Zwischen Weihnachtsbäumen hindurch zogen die Demonstranten in Gelnhausen zum Main-Kinzig-Forum. Foto: Andreas Ziegert

Gelnhausen/Hanau

Mehrere Hundert Menschen bei Fridays-For-Future-Demonstrationen

Gelnhausen/Hanau. Zum zweiten Mal wurde am Freitag in Gelnhausen für eine bessere Klimapolitik demonstriert. Zirka 150 Teilnehmer folgten dem Aufruf der Bewegung „Fridays-for-Future“, Ziel war diesmal der Sitz der Kreisregierung im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen.

Von Andreas Ziegert

Dort wurde ein Flyer mit Forderungen übergeben, reden durfte Landrat Thorsten Stolz (SPD) allerdings nicht. Auch in Hanau wurde wieder demonstriert. Um die 300 Klimaschützer gingen auf die Straße. Neben den bekannten Forderungen haben sich die Demonstranten auch für einen kostenlosen ÖPNV an Samstagen in Hanau stark gemacht, wie es ihn auch in Aschaffenburg gibt.

Eigentlich wollte sich „Fridays-for-Future“ in Gelnhausen diesmal direkt an den Kreistag wenden, der sich am Morgen zu einer Sondersitzung wegen den Auskreisungsplänen von Hanau getroffen hatte. Doch das Parlament tagte wie erwartet nicht, bis der Demonstrationszug am Mittag vor dem Main-Kinzig-Forum angekommen war. Die Begegnung mit dem Kreistag als höchstes Entscheidungs- und Kontrollorgan im Main-Kinzig-Kreis schlug damit fehl, aber immerhin stellte sich die hauptamtliche Spitze des Kreisausschusses mit Landrat Thorsten Stolz (SPD), der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD) und dem Kreisbeigeordneten Winfried Ottmann (CDU), die die Beschlüsse des Kreistages umsetzen müssen, den Demonstranten. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Andreas Müller hatte die Demonstration mit seiner Teilnahme unterstützt.

Forderungen an Städte und Gemeinden

Die Forderungen von „Fridays-for-Future“ richten sich an alle Städte und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis, die bis 2035 klimaneutral sein sollen. Das beinhaltet bis dahin eine komplette Versorgung über erneuerbare Energien, den Bau von Solaranlagen auf und an allen öffentlichen Gebäuden, zudem soll das Kohlekraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg bis 2021 abgeschaltet werden. Gefordert wird ebenso eine starke Begrenzung des Individualverkehrs im Main-Kinzig-Kreis, Tempo 30 in allen Innenstädten und bis 2025 dort auch autofreie Zonen plus der Schaffung von Park-and-Ride-Systemen und der Ausbau von E-Ladestationen.

Stolz, Simmler und Ottmann nahmen die Flyer entgegen, klatschten auch bei einige Redebeiträgen, doch nachdem sie auf die provisorische Bühne gebeten worden waren, war eine Stellungnahme nicht erwünscht. „Ich hätte gerne erklärt, was wir schon alles in Sachen Klimaschutz machen, aber mir wurde gesagt, dass ein Redebeitrag nicht vorgesehen sei“, musste Landrat Thorsten Stolz mit seinen hauptamtlichen Kollegen nach der Übergabe das Podium wieder wortlos verlassen.

Das könnte Sie auch interessieren