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Gelnhausen

Letzte Bewährungschance: Kleptomanin muss in Therapie

Gelnhausen. Wegen eines Kinderpullovers und einer Felgenreinigungsbürste ins Gefängnis gehen? Das hätte eine 59-jährige Frau aus Bad Orb beinahe geschafft.

Im April des vergangenen Jahres war sie in Wächtersbach beim Diebstahl erwischt worden. Dabei stand sie unter zweifacher Bewährung, was die Entscheidungsfindung vor dem Amtsgericht Gelnhausen kompliziert machte. Dass die Frau krankhaft stiehlt, ist schon an ihrem Vorstrafenregister abzulesen: Zwölf Eintragungen, fast alle wegen Diebstählen.

Dennoch leugnete sie diesmal zunächst die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft Hanau. Allerdings war die Beweislage erdrückend: Zwei Verkäuferinnen des Marktes sagten gegen sie aus, demnach wollte die Frau nach den Diebstählen sogar mit ihrem Auto flüchten und wurde von einem Kunden aufgehalten, der wiederum seinen Wagen als Blockade einsetzte.

Urteil ist rechtskräftig

Das Geständnis der 59-Jährigen gab es nach erneuter anwaltlicher Beratung schließlich doch noch. Anstatt Gefängnis soll die Angeklagte nun bei einer stationären Therapie sowohl Kleptomanie als auch Depressionen überwinden.

Die Therapie darf sie allerdings nicht abbrechen, ansonsten geht es nämlich doch noch ins Gefängnis. Und zwar zunächst für neun Monate, zu denen sie diesmal verurteilt wurde, plus die insgesamt acht Monate, die aus Verurteilungen in den Jahren 2015 und 2017 ebenfalls noch unter Bewährung ausgesetzt sind. Das Urteil ist rechtskräftig. az

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