Hugo Klein. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht abzuschätzen. Archivfoto: Privat

MainKinzigKreis

Nachfolge von Hugo Klein soll am Freitagabend geklärt werden

Main-Kinzig-Kreis. So spannend war eine Nominierung für ein politisches Amt seit Jahren nicht mehr: Bei der CDU gehen am Freitagabend fünf Bewerber ins Rennen um die Kandidatur für den Landtagswahlkreis Main-Kinzig I. Sie alle wollen Nachfolger von Hugo Klein (Freigericht) werden, der im Oktober nicht mehr antritt.

Von Thorsten Becker

„Das Rennen ist völlig offen“, heißt es seit Tagen immer wieder aus CDU-Kreisen. In den vergangenen vier Wochen hat sich das Quintett aus zwei Frauen und drei Männern in den Stadt- und Ortsverbänden vorgestellt. Teilweise öffentlich, teilweise intern.

Lucia Wörner-Böning (Nidderau), Antje Kratzla-Knauer (Hanau-Mittelbuchen), Volker Rode (Gelnhausen), Max Schad (Großkrotzenburg), und Gerhard Mohn (Langenselbold) hatten für das Nominierungsverfahren ihren Hut in den Ring geworfen.

Idee zu Vorwahlkampf stammt von KleinKlein selbst hatte nach der Bekanntgabe seines Kandidatur-Verzichts dieses Prozedere eines Vorwahlkampfs vorgeschlagen und sich mit den CDU-Vorständen aus dem Wahlkreis 40, zu dem die Städte Langenselbold, Bruchköbel und Nidderau sowie die Gemeinden Freigericht, Gründau, Hammersbach, Hasselroth, Neuberg, Rodenbach, Ronneburg und Schöneck zählen, zusammengesetzt.

Wie offen das Rennen ist, zeigt auch die Tatsache, dass eine abschließende Runde der elf CDU-Vorstände, die ursprünglich am vergangenen Wochenende geplant war, abgesagt wurde. „Es gibt keine Empfehlung, die Delegierten sollen entscheiden“, sagte Klein gestern dem HA auf Anfrage. An Spekulationen wollte er sich nicht beteiligen. „Das sind Glaskugelspiele.“ Aber er zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der „sehr offenen Personaldiskussion“, bei dem sich alle Bewerber vorgestellt haben.

Nur einer kann gewinnen„Es sind alle fünf ordentliche Kandidaten“, so Klein, der ganz bewusst darauf verzichtet hat, selbst einen möglichen Nachfolger vorzuschlagen. Das Konzept, „die Basis einzubinden“, sei seiner Meinung nach aufgegangen. „Am Ende wird es aber so sein, dass von den fünf nur einer gewinnen kann“, sagte Klein und verbindet damit die Hoffnung, dass die Unterlegenen dann trotzdem die Frau oder den Mann, der sich für die CDU um das Direktmandat im Landtag bewirbt, voll unterstützen werden.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir ein Bewerbungsverfahren in dieser Größenordnung hatten“, berichtete Manfred W. Franz, der Leiter des Wahlbüros, der sich Mitte der 70er Jahre selbst einmal als Ersatzkandidat für den CDU-Landtagsabgeordneten Richard Bayha beworben hatte. Auch er zeigte sich mit dem Auswahlverfahren zufrieden.

Bewerber haben sehr unterschiedliche VoraussetzungenEin genauer Blick auf die fünf Bewerber zeigt, dass diese ganz unterschiedliche Erfahrungen und Qualifikationen mitbringen. Max Schad und Gerhard Mohn sind in der Kommunalpolitik am meisten bewandert.Schad ist Fraktionsvorsitzender in der Gemeindevertretung, Kreistagsabgeordneter und dürfte nicht zuletzt als Leiter des Berliner Büros der Bundestagsabgeordneten Katja Leikert (Bruchköbel) sowie Mitglied des Bundesvorstandes der Jungen Union bestens vernetzt sein.

Mohn dagegen ist ebenfalls ein politisches Schwergewicht. Er führt den CDU-Stadtverband Langenselbold und ist Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung. Zudem hat er ein Jahrzehnt das Amt des Stadtverordnetenvorstehers ausgeübt.

„Es wird eng und schwer für Gerhard Mohn.“Mohns Vorteil ist, dass er direkt im Wahlkreis wohnt, während Schad als Großkrotzenburger von außerhalb kommt und über keine „Hausmacht“ in dem recht heterogenen Wahlkreis verfügt. Schads Vorteil hingegen dürfte die Nähe zum CDU-Stadtverband Bruchköbel sein, während Mohn zuletzt nur knapp als Sieger der innerparteilichen Scharmützel in Langenselbold hervorgegangen ist. Das hatte Mohns Stellvertreter Tobias Dillmann bereits während des Heringsessens seiner Partei mit den Worten bewertet: „Es wird eng und schwer für Gerhard Mohn.“

Schwer einzuschätzen sind die Chancen von Volker Rode. Der Steinmetz- und Stadtbildhauer aus Gelnhausen war dort Fraktionsvorsitzender und ist vor allem in der Mittelstandsvereinigung (MIT) auf Landes- und Bundesebene aktiv.

Weniger kommunalpolitische Erfahrung bei den FrauenDie beiden Frauen im Rennen verfügen im Vergleich dazu über deutlich weniger kommunalpolitische Erfahrungen – was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Lucia Wörner-Böning war bislang Mitbegründerin und Sprecherin der Bürgerinitiative „Ja zum Mischgebiet an der Bundesstraße 521“ und ist Ortsbeirätin in Eichen. Dafür dürfte sie auf den CDU-Stadtverband Nidderau, der von ihrem Mann geleitet wird, vertrauen.

Den Vorteil, dass sie ein „neues Gesicht“ bei der CDU wäre, teilt sich Wörner-Böning mit der fast gleichaltrigen Antje Kratzla-Knauer, die sich mit Kommunikation bestens auskennt und in der Frauen Union sowie als stellvertretende Vorsitzende der CDU Mittelbuchen aktiv ist.

Nun haben alleine die Delegierten bei ihrer Versammlung am Freitagabend ab 18.30 Uhr im Bürgerhaus Oberissigheim das Sagen.

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