Der 21-Jährige hat sich eine kuriose Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Unter anderem dafür ist er jetzt verurteilt worden (Symbolbild).

Biebergemünd

Kuriose Verfolgungsjagd: Gericht verurteilt 21-Jährigen

Biebergemünd. Er lieferte sich eine kuriose Verfolgungsjagd mit der Polizei: Ein 21-Jährigen aus Biebergemünd wollte der Polizei bei einer Kontrolle entwischen, doch das gelang ihm nicht. Sie nahm den Mann, der unter  Drogeneinfluss stand und ohne Führerschein unterwegs war, fest. Jetzt hat das Gericht ihn verurteilt.

Von Andreas Ziegert

Ein kurioser Fang für die Polizei: Im Februar 2016 war eine Streife eigentlich in Bad Soden-Salmünster unterwegs, um einen angeblich alkoholisierten Autofahrer zu kontrollieren. Doch plötzlich scherte ein anderer Wagen aus einer Kolonne aus und wollte sich offensichtlich schnell von dem mit Blaulicht fahrenden Polizeiwagen entfernen. Die Beamten brachen ihren ursprünglichen Plan ab und nahmen die Verfolgung auf, wenig später stellten sie einen inzwischen 21-Jährigen aus Biebergemünd.

Warum der Fahrer sich aus dem Staub machen wollte, wurde schnell klar: Er stand unter Drogeneinfluss und hatte keinen Führerschein. Da er nur auf Bewährung auf freiem Fuß war, fand er sich jetzt vor dem Jugendschöffengericht im Amtsgericht Gelnhausen wieder.Riskantes ÜberholmanövernDie kuriose Verfolgungsjagd begann vor dem ehemaligen Krankenhaus in Bad Soden-Salmünster und endete an der Pacificusstraße. Bis dahin flog der Biebergemünder mit dem Passat über einige Fahrbahnschweller und setzte zu riskanten Überholmanövern an. „In leichten Kurven konnte er nur mit Mühe einen Zusammenstoß mit Mauern und Büschen verhindern“, hieß es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Hanau.Der Grund hierfür ergab sich nach der Blutentnahme: Mit 14 Nanogramm pro Milliliter Blut war der THC-Gehalt außergewöhnlich hoch, die Auswirkungen sind laut Gutachten vergleichbar mit einem alkoholisierten Zustand. Deshalb dachte der Angeklagte wohl auch, dass der Polizeiwagen wegen ihm mit Blaulicht unterwegs war.Wagen gehörte Vater der FreundinDass der 21-Jährige keinen Führerschein mehr hatte, war bereits direkt nach der vorläufigen Festnahme festgestellt worden. In der Verhandlung klärte sich jetzt auch, wie er an den Passat kam: Der gehörte dem Vater der Freundin seines Beifahrers. Der Fahrzeughalter aus Linsengericht soll nicht erfreut gewesen sein über die Spritztour mit seinem Wagen.Letztere begann zunächst in Biebergemünd, von dort aus ging es über die Autobahn Richtung Bad Soden-Salmünster, wo schließlich nach der Verfolgungsjagd mit der Polizei Endstation war. Angeblich wollte das Duo dort in einem Supermarkt einkaufen, was in der Verhandlung allerdings stark angezweifelt wurde. Viel wahrscheinlicher erscheint, dass weiterer Drogennachschub organisiert werden sollte. Bei der Festnahme wurden beim Angeklagten 2,2 Gramm Cannabis gefunden.Angeklagter steht unter BewährungDas größte Problem des 21-Jährigen: Nach einem Schuldspruch wegen gefährlicher Körperverletzung im Dezember 2014 stand er noch unter Bewährung. Am Bahnhof in Gelnhausen hatte er einige Monate zuvor mit einem Plastikfeuerzeug in seiner Faust auf eine andere Person eingeschlagen und diese damit ins Krankenhaus befördert.Dafür war er vom Jugendrichter im Amtsgericht verurteilt worden, verbunden mit der Auflage, sich in Zukunft von Drogen fernzuhalten. Das macht er allerdings bis heute nicht, „sehr gelegentlich“ greife er weiterhin zu einem Joint, um sich zu beruhigen. Immerhin hat er jetzt einen Job als Callcenter-Agent.Achtmonatige JugendstrafeDas Jugendschöffengericht verurteilte ihn zu einer achtmonatigen Jugendstrafe und zog in dieses Urteil den Schuldspruch aus dem Dezember 2014 ein. Die Jugendstrafe wird für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, außerdem muss er 800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen und erhielt zudem eine sechsmonatige Sperre für den Erwerb des Führerscheins. Das Urteil ist rechtskräftig.

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