Am Montag geht die Schule wieder los, das Wetter ist kühler, und die Schülerbeförderung steht wieder verstärkt im Fokus. 
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Main-Kinzig-Kreis sieht Busverkehr für Schülerbeförderung gut vorbereitet - Das sind die Planungen

  • Monica Bielesch
    vonMonica Bielesch
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Nachdem Matthias Zach (Grüne) den Main-Kinzig-Kreis aufgefordert hatte in Bezug auf den Schülertransport aktiv zu werden, hat der Kreisbeigeordnete Winfried Ottmann (CDU) nun konkrete Planungen verkündet.

Region –„Es bedarf keiner Aufforderung Dritter, damit der Schulträger Main-Kinzig-Kreis im Sinne seiner Schulen aktiv wird!“ Mit diesem harschen Statement kommentiert der Kreisbeigeordnete Winfried Ottmann (CDU) als Schuldezernent in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Kreises und der Kreis-Verkehrs-Gesellschaft (KVG) die Worte seines Amtsvorgängers Matthias Zach (Grüne). Der hatte angesichts der Corona-Pandemie kürzlich in einer Pressemitteilung der Niederdorfelder Grünen den Kreis dazu aufgerufen, tätig zu werden.

Unter anderem hatten die Grünen aus Niederdorfelden Vorwürfe hinsichtlich der Buslinie MKK-24 geäußert, die von Büdingen, über Niederdorfelden zum Schulzentrum Maintal fährt. Sie forderten die KVG und den Schulträger auf, das Finanzhilfe-Angebot des Landes aufzunehmen und umgehend ein Konzept für die Zeit nach den Herbstferien zu erstellen sowie den Schülerverkehr von und nach Niederdorfelden zu den Schulen nach Maintal durch zusätzliche Busse zu verstärken.

Diese Kritik weist Verkehrsdezernent Ottmann klar zurück und verweist auf die Herausforderungen durch die Pandemie: „Es verbietet sich von selbst, diese Herausforderungen für politische Grabenkämpfe zu missbrauchen. Vielmehr gilt es, gesamtgesellschaftlich an einem Strang zu ziehen. Matthias Zach weiß zudem aus vielen Gesprächen mit mir, dass ich seinen Vorschlägen immer offen gegenüberstehe und diese aufgreife, wo immer sie sinnvoll sind.“

Main-Kinzig-Kreis befindet sich im regelmäßigen Austausch - nicht nur wegen des Busverkehrs

Er verweist darauf, dass der MKK bereits im April regelmäßige Gespräche mit allen Beteiligten eingeführt habe. Um sich gegenseitig zu informieren, auszutauschen und Maßnahmen abzuwägen, wie die Schulen des Kreises sinnvoll mit der Corona-Pandemie umgehen können, so Ottmann weiter. Als nach den Sommerferien insbesondere die Situation bei der Schülerbeförderung zum Problem wurde, haben die Schulämter von Kreis und Stadt Hanau in einem Brief vom Kultusministerium gefordert, den Schulleitungen mehr Freiheiten bei der Gestaltung des Unterrichtsbeginns zu geben.

„Parallel dazu habe ich als Schuldezernent einen Arbeitskreis Schulanfangszeiten initiiert, in welchem zahlreiche Schulleitungen unter Beteiligung des Staatlichen Schulamtes, der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig mbH, dem Kreiselternbeirat und der Kreisschülervertretung am 24. September – und damit noch vor den Herbstferien – über eine Entzerrung der Schulanfangszeiten nachgedacht haben“, verweist Ottmann auf Aktionen des Kreises.

Die Mehrheit in diesem Arbeitskreis sei der Meinung gewesen, dass eine Entzerrung oder Staffelung der Schulanfangszeiten in dem komplexen System Schule in dieser Region nicht als zielführend erachtet werde, wurde laut Ottmann im Protokoll einer Sitzung festgehalten.

Einsatz von Reisebussen zur Schülerbeförderung soll im Main-Kinzig-Kreis verstärkt werden

Bei der Arbeitskreissitzung sprach sich allerdings die Mehrheit dafür aus, den Einsatz von Reisebussen bei der Schülerbeförderung zu verstärken. In Maintal, die mit der Stadtverkehr Maintal GmbH eigenständig sind, werden auf der Linie 25 zwischen Wachenbuchen und Bergen-Enkheim bereits zwei Reisebusse eingesetzt. Allerdings meint Rüdiger Krenkel, Geschäftsführer der KVG auf Nachfrage dazu: „Mit Reisebussen muss man vorsichtig sein, das ist keine Wunderwaffe.“

Denn um im Linienverkehr eingesetzt werden zu können, müssten Reisebusse vorne ein Schild mit der Linie und einer Fahrzielanzeige vorweisen, müssten barrierefrei sein sowie für einen Fahrscheinverkauf ausgestattet sein. Auch müsste die Orts- und Streckenkenntnis der Reisebusfahrer gesichert werden.

Ein weiteres Ergebnis aus dem Arbeitskreis sei laut Ottmann, dass nun eine Schülerbefragung stattfinden soll, bei der die Kinder und Jugendlichen sagen können, welche Probleme sie bei der Schülerbeförderung sehen. Aktuell wartet der Kreis auf die Rückmeldungen der Schulleitungen zur Erstellung eines Fragebogens, um sobald als möglich eine Umfrage in der Schülerschaft starten zu können, berichtet Ottmann, der Kreis-Schul- und Verkehrsdezernent ist. „Unmittelbar nach Vorliegen der Ergebnisse der Schülerbefragung, werden wir zu einer nächsten Arbeitskreissitzung einladen.“

Main-Kinzig-Kreis: Mundschutz-Pflicht soll mit Hilfe eines Sicherheitsdienstes in den Bussen durchgesetzt werden

Aber auch bisher seien Kreis und KVG nicht untätig geblieben. Dabei verweist Ottmann auf „zahlreiche Verbesserungen“, die umgesetzt worden seien.

So würde zur Durchsetzung der Mundschutz-Pflicht in Bussen seit Anfang September ein Sicherheitsdienst in allen Linienbussen zum Einsatz kommen. Die KVG setze außerdem auf stark frequentierten Linien zusätzliche oder größere Fahrzeuge zur Verstärkung in der Hauptverkehrszeit ein (siehe Infobox). Außerdem seien der Arbeitskreis und die KVG in engem und regelmäßigem Kontakt mit den Schulen und Elternbeiräten. Es würden zudem regelmäßige Kapazitätsüberprüfungen stattfinden, um bei auftretenden Engpässen gemeinsam Maßnahmen zu erarbeiten und zeitnah umsetzen zu können.

KVG-Geschäftsführer Krenkel betont, dass in den nächsten Wochen regelmäßig alle Linien kontrollieren werden. „Wir schauen, wie es läuft. Wenn es Probleme gibt, legen wir nach“, so Krenkel. Insbesondere hätte die KVG die Buslinien zu den großen Schulzentren wie in Maintal oder in Freigericht die Kopernikus-Schule im Blick.

Auf diesen Linien hat die KVG zusätzliche oder größere Busse zur Verfügung gestellt

- MKK-97, Linienerweiterung 11.35 Uhr ab Hans-Elm-Schule Altengronau nach Sterbfritz Mittelpunktschule/Kinzigquelle seit Mitte August.

- MKK-31, von Schöneck und Niederdorfelden zur Hohen Landesschule Hanau über Schulzentrum Maintal seit Ende August. Diese Verstärkung soll laut KVG auch die MKK-24 entlasten.

- MKK-52, von Oberrodenbach zur Kopernikusschule Freigericht seit Ende August.

- MKK-80, von Bad Orb zur Henry-Harnischfeger-Schule in Bad Soden-Salmünster seit Ende August.

- MKK-81 zwischen Bad Orb und Wächtersbach auf den Hauptfahrten von der Morgenspitze bis zum Spätnachmittag seit Ende August.

- MKK-90, von Niederzell über Hohenzell zur Bergwinkelschule ab Anfang September.

- MKK-72, von Neuenschmidten zur Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach ab Anfang September.

- MKK-73, Spielberger Platte von und zur Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach ab Anfang September.

- AB-30 von Freigericht-Horbach über Linsengericht zum Busbahnhof Gelnhausen, Ankunft 7.23 Uhr seit Anfang September.

- MKK-66, um 6.45 Uhr ab Haingründau Mühlweg zum Schulzentrum Gelnhausen ab Mitte Oktober.

- MKK-25, um 7.26 Uhr ab Wachenbuchen in der Raiffeisenstraße über Hochstadt bis zum Schulzentrum ab Mitte Oktober. mcb

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