreistagsabgeordneten ihre Unterstützung von Landrat Erich Pipa ausdrückten.„Solche verbalen Einschüchterungsversuche sind keine Instrumente einer inhaltlichen Auseinandersetzung, sondern eine Gefahr für das gesellschaftliche Gleichgewicht und die innere Sicherheit. Der politische Extremismus in jeder Ausrichtung und Erscheinungsform darf von den demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Vereinen und Verbänden keinesfalls toleriert werden“, heißt es darin weiter.Erschreckendes Zeugnis für Extremismus und HassDie Äußerungen aus dem offensichtlich rechtsextremen Umfeld in Verbindung mit diversen Drohungen seien ein erschreckendes Zeugnis für Extremismus und Hass. Dabei gehe es nicht um Meinungsfreiheit oder politische Debatten, sondern schlicht um Hetze gegen Landrat Pipa und den Versuch der Einschüchterung.Abschließend heißt es in der Resolution: „Es ist eine dramatische Entwicklung, wenn gewaltbereite Extremisten oder Antidemokraten die politische Agenda bestimmen können. Vor diesem Hintergrund betrachten es die Unterzeichner als ihre politische Verantwortung, die Bevölkerung zu sensibilisieren und frühzeitig solche Fehlentwicklungen im Main-Kinzig-Kreis zu thematisieren und zurückzuweisen.“

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