Der Countdown läuft: Die Band „Doppelbock“ (Bruno Kalkowski, Marco Czerny, Tom Wegmann und Klaus Kalkowski, von links) haben ihren ersten Plattenvertrag in der Tasche.
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Der Countdown läuft: Die Band „Doppelbock“ (Bruno Kalkowski, Marco Czerny, Tom Wegmann und Klaus Kalkowski, von links) haben ihren ersten Plattenvertrag in der Tasche.

CD erscheint Ende Mai

Plattenvertrag für Rock mit Akkordeon: „Doppelbock“ aus Gründau bietet einzigartigen Sound

  • vonAndrea Euler
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Sie nennen sich „Doppelbock“. Sie sind im Hauptberuf Metallbauer, arbeiten im Druckbereich und im Online-Marketing und studieren Maschinenbau. Sie sind zwischen 22 und 26 Jahren alt. Sie wohnen auf dem beschaulichen Land. Und sie haben in der Tasche, wonach sich zahlreiche Nachwuchskünstler sehnen: einen Plattenvertrag.

Gelnhausen/Gründau – „So schön“ wird die CD heißen, die Ende Mai veröffentlicht werden soll. „Wir hoffen, dass wir an dem Tag was machen können“, sagt Bruno Kalkowski mit Blick auf die Corona-Bedingungen. „Wenn nicht, holen wir das nach.“

Für die Band ist es das erste Album, das sie veröffentlicht. Deutsche Texte sind es, die die vier Jungs auf die Bühne bringen – teilweise mit alten deutschen Liedern wie „Wir lagen vor Madagaskar“, aber eben in rockiger Variante. Ein bisschen wie seinerzeit die „Roten Rosen“, nur weniger schlagerartig, wie Bruno Kalkowski sagt.

Der 24-Jährige) ist für den Gesang und die Gitarre zuständig, schreibt auch die Texte und die Musik, an denen dann die Band zusammen arbeitet. Sein Bruder Klaus (26) spielt das Schlagzeug. Tom Wegmann (22), seit 2019 dabei, spielt Bass und singt die zweite Stimme.

„Dropkick Murphys“ als größter musikalischer Einfluss

Und dann gibt es da noch Marco Czerny. Auch er singt zweite Stimme – und er spielt das, was die Band bundesweit einmalig macht: Er spielt Akkordeon – in einer Rock-Band. Und genau das macht das charakteristisch Andersartige dieser Gruppierung aus.

„Uns musikalisch einzuordnen, ist wirklich schwer. In der deutschen Musikszene gibt es eine so krasse Aufspaltung der einzelnen Musikrichtungen und auch so krasse Anfeindungen. Wir wollen übergreifend bleiben. Am ehesten können wir unsere Musik wohl beschreiben als Alternative-Rock mit ein paar Folk-Eingriffen. Das gibt es so sonst nicht“, erklärt Bruno Kalkowski.

Den musikalisch größten Einfluss haben die „Dropkick Murphys“ auf die Band – eine amerikanische Punkband, die „den Irish Punk ein bisschen mehr in den Mainstream geholt hat. Von da holen wir uns viel Inspiration. Nur sind wir halt keine irischstämmigen Amerikaner, sondern Deutsche.“

„Ende 2018/2019 hat dann das Tempo bei der Band angezogen“

Die Band, offiziell 2014 gegründet, spielte in erster Besetzung mit Johannes Köcher statt Tom Wegmann zusammen, der seit 2019 das Quartett ergänzt. Die vier Jungs der Erstbesetzung kannten sich aus der Schule, spielten auf der Kerb und auf Dorffesten.

„Wir waren da ohne Konzept unterwegs, haben alles mitgenommen“, so Bruno Kalkowski. Im „Moin Moin“ in Gelnhausen fanden sie ihr zweites Wohnzimmer, spielten nahezu jedes Wochenende dort. „Ende 2018/2019 hat dann das Tempo bei der Band angezogen“, so der Leadsänger. Ein prägendes Ereignis sei eine Veranstaltung in Biebergemünd-Kassel gewesen. „Wenn man halt nur Rock-Musik spielt und die Leute wollen Helene Fischer hören – da merkt man: Hier gehören wir nicht hin. Man will ja auch, dass die eigene Musik gewürdigt wird, aber heute klatscht bei solchen Festen ja niemand mehr“, betont Bruno Kalkowski.

Das ist der Punkt, an dem die Band für sich entschied: „Das wollen wir nicht. Wenn wir nur vor 50 Leuten spielen, dann ist das so. Aber wir wollen, dass die Musik wertgeschätzt wird.“ Kleinere Club-Gigs folgten, alle steckten mehr Arbeit in die Band, die Organisation, die Auftrittsplanung.

Plattenvertrag bei „Metalville“

„Kneipen-Rock’n’Roll“ ist das, was die vier begeisterten Musiker machen, zumeist mit eigenen Texten, „kraftvoll“ und „unpoliert“, wie sie selbst sagen. Und das Engagement lohnt sich: Beim Deutschen Rock- und Pop-Preis holt sich Sänger Bruno Kalkowski Ende 2019 mit seiner Band den ersten Platz in der Kategorie „Bester Rocksänger“.

Die wichtigen Kontakte, die dann schließlich auch zur Kooperation mit dem Kölner Label „Metalville“ führten, gibt es quasi als Dreingabe dazu.

Nun teilt die Band stolz auf Facebook mit: „Voller Stolz dürfen wir verkünden, dass wir unseren ersten Plattenvertrag bei Metalville unterzeichnet haben. Hiermit haben wir den nächsten wichtigen Partner gefunden, um euch da draußen ein geiles Album zu liefern. Wir freuen uns auf die bevorstehende Zusammenarbeit und blicken voll motiviert nach vorne.“

Countdown auf der Website

Seither läuft auf der Internetseite ein Countdown, bis die CD endlich auf dem Markt ist. Eine Weltkarriere ist nicht das Ziel der jungen Männer aus dem Gelnhäuser Raum.

„Ich kann nicht für die anderen sprechen, aber mein Ziel mit der Band ist es, dass es immer wieder weiter geht, sie immer kleine Steigerungen erfährt. Hauptsache, die Musik wird gut angenommen und ich kann dahinterstehen“, so Bruno Kalkowski.

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