Coronavirus - USA
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Geselliges Beisammensein mit Abstandsregeln: Dieses Beispiel aus San Francisco, wo sich Menschen in einem Park wegen der Corona-Pandemie in auf der Wiese markierten Kreisen aufhalten, könnte auch hierzulande als Vorbild dienen.

Corona-Krise

Die Kontrolle obliegt Ordnungsamt und Polizei: Fragen an den Kreis zum Sicherheitskonzept für das abgesagte Fastenbrechen und andere Großevents

  • Jutta Degen-Peters
    vonJutta Degen-Peters
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Die kurzfristige Absage des in Hanau für vergangenen Sonntag geplanten Fastenbrechens im Herbert-Dröse-Stadion aufgrund der Mehrfach-Corona-Infektionen in einem Baptisten-Gotteshaus in Frankfurt hat nicht nur die Stadt gegen den Kreis in Stellung gehen lassen. Sie lässt auch viele Fragen offen.

Unter anderem, auf welcher Grundlage genau die geplante Veranstaltung noch am Mittwoch vergangener Woche von Kreis und Stadt genehmigt worden war. Denn das von den Veranstaltern vorgelegte „schlüssige Sicherheitskonzept“ könnte auch als Muster für künftige Großveranstaltungen dienen. 

Wir haben beim Main-Kinzig-Kreis nachgefragt, wie dieses Sicherheitskonzept genau aussah. Die Fragen beantwortete uns die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. 


Was genau sah das schlüssige Sicherheitskonzept für die für den gestrigen Sonntag geplante Großveranstaltung im Herbert-Dröse-Stadion vor, beziehungsweise wie sind die Vorschriften allgemein für eine im Freien geplante Großveranstaltung? 

Die vom veranstaltenden Islamischen Verein formulierten Vorgaben lauteten: 

- Beim Gebet ist der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten 

- Es herrscht beim Gebet Mundschutzpflicht 

- Jeder bringt seinen eigenen Gebetsteppich mit 

- Hände sind am Eingang zu desinfizieren

- Personen, die Krankheitssymptome aufweisen, sowie Kinder unter zwölf Jahren dürfen nicht eintreten 

- Menschenversammlungen vor und nach dem Gebet sind nicht zulässig 

- Beim Eintritt werden die Namen und Telefonnummern der Besucher notiert 

„Bei Zuwiderhandlung gegen die oben genannten Regelungen behalten wir (der Veranstalter) uns vor, den Eintritt zu verwehren.“ 


Gab es für den Verkauf von Speisen bestimmte Vorschriften? 

Ein Verkauf von Speisen war nicht beantragt beziehungsweise angemeldet worden. 


Gab es Vorschriften für die Zahl der Organisatoren, die als Ordner das Geschehen hätten regeln und überwachen sollen? 

Die Verantwortung liegt beim Veranstalter und der jeweiligen Ordnungsbehörde. Nach unserer Kenntnis hat es dazu auch mehrere Gespräche gegeben. 


Wären WCs und weitere Räumlichkeiten der Gebäude im Stadion zugänglich gewesen? 

Die Nutzung war nicht vorgesehen, da nach dem gemeinsamen Gebet keine weitere Zusammenkunft mehr geplant war. 


Wie hätten Kreis und/oder Stadt die Einhaltung der Corona-Sicherheitsregeln überwacht? 

Das ist nicht Aufgabe des Gesundheitsamtes. Die Aufgabe des Gesundheitsamtes liegt in der Beurteilung, ob aufgrund eines vorgelegten Konzeptes zur Verhütung von Ansteckungen eine Genehmigungsfähigkeit vorliegt oder die beantragte Veranstaltung zu untersagen ist. Das immer unter der Maßgabe aktueller Geschehnisse vor Ort. Die Einhaltung der Regeln hat der Veranstalter sicherzustellen. Verstöße, die vom Ordnungsamt oder der Polizei festgestellt würden, würden dann vom Gesundheitsamt zuständigkeitshalber verfolgt.

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