Standortsuche: Der Kreistag hat beschlossen, für die geplante Akademie für Pflege und Gesundheit weiter einen geeigneten Ort ausfindig zu machen. Symbolfoto: pixabay

Main-Kinzig-Kreis

Kreistag übergibt Standortsuche für Akademie an Ausschuss

Main-Kinzig-Kreis. Die Suche nach einem Standort für die geplante Akademie für Gesundheit und Pflege im Kreis geht weiter. Nachdem die bisherige Standortanalyse als nicht ausreichend eingestuft wurde, hat der Kreistag gestern seinen Haupt- und Finanzausschuss beauftragt, weitere Kriterien zur Beurteilung zu erarbeiten.

Von Andreas ZiegertAußerdem werden drei weitere Standorte in die Überlegungen miteinbezogen. Beworben haben sich Gelnhausen, Bad Soden-Salmünster, Bad Orb, Wächtersbach, Flörsbachtal und Schlüchtern. Geprüft werden zusätzlich nun auch das ehemalige Gebäude vom Kaufhaus JOH in Gelnhausen sowie die bereits bestehenden Ausbildungseinrichtungen der Main-Kinzig-Klinken, ebenfalls in Gelnhausen, sowie der Alten- und Pflegezentren in Rodenbach.

Ablehnung der Freien Wähler

Als einzige Fraktion stimmten die Freien Wähler gegen die Verlängerung der Standortsuche: „Wir verlieren Zeit, das dient diesem wichtigen Thema nicht“, liegen laut dem Fraktionsvorsitzenden Heinz Breitenbach alle Fakten auf dem Tisch.

Das JOH-Gebäude in Gelnhausen sei für ihn keine Alternative, die Ausbildungszentren in Rodenbach und Gelnhausen habe der Kreisausschuss bereits im vergangenen Jahr aus den Planungen herausgenommen, weil dort keine ausreichenden Flächen zur Verfügung stehen würden.

„Wir wollen eine breite Mehrheit und dürfen das Projekt jetzt nicht zerreden“, sprach sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Schejna für eine Verlängerung der Standortsuche aus. Auch für Michael Reul, den CDU-Fraktionsvorsitzenden, ist der Ausschuss das richtige Gremium, um die Kriterien zu ermitteln, die bisher nicht berücksichtigt wurden.

Berücksichtigung der Ausbildungsstandorte

Sein Fraktionskollege Günter Frenz, ehemaliger Kreisbeigeordneter, warb dafür, die bereits bestehenden Ausbildungsstandorte mehr zu berücksichtigen. „Wir haben hervorragende Einrichtungen, warum reden wir nicht darüber?“, müsse aus seiner Sicht zudem die inhaltliche Gestaltung der geplanten Akademie mehr in den Vordergrund rücken. Frenz: „Unterrichten können sie überall.“

Einen neuen Vorschlag trug die FDP vor, die sich bereits für Gelnhausen als Standort ausgesprochen hatte. Der Fraktionsvorsitzende Kolja Saß brachte eine Erweiterung zu einer Akademie für soziale Berufe ins Gespräche, deshalb müssten für diesen „großen Wurf“ an einem Standort zumindest genügend Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden sein.

Nicht ausreichend ist das bisher vorliegende Gutachten für die Linke: „Gründlichkeit geht hier vor Schnelligkeit“, ließ der Fraktionsvorsitzende Andreas Müller zudem durchblicken, dass Wächtersbach derzeit nicht zu seinen Favoriten gehört.

Rüge vom Kreistagsvorsitzenden

Eine Rüge vom Kreistagsvorsitzenden Carsten Ullrich (SPD) kassierte der AfD-Fraktionsvorsitzende Dr. Wolfram Maaß: Er hatte die Einbeziehung des ehemaligen JOH-Gebäudes in Gelnhausen kritisiert und erklärt, dass mit der Akademie vielleicht eine „Leiche im Keller des Landrats“ entsorgt werden solle. Dafür entschuldigte sich Maaß nach der Rüge.

Abgelehnt wurde der Antrag der Grünen, auch den Bildungsausschuss in die Pläne für die Gesundheitsakademie miteinzubeziehen. „Es geht doch hier nicht nur um einen x-beliebigen Standort, wir brauchen ein gutes Lernumfeld“, blieb Ursule Conen ungehört.

Der Haupt- und Finanzausschuss wird sich nun in vermutlich drei Sitzungen intensiv mit diesem Thema beschäftigen, eine Entscheidung im Kreistag dürfte somit frühestens im September fallen. Landrat Thorsten Stolz (SPD) kündigte an, dass er alle inhaltlichen und organisatorischen Fragestellungen weiterhin abarbeiten werde.

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