Pilotprojekt: Über die Homepage des Main-Kinzig-Kreises führt ein Link direkt zur digitalen Führerscheinstelle, in der die Dokumente beantragt werden können. 
Symbolfoto: Kreispressestelle/PM:
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Pilotprojekt: Über die Homepage des Main-Kinzig-Kreises führt ein Link direkt zur digitalen Führerscheinstelle, in der die Dokumente beantragt werden können.

Digitalisierung

Bundesweit erstes Pilotprojekt für digitale Führerschein-Bestellung: Angebot für die ersten 1000 „Lappen“

  • Thorsten Becker
    vonThorsten Becker
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Seit Dienstag ist es erstmals möglich, den Führerschein digital zu beantragen. Die Führerscheinstelle des Kreises ist damit bundesweit die erste Behörde, an der diese Digitalisierung im Rahmen eines Pilotprojekts getestet wird, heißt es in Pressemitteilungen aus dem Landratsamt sowie der beteiligten Ministerien in Wiesbaden.

Main-Kinzig-Kreis – Dadurch könnten Wartezeiten auf den Fluren bald Geschichte sein. Für die derzeitigen Fahrschüler gibt es sogar ein behördliches „Sonderangebot“: Zum Start des Projekts wird für die ersten 1000 digitalen Anträge jeweils eine Gebührenermäßigung in Höhe von 25 Euro gewährt.

Mit Blick auf die Digitalisierung der Verwaltung sei dies ein „Quantensprung“, für den mehrere Behörden seit Monaten intensiv zusammengearbeitet hätten, wie Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) als zuständige Dezernentin berichtet.

Main-Kinzig-Kreis als Pilotkommune für digitale Beantragung des Führerscheins

Für die Führerscheinstelle sei es eine Bestätigung und Herausforderung zugleich, dass der Main-Kinzig-Kreis als Pilotkommune für diesen mit Spannung erwarten Feldversuch ausgewählt wurde.

„Wir setzen viel Energie in den Bereich der digitalen Entwicklung, sowohl in der Fläche als auch in der eigenen Verwaltung und in unseren Schulen. Es ist daher eine gute Entscheidung, dieses Pilotprojekt hier starten zu lassen“, sagt Landrat Thorsten Stolz (SPD). „Wir nehmen die Verantwortung gerne an und setzen unsere Erfahrung dafür ein, dass dieses Modell möglichst schnell in weitere Landkreise getragen werden kann“.

Alle Beteiligten sind mit dem Fortschritt sehr zufrieden, denn von diesem Modell werden weiteichende Informationen und Erfahrungen für weitere digitale Antragsverfahren erwartet.

Umfangreicher Test für den digitalen Führerscheinantrag beim Main-Kinzig-Kreis

Vor dem offiziellen Starschuss gab es einen umfangreichen Test unter realen Bedingungen, um die Belastbarkeit und Funktionalität des Systems zu prüfen. Rund 4000 Erstanträge werden pro Jahr zwischen Schlüchtern und Maintal gezählt.

Diese Anträge zur Fahrerlaubnis sollen nun – zunächst nur für PKW und Motorrad – ohne einen persönlichen Besuch der Behörde möglich sein. Das soll vor allem für Fahranfänger mit Wohnsitz im Main-Kinzig-Kreis spürbare Erleichterungen bringen – ohne lange Wege und Wartezeiten. Auch die Kosten für ein Lichtbild fallen weg, weil dieses dann selbst gemacht werden kann. Darüber hinaus soll der Antrag verständlicher formuliert sein, die Bearbeitungsdauer kürzer sein und mittelfristig auch eine Statusabfrage bieten. Die Anträge für das begleitetes Fahren ab 17 Jahren ist davon ausgenommen.

Für die Erste Kreisbeigeordnete ist dieser Anlauf in der Führerscheinstelle ein erster wichtiger Schritt, um eine derartige Anwendung unter realen Bedingungen zu testen und weiter auszubauen.

Denn gerade die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass das die Verwaltungen noch intensiver an digitalen Dienstleistungen arbeiten müssen. „Der Main-Kinzig-Kreis ist hier auf dem richtigen Weg“, so Simmler.

Main-Kinzig-Kreis: Freude bei Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne)

Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonte: „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem digitalen Führerscheinantrag von Hessen aus dazu beitragen können, das Leben vieler Bürgern bequemer zu machen.“

Lange Wege zur Behörde, so Al-Wazir, gehörten der Vergangenheit an „Ab sofort kann vom Sofa aus alles bequem ausgefüllt und hochgeladen werden. Gerade für die Menschen im ländlichen Raum ist das ein echter Gewinn“, so der Minister laut einer Pressemitteilung.

Der Online-Antrag entlaste nicht nur die Antragssteller und die Verwaltung, er sei auch klimafreundlich: „Die Fahrten zur Fahrerlaubnisbehörde fallen genauso weg wie viele Stapel Antragspapier.“Die Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Kristina Sinemus, betonte, dass „Bund, Länder und Kommunen bei der Verwaltungsdigitalisierung Hand in Hand arbeiten“. „Unser Ziel ist es, die Kommunikation mit staatlichen Stellen für die Bürger so einfach und schnell wie möglich zu gestalten und quasi das digitale Rathaus nach Hause zu bringen. Ganz meiner Devise, dass Digitalisierung dem Menschen dienen muss und nicht umgekehrt.“  thb

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