Der Würzburger Domorganist Stefan Schmidt eröffnete in der Somborner Sankt-Anna-Kirche am Dienstagabend die 22. Sommerlichen Musiktage Hof Trages mit einem anspruchsvollen Programm. Foto: Esther George

Freigericht/Rodenbach

22. Musiktage Hof Trages: Organist beeindruckt zum Auftakt

Freigericht/Rodenbach. Bereits zum 22. Mal finden derzeit die von den Gemeinden Freigericht und Rodenbach veranstalteten Sommerlichen Musiktage Hof Trages statt. Und zum dritten Mal wurden sie mit einem Orgelkonzert eröffnet.

Von Esther George

Dabei präsentierte der Domorganist und Dozent Professor Stefan Schmidt aus Würzburg ein sehr anspruchsvolles Programm mit Werken von Bach und Brahms. Damit beeindruckte er am Dienstagabend in der Somborner Sankt-Anna-Kirche, die recht gut besucht war.

Virtuosität und Präzision kennzeichneten das Spiel von Schmidt, der mit Johannes Brahms' Variationen und Fuge über ein Thema von Händel ein gewaltiges und ebenso komplexes Werk in den Mittelpunkt seines Konzerts rückte. Ursprünglich für Klavier komponiert, beeindrucken die 25 Variationen in der Orgelbearbeitung von Martin Schmeding nicht minder. Den brahmschen Einfallsreichtum – obgleich formal sehr an der Händel-Vorlage orientiert – unterstrichen die vielfältigen Orgelregister und Schmidts vitale Interpretation. Zwischen verspielter Virtuosität, expressiver Emotion und zarter Schlichtheit changierte der Organist und servierte seinen Zuhörern gekonnt die immer wieder neuen Facetten des Themas bis zur pompösen Fuge am Schluss, mit der Brahms eine Hommage an Johann Sebastian Bach erweist.

Explosive Steigerung am Ende

Bachs inniges Choralvorspiel „Schmücke dich, o liebe Seele“ und das sehr festliche Präludium und Fuge in C-Dur BWV 547 standen beim Auftaktkonzert der 22. Sommerlichen Musiktage Hof Trages zu Beginn auf dem Programm und auch dabei erschlossen sich unter Schmidts transparenter, geradliniger Spielweise die polyphonen Strukturen.

Zum Schluss brillierte der Domorganist mit einer eigenen Improvisation über „Jubilate Deo“ von Jean-Jacques Grunenwald, einer sehr narrativen, beinahe gestischen Musik mit klar gezeichneten Motiven, deren explosive Steigerung am Ende die Wirkung zum Finale nicht verfehlte. Zur Freude des Publikums spielte Schmidt als Zugabe eine Variation über das St.-Anna-Kirchenlied, was die Zuhörer am Ende einstimmig und glücklich seufzend mit „Sehr schön!“ kommentierten.

Besucher können sich auf ein vielfältiges Programm freuen

Gelegenheit, „sehr vielfältige Musik zu hören“, so Helmuth Smola, künstlerischer Leiter der Sommerlichen Musiktage Hof Trages, haben die Besucher noch bis zum kommenden Sonntag. Am Donnerstag, 1. August, spielt das Trio Mosaik in der Schlosskapelle, am Freitag, 2. August, tritt die Frankfurter Jazzband im Schlosspark auf.

Am Samstag, 3. August, gibt es ein A-cappella-Konzert mit der Gruppe The Ringmasters, bevor am Sonntag, 4. August, das Main-Kinzig-Kammerorchester mit der traditionellen Open-Air-Sommerklassik die Sommerlichen Musiktage beendet. Karten gibt es unter anderem im Hanau Laden unter Telefon 0 61 81/25 85 55. Nähere Infos zum Programm im Internet.›› musiktage-trages.de

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