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Nach Macheten-Angriff: 26-Jährige muss Schmerzensgeld zahlen

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Am Ende der Verhandlung wurde es kurios: Die Angeklagte und ihr Verteidiger waren sich darüber uneining, ob sie das Urteil akzeptieren sollen. (Symboldbild)
Am Ende der Verhandlung wurde es kurios: Die Angeklagte und ihr Verteidiger waren sich darüber uneining, ob sie das Urteil akzeptieren sollen. (Symboldbild)

Gelnhausen. Eine 26-Jährige aus Steinau hat bei einer Wohnungsdurchsuchung im Dezember 2016 einen Polizisten mit einer Machete verletzt. Jetzt wurde sie vom Amtsgericht Gelnhausen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Von Andreas ZiegertKurios wurde es vor allem am Ende des Prozesses: Angeklagte und Verteidiger waren sich darüber uneinig, ob sie das Urteil akzeptieren sollten. Am 14. Dezember 2016 suchten mehrere Polizisten die Wohnung der 26-Jährigen und ihres Lebensgefährten auf. Bei dem Pärchen wurde eine Schusswaffe vermutet, die schließlich auch gefunden wurde.

In den laut Aussage des Polizisten „völlig vermüllten Räumen“ entdeckten die Beamten allerdings auch zwei Macheten, die laut ihrer Auffassung gegen das Waffengesetz verstießen.Beamte vergessen Macheten Die Angeklagte und ihr inzwischen in Haft sitzender Freund machten es der Polizei aber bei der Durchsuchungsaktion nicht leicht, vermutlich spielte ihr Drogenkonsum dabei eine nicht unerhebliche Rolle.

Den Mann nahmen die Beamten mit zur Wache, vergaßen beim Verlassen der Wohnung jedoch die beiden Macheten. Also kehrten sie wenig später zurück und trafen in der Wohnung wieder auf die Angeklagte.Vodka getrunken und Drogen konsumiertEin 56-jähriger Beamter der Polizeistation Schlüchtern wollte die beiden Macheten gerade abtransportieren, als die Frau plötzlich an einem der Griffe zog. Eine Machete glitt durch die Hände des Polizisten und schnitt ihm trotz des Handschuhs eine tiefe Wunde in den Daumen, die später im Krankenhaus mit zehn Stichen genäht werden musste. Die Verletzung wird ihn laut seiner Aussage auch in Zukunft weiterhin beeinträchtigen.

Die Angeklagte ließ über ihren Verteidiger erklären, dass sie vor der Durchsuchung zwei Gläser Wodka getrunken und Drogen konsumiert habe. Daher habe sie die Situation nur verschwommen wahrgenommen. Bei den Macheten soll es sich um Sammlerstücke handeln, zudem hätte sich der Polizist nicht verletzt, wenn er diese in das Futteral gesteckt hätte. Der Verteidiger fordert einen Freispruch. Die 26-Jährige zeigte sich hingegen schon in ihrem Schlusswort einsichtig. „Das wird nicht wieder vorkommen“, entschuldigte sie sich auch persönlich bei dem Polizisten.Bewährungszeit von drei JahrenBei den unterschiedlichen Ansichten blieb es auch nach dem Urteilsspruch: Die Angeklagte erklärte sich direkt nach der Verkündung auf Nachfrage des Gerichts mit der Entscheidung einverstanden, der Verteidiger hingegen nicht. „Sie hat das gar nicht richtig verstanden“, so seine Einschätzung.

Strafrichter Dr. Wolfgang Ott fragte daher noch einmal nach und bekam wieder die Zustimmung der Angeklagten. Anschließend erklärte der Richter das Urteil für rechtskräftig. Neben der Strafe wurde die Bewährungszeit auf drei Jahre festgesetzt. Außerdem muss die 26-Jährige dem Beamten ein Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro zahlen.

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