Grafik/Archivfoto: HA/Bender

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Kommentar zum Bus-Chaos

Die Frage nach der Verantwortung ist dringender denn je: Thorsten Becker kommentiert das derzeit herrschende "Bus-Chaos" in der Region.

Von Thorsten Becker

Kaum eine Woche vergeht ohne das Thema „Bus-Chaos“. Teilweise sind es haarsträubende Fehler, deren Ursache nicht alleine in der Umstellung der Fahrpläne zu suchen sein dürften. 18 Schüler sind im „Nirgendwo“ gelandet. Durch die Umstellung der Buslinien hat sich auf einmal sehr kurzfristig ergeben, dass rund 1900 Schüler in Freigericht plötzlich kein Hitzefrei mehr bekommen können, weil die Kreisverkehrsgesellschaft – angeblich – „keine Kapazitäten“ mehr hat.

Die Kreisverkehrsgesellschaft – eine 100-prozentige Tochter des Main-Kinzig-Kreises – ist offiziell zuständig für die Planung, Finanzierung und Organisation des öffentlichen Nahverkehrs.

Und genau diese Gesellschaft ist in jüngster Zeit mehrfach unangenehm aufgefallen. Zuerst bei der von vielen Seiten heftig kritisierten Vergabe von Buslinien an das britische Unternehmen Viabus – die zuständige Vergabekammer hat darüber noch nicht geurteilt.

Dann der Eiertanz um die Linie 566 zwischen Hanau, Großkrotzenburg und Kahl. „Die KVG ist nicht zuständig, das ist Sache des Rhein-Main-Verkehrsverbundes“, hieß es hochoffiziell aus dem Kreishaus.

Seltsamerweise saß die KVG dann doch in Hofheim am Taunus mit am Tisch, als kräftig zurückgerudert wurde. Dabei stellt sich heraus: Die KVG übernimmt einen Teil der Kosten für die Wiedereinführung der Linie. Sieht so die Nicht-Zuständigkeit aus?

Und jetzt die Hitzefrei-Posse an der Kopernikusschule, bei der die KVG die Schulleitung allen Ernstes darum bittet, anstelle von Hitzefrei „alternative Formen des Unterrichts“ in Betracht zu ziehen. Das stammt aus einem Erlass des Kultusministers. Erstaunlich, wie gut sich die KVG damit auskennt. Wer weiß, vielleicht gehört es ja bald auch zu den Aufgaben der Kreisverkehrsgesellschaft, die Inhalte des Lehrplans für Biologie an der Kopernikusschule auszuarbeiten?

Es wird Zeit, dass sich die politisch Verantwortlichen im Kreistag mal ernsthafte Gedanken machen, wer für das Chaos verantwortlich ist.

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