Foto/Grafik: Mike Bender/HA

Main-Kinzig-Kreis

Kommentar zum Faschings-Post: Erst nachdenken, dann posten

Main-Kinzig-Kreis. Thorsten Stolz geriet in die Kritik, weil er ein kostümiertes Bild von sich und seiner Familie auf Facebook postete. Vorher gab es heftige Diskussionen, ob in Folge des Terroraktes in Hanau die Umzüge abgesagt werden müssten. Unsere stellvertretende Chefredakteurin Yvonne-Backhaus Arnold bezieht Stellung.

Von Yvonne Backhaus-Arnold

Darf ein Landrat Fasching feiern, drei Tage nach dem Blutbad in Hanau, bei dem ein Mann zehn Menschen erschossen hat? Darf Thorsten Stolz Fasching feiern in seiner Heimatstadt Gelnhausen, während alle Umzüge in der Brüder-Grimm-Stadt abgesagt wurden? Darf er feiern, während in Hanau zeitgleich 6000 Menschen der Opfer gedenken und bei einer Demo friedlich durch die Straßen ziehen? Ja, er darf, schließlich ist er auch Vater von zwei kleinen Kindern, die sich verkleiden und Süßigkeiten sammeln wollen.

Sollte er sich auf dem Weg zum Umzug kostümiert und lächelnd mit seiner Frau ablichten und das Selfie danach bei Facebook posten, wo ihm mehr als 1000 Bürger folgen, einem Medium, mit dem alle Menschen mit Verstand in diesen Tagen viel sensibler umgehen sollten? Die Antwort darauf ist ein klares Nein! Diesen Post hätte sich der Landrat Thorsten Stolz sparen müssen, auch wenn er ihn auf seinem privaten Profil veröffentlicht hat.

Eine Selbstdarstellung in dieser Form und zu diesem Zeitpunkt war absolut unangebracht, gedankenfrei, fehl am Platz. Viel schlimmer: Ein solcher Post beschädigt die persönliche Position und am Ende sogar das Amt. Hier gilt das, was viele sich zu Herzen nehmen sollten – nicht nur in diesen Tagen in Hanau: erst nachdenken, dann posten! Und es im Zweifelsfall lieber einmal mehr sein lassen!

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