Coronavirus - Dortmund
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Spiel und Spaß gibt es für viele Kinder trotz Corona in den Sommerferien.

In deutlich abgespeckter Form

Ferienspiele finden in den meisten Kommunen der Region statt

In rund sechs Wochen beginnen in Hessen die Sommerferien. Doch in diesem Jahr müssen die Kinder und Jugendlichen viele Einschränkungen in Kauf nehmen, wenn es um den Familienurlaub, Freibadbesuche oder die Ferienspiele geht. Die entfallen nämlich mancherorts oder finden in veränderter Form statt.

Während die Stadt Hanau beispielsweise derzeit nach Lösungen sucht, wie bisherige Ferienspiel-Konzepte auf die Corona-Bedingungen angepasst werden könnten, steht das in anderen Kommunen des Main-Kinzig-Kreises bereits fest. Wir haben uns bei den Städten und Gemeinden der Region umgehört, wo die Ferienspiele in diesem Jahr stattfinden können und wo sie coronabedingt ausfallen:

Hanau arbeitet noch an Konzept

Für Hanau steht fest: Es wird Ferienangebote geben, die Form ist aber noch im Werden. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilt, wird derzeit intensiv daran gearbeitet, ein Ferienprogramm aufzustellen, dass an coronabedingte Auflagen geknüpft ist.

Das Jugendreferat derStadt Bruchköbel veranstaltet die Ferienspiele in diesem Jahr unter dem Titel „Sommercamp – Ferienspaß in Bruchköbel“ auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Niederissigheim. Aufgrund der Corona-Pandemie werden Anmeldungen nur unter Vorbehalt angenommen. Geboten werden viele Spiel-, Sport-, Bastel- und Bauaktionen. Die Ferienspiele finden in der Zeit vom 13. bis 31. Juli, täglich von 8.30 bis 16 Uhr statt. Teilnehmen können Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Die Anzahl der Plätze ist auf 30 begrenzt. Das Ferienangebot kann nur wochenweise gebucht werden. Eltern können ihre Kinder bis zum 26. Juni per E-Mail an jugend@bruchkoebel.de oder persönlich im Jugendreferat anmelden. Telefonische Auskünfte sind unter der Nummer 06181-975273 zu erhalten. Das Anmeldeformular ist auf der Homepage der Stadt Bruchköbel erhältlich.

Neuberg plant mit Ferienspielen - Kurzfristige Absage möglich

Auch in Neuberg finden die Ferienspiele voraussichtlich statt. „Die jetzige Planung kann alle Veränderungen der gesetzlichen Regelungen zeitnah aufgreifen“, teilt die Gemeinde auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Leider muss auch die Option ‚Absage’ mit ins Auge gefasst werden, falls die Situation im August es erfordern sollte.“ Das Programmheft wurde bereits allen teilnahmeberechtigten Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 13 Jahren zugestellt. Die Platzzahl bei den Veranstaltungen sei so gewählt, dass Abstands- und Hygieneregeln jederzeit eingehalten werden können. Der Kartenverkauf findet im Bürgerhaus am 9. Juni von 18 bis 19 Uhr statt. Regelungen hierzu finden sich im Programmheft. Zu beachten ist diesmal, dass pro Familie nur eine Person Zutritt erhält. Sollten einzelne Angebote oder der gesamte Neuberger Kindersommer abgesagt werden müssen, werden alle Teilnahmebeiträge zurückerstattet.

Auch in Erlensee soll es Ferienspiele geben – wenn auch in veränderter Form. Laut Jennifer Rein, Mitarbeiterin des Team Kinder und Jugendzentrum (TKJE), ist gerade mit den Planungen begonnen worden. So viel ist bereits bekannt: Die Ferienspiele werden insgesamt über einen Zeitraum von drei Wochen stattfinden. Teilnehmen können pro Woche zwölf Kinder in verschiedenen Altersgruppen. Ein genauer Plan sowie die Kontaktdaten zur Anmeldung will die Stadt in Kürze veröffentlichen. 

Eingeschränkter Ferienspaß in Langenselbold

In Langenselbold können die Ferienspiele nur eingeschränkt stattfinden. In diesem Jahr wird das Angebot in zwei Wochen unterteilt. Pro Woche werden 40 Plätze angeboten. Bei der Anmeldung kann die gewünschte Woche angegeben werden. Das Organisationsteam versucht, den jeweiligen Wünschen zu entsprechen. Zur Auswahl stehen die Wochen vom6. bis 10. Juli und vom 13. bis 17. Juli. Aus hygienischen Gründen wird kein Mittagessen ausgegeben und die Kinder bringen ihre eigenen Lunchpakete mit. Workshops, Spiele und andere Aktivitäten werden so geplant, dass sie möglichst kontaktlos stattfinden. Ein Ferienspiele-Bus wird dieses Jahr nicht zur Verfügung stehen. Kinder, die ein Betreuungsangebot (städtische Kinderhorte, Betreuungsangebote Grundschulen) nutzen, können bei der Platzvergabe leider nicht berücksichtigt werden.

In Ronneburg hat die Anmeldungsphase für die Sommer- und Herbstferienspiele begonnen. Das vielseitige Programm umfasst wie gewohnt 13 erlebnisreiche Tage. So soll neben zwei Tagen mit Tieren unter anderem eine Tagesfahrt ins Taunus Wunderland, eine Ronneburger Olympiade und eine Übernachtung stattfinden. Änderungen durch die Corona-Krise seien möglich, aber dennoch bleibt die Gemeinde Ronneburg als Veranstalter optimistisch und hofft darauf, den Kindern zweieinhalb schöne Wochen zu bescheren. „Sollten Änderungen der Corona-Bestimmungen eine Abweichung von dem veröffentlichten Konzept erfordern, so werden Alternativen durch die Jugendpflegerin Tanja Fassing mit ihrem Betreuer-Team erarbeitet“, freut sich Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) über die engagierten Mitarbeiter und deren Handlungsbereitschaft auch unter schwierigen Bedingungen die Ferienspiele durchzuführen. Nähere Informationen gibt es auf der Gemeinde-Homepage.

Maintal erarbeitet komplett neues Konzept

Die Maintaler Ferienspiele können in diesem Jahr nicht in der geplanten Form stattfinden. Wie die Stadt mitteilt, könne der in der aktuellen Kontaktbeschränkungsverordnung vorgeschriebene Abstand von 1,5 Metern bei den Ferienspielen nicht eingehalten werden. „Für Kinder ist das gemeinsame Spielen eines der wichtigsten Elemente der Ferienspiele“, sagt Lisa Hagedorn, die Leiterin des Fachdiensts Jugendarbeit. „Bei Aktivitäten wie Fußball, Fangen oder auch im freien Spiel ist die Abstandsregel nicht einzuhalten. Und selbst bei angeleiteten Bastel- oder Spielangeboten ist der direkte Kontakt der Kinder untereinander nicht zu verhindern.“

Daher arbeiten die Teams der städtischen und kirchlichen Jugendzentren aktuell an einer Ferienbox. Diese wird unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten und -ideen, sowie Bastelmaterialien enthalten. Geplant ist Material für insgesamt 10 Tage. Eltern und Kinder können die Box unabhängig von den eigentlich festgelegten Ferienspiel-Zeiten nutzen. An den Ferienboxen beteiligen sich der Kinderclub Dörnigheim, das Kinder- und Jugendhaus Bischofsheim, sowie die evangelischen Jugendzentren in Hochstadt und Wachenbuchen. Wie bei den Ferienspielen wird die Bestellung der Boxen direkt in den einzelnen Einrichtungen möglich sein. Weitere Informationen über die Bestellung der Boxen werden im Internet veröffentlicht. Ansprechpartnerin ist Lisa Hagedorn, die telefonisch unter 0 61 81/40 07 16 oder per E-Mail an jugendarbeit@maintal.de erreichbar ist.

Nidderau: Wie Stadtrat Rainer Vogel auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, wird es auch in Nidderau in diesem Jahr keine Ferienspiele geben.

Großkrotzenburg setzt auf Standort am See

Ferienspiele in Schöneck soll es geben – jedoch in abgespeckter Form. Das Konzept liege dem Gesundheitsamt zur Genehmigung vor, sagt Bürgermeisterin Conny Rück. „Meine Mitarbeiterinnen in der Abteilung Jugend und ich würden uns wirklich für die Kinder freuen, wenn es uns gelingt, die Ferienspiele, wenn auch anders als in den Vorjahren, stattfinden zu lassen“, sagt sie. Diese wurden in den vergangenen Jahren jeweils in denersten beiden Ferienwochen auf dem Gelände der Friedrich-Ebert-Schule in Kilianstädten organisiert.

In Großkrotzenburg gibt es bislang keine Bedenken gegen traditionellen Standort am See. Im Gegenteil: „Am See haben wir genügend Platz“, sagt Bürgermeister Thorsten Bauroth. Ein Vorteil, sei zudem, dass in diesem Jahr nur rund 70 Kinder angemeldet wurden. Zusammen mit dem Jugendpfleger Reiner Uftring sei man derzeit dabei, Planungssicherheit für die Eltern zu schaffen, denn die Ferienspiele sind für die zweite und dritte Woche der Sommerferien vorgesehen. „In kleineren Gruppen, ähnlich wie bei den Kindergärten - und unter den dann geltenden Hygienevorschriften – dürfte das funktionieren. Da sind wir ganz zuversichtlich“, so Bauroth.

Eingeschränkter Betrieb in Hasselroth und Freigericht

In Hasselroth gibt es dagegen eingeschränkte Ferienspiele jeweils eine Woche lang für jeweils 50 Kinder. „Die Kinder und Jugendlichen sind die größten Leidtragenden in der Corona-Krise“, bedauert Bürgermeister Matthias Pfeifer, „doch wir sind gemeinsam mit den Betreuern zum Ergebnis gelangt, zumindest für einige Kinder und Jugendliche für ein bisschen Abwechslung zu sorgen.“

In Freigericht ist dagegen die Umsetzung der altbewährten Konzepte für die Ferienspiele und der Aktion „Logo“ nicht möglich. Die Jugendpflegerinnen Christine Kloppke und Simone Pletka haben sich aber ein alternatives Programm überlegt, das in den letzten beiden Wochen der Sommerferien über die Bühne gehen soll. Dann werden montags bis freitags Einzelveranstaltungen für Kinder und Jugendliche angeboten, die auch einzeln gebucht werden können. „Mit diesem Konzept kann die Gemeinde auf mögliche Lockerungen, aber auch auf weitere Beschränkungen flexibel reagieren“, heißt es aus dem Rathaus in Somborn.

72 Plätze in Rodenbach

Insgesamt haben sich in Rodenbach nach Auskunft von Bürgermeister Klaus Schejna 54 Kinder für die Ferienspiele der Gemeinde angemeldet. Bis zu 72 Kinder können im Rahmen des neuen Ferienspielkonzepts betreut werden. „Somit können wir noch ein paar Plätze belegen, falls Bedarf vorhanden ist“, erklärte Schejna. Zurzeit würden die Familien der bereits angemeldeten Kinder angerufen, um in Erfahrung zu bringen, ob noch immer der Wunsch nach einer Teilnahme existiert. Auch davon hänge letztlich die Zahl der freien Plätze ab. Geplant sind Angebote wie kleine Ausflüge, Wanderungen, Fahrradtouren sowie Bastel- und Spielangebote.

Jede Gruppe bekomme Material zur Verfügung gestellt, das nicht unter den Kindern weitergereicht werden sollte. Das Material werde regelmäßig von den Teamern desinfiziert. Das Angebot muss auf feste Standorte gelegt werden, um die Hygienebedingungen einzuhalten. Toiletten und Waschbecken werden ebenso benötigt wie ein geschlossener Raum, um bei Gewitter, Regen oder sehr großer Hitze ausweichen zu können. Die Eltern müssen jeden Morgen die Kinder bringen und dabei unterzeichnen, dass sie und die Kinder symptomfrei sind. Dabei ist ein Mundschutz zu tragen und der Sicherheitsabstand einzuhalten.

Die Kinder müssen von zu Hause ein Lunchpaket mitbringen, da seitens der Gemeinde kein Essen ausgegeben oder zubereitet werden darf. Getränkeflaschen können an die Kinder ausgegeben werden. An einigen Tagen wird es Pizza von ansässigen Gastronomen geben. Im Vorfeld wird es ein Treffen mit den Teamern geben, bei dem sie mit den geltenden Hygienemaßnahmen vertraut werden. Ein Hygienekonzept werde zurzeit in Anlehnung an bereits bestehende Konzepte entwickelt.

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