Die Spritzen liegen bereit: Es mangelt jedoch an Impfstoff. Dies scheint das Problem zu sein. Bis Sonntag sollen 2500 Menschen geimpft sein.
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Die Spritzen liegen bereit: Es mangelt jedoch an Impfstoff. Dies scheint das Problem zu sein. Bis Sonntag sollen 2500 Menschen geimpft sein.

Impfstart

Noch gibt es keine Impftermine: Jetzt ist die Landesregierung am Zug

Viele Bürger, vor allem diejenigen, die das 80. Lebensjahr erreicht haben, fragen sich in diesen Tagen, was sie tun sollen, um so schnell wie möglich geimpft zu werden. Warten, bis sich die Behörden melden? Selbst aktiv werden? Wir haben nachgefragt.

Main-Kinzig-Kreis - Unser Leser Eberhard Kahlert wollte nicht warten und hat in seiner Heimatkommune Maintal bei der Stadtverwaltung nachgefragt. Dort konnte man ihm jedoch ebenso wenig Auskunft geben wie beim Main-Kinzig-Kreis. Der Grund: Die Information gibt es zur Stunde noch nicht.

Auch die Pressestelle des Main-Kinzig-Kreises berichtet über zahlreiche E-Mails und Briefe, die bei der Verwaltung in Gelnhausen täglich eingehen. Die immer wieder gestellte Frage: Wann bin ich selbst beziehungsweise wann sind die Angehörigen dran, die einer der Risikogruppen zuzurechnen sind?

Kreisgesundheitsdezernentin Susanne Simmler hat Verständnis für die Anfragen. „Wir sind endlich in der Lage, in absehbarer Zeit größere Zahlen von Mitbürgern gegen das Coronavirus zu impfen. Da wollen natürlich sehr viele Menschen gleichzeitig und frühzeitig drankommen, und das ist gerade bei jenen im hohen Alter und mit Vorerkrankungen sowie ihrem Umfeld absolut sinnvoll und nachvollziehbar drängend“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete. Wie schnell weitere Teile der Bevölkerung außerhalb der stationären Einrichtungen geimpft werden könnten, hänge allerdings von den Lieferumfängen an Impfstoff ab, präzisiert sie.

Genauer Fahrplan in den nächsten Tagen

Viele Bürger wollten sich auch für eine Impfung vormerken lassen. Allerdings sei man als Kreisverwaltung dafür der falsche Ansprechpartner, berichtet Landrat Thorsten Stolz. „Wenn es nach dem Main-Kinzig-Kreis geht, öffnen wir die Impfzentren in Hanau und Gelnhausen besser heute als morgen. Der generelle Fahrplan, an den wir uns halten müssen, ist aber ein anderer und die Entscheidung über das weitere Verfahren liegt beim Land Hessen“, sagt Stolz. „Wenn es losgeht, soll das über landeseinheitliche Hotlines und Plattformen geregelt sein. Jeder und jede Einzelne wird hier von zentraler Stelle aus kontaktiert, sobald man einen Termin buchen kann. Das übernehmen nicht die Kolleginnen und Kollegen der Gesundheitsämter. Wir erwarten hier in den nächsten Tagen genauere Erläuterungen durch die Ministerebene, wie das für die Hessinnen und Hessen genau ablaufen soll, Wartelisten gibt es jedenfalls nicht, auf denen man sich eintragen könnte.“

Der Kreis verweist auch auf die Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums. Sie legt fest, welche drei Personengruppen zuerst geimpft werden. Die Impfung der ersten Gruppe mit der höchsten Priorität wird in Hessen wiederum in drei Phasen unterteilt. Die erste, derzeit laufende Phase umfasst Impfungen durch mobile Teams in Alten- und Pflegeheimen sowie in Klinikbereichen, die am meisten mit Covid-19-Erkrankten zu tun haben, etwa Intensivstationen und Notaufnahmen.

Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, folgt in Phase zwei die Öffnung von sechs Regional-Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Abhängig von der Zufuhr von hinreichend Impfstoff sollen anschließend schrittweise die weiteren 22 hessischen Impfzentren, darunter die beiden im Main-Kinzig-Kreis, öffnen. Eines davon befindet sich bekanntlich in der Hanauer August-Schärttner-Halle.

Terminkoordination über eine landesweit einheitliche Hotline

Geplant ist seitens des Landes Hessen auch für diese Ausweitung der Impfaktion eine Terminkoordination über eine landesweit einheitliche Hotline sowie ein Anmeldeportal im Internet. Personen, die zur vorrangig zu impfenden Bevölkerungsgruppe zählen, sollen über die Möglichkeit und Terminierung der Impfung zeitnah informiert werden. Sofern zugelassene Impfstoffe in ausreichender Anzahl verfügbar seien und die Impfzentren ihre Arbeit aufnehmen könnten, wie die Kreispressestelle immer wieder betont. Die „Vormerkungen“ von Privatpersonen an die Adresse des Main-Kinzig-Kreises hätten somit „keine Auswirkungen auf die Kontaktaufnahme oder die Terminvergabe“, wie Simmler betont. Alles hängt derzeit offenbar an den immer noch zu geringen Mengen an Impfstoff.

Eine positive Nachricht gibt es derweil: Die bisherigen Coronaimpfungen im Kreis seien reibungslos abgelaufen, wie der Kreis bilanziert. „Die Impfaktion ist in den ersten stationären Einrichtungen gut angelaufen. Dafür geht unser Dank an die Einsatzkräfte und an die zuständigen Stellen in den Einrichtungen, die hier bei der Vorbereitung und der Organisation unterstützt haben“, erklärten Landrat Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Simmler und Kreisbeigeordneter Ottmann im Anschluss an die Verwaltungsstabssitzung am Mittwoch. Bis einschließlich Sonntag werden im Gebiet des Main-Kinzig-Kreises rund 2500 Impfdosen verimpft. Die Impfaktion gehe dabei auch über den Neujahrstag und das Wochenende weiter.

„Das Interesse in den Einrichtungen an einer Impfung ist hoch und spiegelt das hohe Interesse wider, das wir aus der Bürgerschaft insgesamt wahrnehmen“, so die Kreisspitze.

Bei den derzeit laufenden Impfungen seien seit vergangenem Sonntag mobile Teams in stationären Einrichtungen unterwegs. Menschen, die dort leben und arbeiten, haben laut Corona-Impfverordnung höchste Priorität für eine Schutzimpfung. Ebenso zählten Frauen und Männer ab 80 Jahren dazu sowie Pflegende, unabhängig von der Wohnsituation der zu Pflegenden. how

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