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Gute Nachricht: Der Storchenexperte Werner Peter geht davon aus, dass der Storchenbestand im Kreis in diesem Jahr einen enormen Zuwachs erfährt und auf über 80 Paare ansteigt.

Konkurrenzkampf unter den Störchen nimmt zu

16 neue Weißstorch-Paare im Kreisgebiet - Erste Küken werden erwartet

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„Es war zu erwarten, dass der Storchenbestand in diesem Jahr weiter wächst, denn der Geburtenjahrgang 2018, der in diesem Jahr geschlechtsreif geworden ist, war überaus kopfstark.“ Mit dieser für den Kreis sehr positiven Nachricht wartet der bekannte Storchenschützer Werner Peter auf.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen muss ein Storchenpaar durchschnittlich 1,8 Junge großziehen, damit der Bestand stabil bleibt. Die Nachwuchsrate des Jahres 2018 im Kreis war hingegen beachtliche 23 Prozent höher. „Somit ist es nicht verwunderlich, dass der Storchenbestand im Kreis in diesem Jahr einen enormen Zuwachs erfährt und auf über 80 Paare ansteigt“, berichtet Peter.

Erste Ansiedlungen an abgelegenen Standorten

Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland und kreisweit tätige Storchenschutzinitiator registrierte nicht nur weitere Neuansiedlungen in den grünlandgeprägtem Dichtezentren von Nidderau, Rodenbach und Gelnhausen, sondern auch Erstansiedlungen an abgelegenen Standorten.

Auch die drei im vergangenen Herbst von den Storchenschutzaktivisten Andreas Romming, Bernhard Schüch, Jan Stollenwerk und Beate Löb errichteten Brutmasten bei Maintal, Biebergemünd und Schlüchtern wurden bereits in diesem Jahr auf Anhieb als Brutquartier angenommen.

Aber auch einige Storchenmasten, die schon über Jahre unbenutzt, aber hoffnungsvoll in der Landschaft standen, wurden nun erstmals besiedelt, so beispielsweise der Mast im Naturschutzgebiet „Autal von Bad Orb“. Soweit die Neuansiedler mit Ringen der Vogelwarten markiert sind, stammen diese Erstbrüter überwiegend aus dem kreisweiten Nachwuchs aus dem Jahre 2018.

Vier neue Paare in Gelnhausen

Den stärksten Bestandszuwachs im Kreisgebiet verzeichnet mit vier Paaren Gelnhausen. Hier sind jetzt 13 Brutpaare ansässig, was sicherlich insbesondere der weiträumigen Wiesenaue zwischen Höchst und Meerholz geschuldet ist. Außerdem gilt auch bei den Störchen: Wo Vögel sind, ziehen Vögel hin.

Waschbär- und mardersichere Brutmasten sind längst Mangelware, weshalb neun der Neusiedlerpaare im Kreis ihre Nester auf Bäumen errichtet haben. Diese Baumnester haben erfahrungsgemäß nur kurzzeitigen Bestand. Bereits in diesem Jahr waren zwei Abstürze von Baumnestern zu verzeichnen und eines beinhaltete bereits ein volles Gelege. 

Konkurrenzkampf unter den Störchen nimmt zu

Wegen der Brutplatzknappheit nehmen natürlich auch die Storchenkonkurrenzkämpfe stark zu. Peter: „Bei Niederrodenbach bezahlte einer seine heftige Attacke auf ein besetztes Storchennest mit dem Leben und lag tot unterm Brutmast. Daneben lagen die herausgeworfenen Eier des Traditionsbrutpaares, das sicherlich noch eine Ersatzbrut tätigen wird.“

Natürlich fand auch das im letzten Brutjahr bei Altenhaßlau verwitwete Storchenweibchen, das alleine seine vier Junge großzog, wieder einen neuen Partner. Das kreisbekannte „Chaotenpaar“ wird auch in diesem Jahr seinem Namen wieder gerecht. Abermals zog es um, brach nach zwei Wochen die Brut ab und sorgt nun mit seinen bekannten Attacken dafür, dass sich dort im Umkreis kein neues Paar ansiedelt.

„Bereits in den nächsten Tagen ist der erste Storchennachwuchs zu erwarten“, hofft Peter, der dann zu den Ringen greifen wird. Die ersten Küken werden in den Nestern der drei Überwinterungspaare von Rückingen, Eichen und Steinau schlüpfen, denn sie begannen natürlich am frühesten mit ihrem Brutgeschäft im Kreisgebiet.

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