Seit der Kindheit vom Fliegerhorst in Erlensee begeistert: Gründungs- und Vorstandsmitglied Bohdan Semeniuk (links) begeistert sich für Flugzeuge. Ein Jahr unermüdliche Arbeit investierte Rainer Stephan in den Nachbau der Hanauer Marienkirche. Fotos: Gabriele Reinartz

Main-Kinzig-Kreis

Modellbauer stellen ihre detailgetreuen Nachbildungen aus

Main-Kinzig-Kreis. „Mein Interesse am Modellbau hat sich bereits in der Schule entwickelt. Damals hatten wir zwei Stunden Werken“, erzählt Karlheinz Schürmann. „Mir hat es einfach Spaß gemacht, etwas mit meinen Händen zu erschaffen.“

Von Gabriele ReinartzUnd so ist er auch noch heute ein begeisterter Bastler und seit einigen Jahren Mitglied im Plastik-Modellbau-Club Main-Kinzig (PMC). Das Material, das er für seine Bauten benötigt, sammelt Schürmann unter anderem im Wald. Man müsse „nur kreativ sein“, sagt er.

PMC-Mitbegründer und zweiter Vorsitzender Bohdan Semeniuk geht es ähnlich. „In meinen Spitzenzeiten hatte ich 1600 Bausätze“, bekennt der begeisterte Modellflugzeugbauer, „heute sind es noch 200.“ Und die reichten völlig, ergänzt er.

Denn während früher das Modellbauen noch Spielzeugcharakter gehabt hätte, würde es heute eher wie ein Kunstwerk betrachtet und sei dementsprechend kostspieliger als damals. „100 Euro kommen sehr schnell für einen Bausatz zusammen, eher mehr“, verrät er.

Aber der Modellbau sei für ihn Entspannung pur. Inspiriert wurde er ebenfalls in seiner Jugend durch den Erlenseer Fliegerhorst. „Über meinem Zuhause flogen regelmäßig die Flugzeuge“, erinnert er sich.

Nicht nur Flugzeuge werden gebaut

Rainer Stephan baut auch, aber keine Flugzeuge, sondern historische Häuser. Aktuell fertig gestellt hat er die Hanauer Marienkirche, die am Wochenende auch zu bestaunen sein wird. Dann veranstaltet der PMC seine Ausstellung in der Sport- und Kulturhalle Gelnhausen-Meerholz.

„Ich bin historisch sehr interessiert. Bei mir fing alles mit einer Ausstellung über Napoleon an, die ich mitgemacht habe. Damals bemalte ich originalgetreu die Figuren. Erst danach fing ich mit dem Bauen an.“

Stephans „Baukunst“ nennt sich Diorama und bedeutet die Darstellung historischer Ereignisse: „Ich habe ein ganzes Jahr an der Marienkirche gebaut. Zum Teil habe ich die kleinen Figuren selbst gegossen und bemalt beziehungsweise bereits vorhandene umgebaut. Man muss schon ein bisschen verrückt sein, wenn man dieses Hobby hat.“

Insgesamt zählt der Verein 27 Mitglieder, davon eine Frau, so Schürmann: Ein ehemaliges PMC-Mitglied habe an den Modellen für die Science Fiction-Filme „Moon 44“ und „Independence Day“ mitgebaut.

Alle aus dem Großraum Rhein-Main

Die Hobbybastler kommen alle aus dem Großraum Rhein-Main. Jeden Freitag trifft man sich zum Gedankenaustausch und gemeinsamen Modellbau. Die Räumlichkeit, eine Remise, stellt der zweite Vereinsvorsitzende Semeniuk zur Verfügung. Über „Nachwuchs“ würde man sich sehr freuen, betonen die Modellbauer.

Die Vorbereitungen für die Ausstellung am 5. und 6. Oktober in Gelnhausen laufen auf Hochtouren. Die meisten Modelle stehen dort schon an ihrem Platz, einige finden in den nächsten Tagen noch den Weg dorthin. „Unsere erste Ausstellung fand bereits in unserem Gründungsjahr statt, so dass wir am Wochenende 30-jähriges Bestehen feiern werden“, sagt Semeniuk.

„An unseren Ausstellungen sind viele Modellbauvereine beteiligt. Es sind immer sehr schöne Momente, wenn wir uns treffen“, erzählt Schürmann. Die Aussteller kommen zum Teil aus rund 100 Kilometern Entfernung angereist. Modellbau – ein Hobby für Jung und Alt. Außer Geduld, Geschick und Spaß an der Technik ist aber auf jeden Fall noch etwas gefragt: Platz. „Meine Modelle habe ich mittlerweile in drei Räumen untergebracht“, verrät Semeniuk. Und auch Stephan gibt zu: „Je mehr Platz ein Modellbauer zur Verfügung hat, desto mehr Modelle besitzt er.“

Die Ausstellung des Plastik-Modellbau-Clubs ist am Samstag, 5. Oktober, von10 bis 18 Uhr, Sonntag, 6. Oktober, von 10 bis 17 Uhr in der Sport- und Kulturhalle, Am Viadukt 12, Gelnhausen-Meerholz zu sehen.

›› pmc-mainkinzig.de

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