Manuel Schneider ist überzeugt von dem Projekt. Der Landwirt hat bereits drei Hektar Blühfelder ausgesät. Fotos: Nicolas Obst

Main-Kinzig-Kreis

Landwirte legen Blühflächen an - Paten pflegen die Blumen

Main-Kinzig-Kreis. Wildbienen, Schmetterlinge und viele Arten von Schwebebienen tummeln sich um die bunten Blumen der Blühfläche in Gründau. Sie interessieren sich für die Sonnenblumen, den Rotklee und die vielen anderen Saatsorten, die Landwirt Manuel Schneider vom Gründauer Friedrichshof hier im Frühjahr ausgesät hat.

Von Nicolas ObstBlühflächen wie diese gibt es immer häufiger an den Feldrändern der Landwirte oder an Naturschutzgebieten. Seit diesem Jahr können Bürger für die Flächen Patenschaften übernehmen und sich so aktiv am Umweltschutz beteiligen: „Die Menschen rufen heutzutage nach Umweltschutz; also hatte der Bauernverband die Idee, sie in das Projekt einzubinden. So können Bürger direkt mitwirken“, erklärt Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Kreisbauernverband Main-Kinzig bietet den Landwirten das Projekt an. Die Resonanz fällt bisher sehr positiv aus. „Ich finde das Projekt super. Im bayrischen Raum wird das schon länger in dieser Weise gemacht. Dass es jetzt auch hier klappt, ist eine schöne Sache“, findet Schneider.

Nicht mehr als Kostendeckung

Bis das Ganze auch in Hessen funktionierte, war es allerdings kein leichter Weg: „Im Januar ist das Projekt relativ spontan gestartet, dabei mussten wir auf sehr viel achten. Es gibt unzählige Vorschriften. Die Verträge mussten von mehreren Anwälten geprüft werden. Das war viel Arbeit“, erklärt der Landwirt. Für ihn ist es ein größerer Aufwand, die Blühflächen anzulegen: „Man braucht spezielle Sämaschinen, denn das Saatgut ist ungleichmäßig und die eigentlichen Maschinen sind auf Weizen oder sonstiges Getreide ausgerichtet, deshalb ist es recht zeitaufwändig.“

Zwar erhalten die Landwirte Geld für das Anlegen der Flächen, doch mehr als Kostendeckung sei das nicht. Schneider nimmt den Aufwand zugunsten der Umwelt dennoch gern in Kauf.

„Es sieht einfach schön aus.“

Im Main-Kinzig-Kreis gibt es mittlerweile bereits 24 Blühflächen-Patenschaften. Allein der Gründauer Landwirt hat insgesamt mehr als drei Hektar bepflanzt. Der Effekt für die Umwelt ist groß: „Man erkennt den Nutzen der Flächen sehr schnell. Ich habe bereits zahlreiche Wildbienen und viele Arten von Schwebefliegen an den neuen Feldern gesehen – die Arbeit ist sicher nicht umsonst“, sagt der 34-Jährige.

Es gehe primär um die wilden Insekten, sie hätten die Möglichkeit, Nahrung zu finden und zu nisten. Durch die teils auch älteren Saatsorten, wie Buchweizen, würden Tiere aus der Region angelockt. „Zusätzlich profitieren Hasen, Fasane und Rebhuhnarten von dem Projekt“, erklärt Schneider. Ein weiterer positiver Aspekt: „Es sieht einfach schön aus.“

Projekt soll sich langsam entwickeln

In Zukunft sollen mehr‧jährige Blühflächen angelegt werden. Viele Landwirte möchten sich dem Projekt laut Kreisbauernverband noch anschließen, zudem gab es bereits Anfragen von Firmen, die Blühpatenschaften übernehmen möchten. Das Projekt soll Stück für Stück weiterentwickelt werden.

So hoffen der Kreisbauernverband und Landwirte wie Manuel Schneider darauf, dass in den kommenden Jahren immer mehr Insekten den Weg zu ihren Feldern und Flächen finden und immer mehr Menschen eine Patenschaft für dieses Umweltprojekt übernehmen.

Infos zur PatenschaftWer Interesse an einer Patenschaft hat, meldet sich per E-Mail an info@kbv-main-kinzig.de Der Pate erhält zweimal im Jahr ein Foto per Mail zugesandt, auf dem die Fläche zu sehen ist. Es besteht jederzeit die Möglichkeit die Fläche zu besichtigen, außerdem erhält der Pate eine Urkunde.

Was kostet ein Blühfeld?25 Quadratmeter kosten einmalig 30 Euro50 Quadratmeter kosten einmalig 40 Euro100 Quadratmeter kosten einmalig 60 Euro obs

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