Müllwerker kehren Konfetti zusammen: Karnevalsumzüge und viele Sitzungen sind bereits abgesagt worden. 
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Müllwerker kehren Konfetti zusammen: Karnevalsumzüge und viele Sitzungen sind bereits abgesagt worden. symbol

Karneval

Kehraus für Karneval? - Viele Vereine können sich Sitzungen mit Abstand und Maske nicht vorstellen

Schunkeln mit Abstand? Helau mit Maske? Die nächste Kampagne würde während der Corona-Pandemie stattfinden. Das können sich die meisten Vereine in der Region nicht vorstellen. Viele haben ihre Sitzungen bereits abgesagt. Andere überlegen noch, ob es alternative Konzepte gibt. Jetzt ist Kreativität gefragt. Bereits am 11. November feiern die Narren traditionell den Beginn der so genannten fünften Jahreszeit.

Maintal: Wie berichtet, hatten sich die Maintaler Karnevalsvereine bereits vor gut einer Woche dazu entschieden, die gesamte Kampagne abzusagen. „Die Corona-Pandemie macht eine Fastnachtskampagne, wie wir sie kennen und gerne wieder geplant hätten, unmöglich. Wir setzen keinen Aktiven und keinen unserer Freunde im Saal einem nicht zu verantwortenden Gesundheitsrisiko aus und sagen daher sämtliche Saalveranstaltungen in dieser Kampagne ab“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Fastnachter der Freien Turnerschaft Dörnigheim, des Humor-Musik-Vereins (HMV), der KG Käwer aus Hochstadt sowie der Freien Turnerschaft Wachenbuchen.

Bereits seit Sommer hätte man sich regelmäßig über Möglichkeiten und Risiken von Fastnacht in Corona-Zeiten ausgetauscht. Die Absage gilt sowohl für Eröffnungsveranstaltungen als auch Sitzungen. Wie die Vereine mit der Straßenfastnacht und Veranstaltungen im Freien umgehen wollen, werden sie im November abschließend bewerten – ebenfalls in enger gemeinsamer Abstimmung

Maintal: Vereine wollen Übungsbetrieb aufrecht erhalten

Die Maintaler Vereine werden sich aber laut Mitteilung gemeinsam dafür einsetzen, dass der Übungsbetrieb – insbesondere der Garden und Tanzgruppen – weiterlaufen und eine Auftrittsmöglichkeit im neuen Jahr, in den Monaten nach der Kampagne, umgesetzt werden kann.

Niederdorfelden: Bei der Vo-ti-fe-la in Niederdorfelden ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. „Wir wollen uns Ende September nochmal zusammensetzen und überlegen, ob die Sitzungen vielleicht in kleinerer Form stattfinden können“, erläutert Sitzungspräsident Reinhard Schott. Schließlich habe man vor 34 Jahren mit Kappenabenden im Vereinsheim begonnen. Seit 1987 finden die Sitzungen im Bürgerhaus statt.

Schöneck: Komplette Kampagne entfällt

Schöneck: Der SKV in Büdesheim hingegen hat bereits offiziell mitgeteilt, dass die Faschings-Kampagne 2021 samt Prunksitzungen und Kinderfasching ausfällt. „Wir würden mit den Abstands- und Hygieneregeln viel zu wenige Leute in die Halle kriegen. Und der Karneval lebt davon, dass man zusammen feiert“, sagt Lutz Edel. Zudem habe man viele ältere Mitglieder in den Reihen. Da wolle der Verein kein Risiko eingehen. Es ist erst das zweite Mal in der Vereinsgeschichte, dass die Sitzungen in Büdesheim ausfallen. Beim Golfkrieg vor 20 Jahren wurdenn in ganz Deutschland karnevalistische Veranstaltungen abgesagt – so auch in Büdesheim.

Nidderau: Die Nidderauer Narren befinden sich noch weitgehend in Beratungen, was die bevorstehende Kampagne betrifft. „Wir wollen das nicht von oben runter im Vorstand entscheiden, sondern auch die Mitglieder zu Wort kommen lassen“, sagt etwa Rita Maxheim, Vorsitzende der Aascher Schnooke. Die Aussprache soll zur Jahreshauptversammlung am 25. September stattfinden. Konkreter sind derweil die Planungen für den Auftakt am 11.11. Zwar wird es laut Maxheim keinen Rathaussturm in großem Stil geben. Mit den Schlüsselrapplern aus Windecken und den Erschter Noachteulen sei jedoch verabredet, dass die drei Vereine unter dem bewährten Motto „Drei unner aaner Kapp“ in kleiner Besetzung dem Bürgermeister einen Besuch im Rathaus abstatten.

Gremien in Nidderau beraten über die Durchführung der Pfarrfastnacht 2021

Bei den Erschter Noachteulen soll in dieser Woche eine Sitzung zu dem Thema stattfinden, wie der zweite Vorsitzende Sebastian Schlötter berichtet. In Wartestellung befindet sich die Katholische Kirchengemeinde Maria von der Immerwährenden Hilfe Nidderau. Die Gremien beraten noch, ob und wie die Pfarrfastnacht 2021 durchgeführt werden kann.

Hammersbach: Beim Sängergruß Marköbel ist die Sängergruß-Faschingsfete (SäFaFe) gleich aus mehreren Gründen in der Schwebe. Möglicherweise ist zur Kampagne 2021 die Turnhalle an der Astrid-Lindgren-Schule gar nicht verfügbar, da sie im Zuge der Umbauarbeiten der Grundschule für den Ganztagsbetrieb eventuell als Zwischenlager gebraucht wird. „Selbst wenn wir die Halle nutzen dürfen, macht eine Sitzung nur bei voller Bestuhlung finanziell Sinn“, erklärt der Vorstandssprecher des Faschingsausschusses Stefan Koch. Wie Sängergruß-Vorsitzende Eike Gloatz verrät, könnte es jedoch im Sommer eine Freiluft-Veranstaltung geben. „Die Tanzgruppen trainieren ja und wollen auch irgendwann auftreten.“ Ort und Zeitpunkt sind jedoch noch ungewiss.

Virtuelle Umsetzung der Kampagne ist in Langenselbold ein Thema

Langenselbold: Noch eine Hintertür für die Kampagne 2020/21 hält sich die Karnevalsabteilung des TV Langenselbold offen. Abteilungsleiter und Sitzungspräsident Dieter Bröning informiert, dass die Eröffnung am 11.11. „eher virtuell, also ohne großes Brimborium vonstatten gehen wird“. Auch wird kein neues Prinzenpaar gekürt, sodass die amtierenden Tollitäten Denise I. und Steffen I. „in eine Verlängerung“ gehen werden. Offiziell wird der TVL die Kampagne aber nicht absagen, auch wenn die Selbolder Narren „aktuell keine normale Karnevalssitzungen (Saalveranstaltungen)“ planen. Falls es die Situation im Januar/Februar zulässt und es Lockerungen gibt, hält es sich die TVL-Karnevalsabteilung jedoch offen, „vielleicht einen Tanznachmittag der Kindergruppen für die Eltern, Maskenball-Frühschoppen oder ähnliches“ anzubieten.

Rodenbach: Der TV Oberrodenbach hat sich schweren Herzens dazu entschieden, die Kampagne 2021 des TVO-Krumbeernfaschings (Sitzungen und Kinderfasching) ausfallen zu lassen.

Auch in Rodenbach fällt die Kampagne aus

„Niemand weiß, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. Und Karneval im Saal mit vielleicht nur 75 oder 100 Personen zu feiern, macht auch nicht wirklich Sinn. Außerdem ist uns die Gesundheit der Aktiven und der Besucher sehr wichtig. Hoffen wir also, dass wir in 2022 wieder alle ausgelassen feiern können und bitten um Verständnis“, führt der TVO zur Kampagnenabsage aus.

„Entspannt und flexibel“ sieht die Situation hingegen der Coelze-Club. Vorstandsmitglied Martin Scharlau berichtet, dass sich die Autoren der Coelze-Sitzung wieder regelmäßig treffen, um an dem Programm für 2021 zu feilen. „Das Motto steht, die ersten Lieder sind geschrieben und der Kartenvorverkauf könnte pünktlich beginnen. Als Termin wird das komplette Fassenachtswochenende inklusive Rosenmontag angepeilt. Da die Beschränkungen vom Februar jetzt noch nicht bekannt sind, ist alles Weitere spekulativ“, lässt sich der Coelze-Club offen, ob die Kampagne stattfindet oder nicht.

Keine öffentliche Großveranstaltung zum Karneval in Bruchköbel

Bruchköbel: Im Vorstand des Niederissgheimer Carnevals Club wird gerade intensiv über die anstehende Kampagne diskutiert. Klar ist: „Es wird keine Großveranstaltungen für die Öffentlichkeit geben“, sagt Vorsitzender Jörg „Elton“ Dirks.

Karneval mit Mundschutz: Die nächste Kampagne würde während der Corona-Pandemie stattfinden.

Abgesagt wird somit also auf jeden Fall der Umzug durch den Bruchköbeler Ortsteil, der jedes Jahr von Tausenden Narren besucht wird. Es gebe jedoch Überlegungen, vereinsinterne Veranstaltungen zu organisieren. Da sei es eher möglich, ein Hygienekonzept zu erstellen und auch die Abstandsregelungen einzuhalten. Auch die Möglichkeit, Veranstaltungen im Internet zu streamen, werde erwogen. Dabei könnten die Karnevalisten dann auch auf die Erfahrungen der Fußballer zurückgreifen. Denn der TSV Niederissigheim hatte in diesem Jahr sein Weizenbierfest ebenfalls online veranstaltet. All dies werde überlegt, doch eine grundsätzliche Entscheidung, ob die Kampagne überhaupt stattfinden soll, stehe in Niederissigheim noch aus, so Dirks.

Gaulquappen in Roßdorf (Bruchköbel) wollen definitv etwas beisteuern

Bei den Gaulquappen in Roßdorf soll es nach Worten ihres Vorsitzenden Sascha Bach auf „jeden Fall irgendetwas geben“. Die Tanzgruppen hätten bereits gleich nach Aschermittwoch mit dem Einstudieren eines neuen Programms begonnen. Die Aktiven könne man jetzt unmöglich enttäuschen, sagte er. Vorstellen könne man sich eine gestreamten Narrensitzung ebenso wie eine Ausgabe mit weniger Besuchern und weniger Technik, um die Kosten im Zaum zu halten. Bach bringt auch eine ganz neue Idee ins Spiel: „Vielleicht ließe sich die Technik für eine gestreamte Sitzung gemeinsam mit unserem Nachbarclub Niederissigheim anmieten“. All das seien Dinge, die man noch sondiere und diskutiere. Eines ist jedoch sicher: Der Maskenball, ein Highlight der des Gaulquappen-Karnevals, fällt 2021 aus. „Das funktioniert angesichts der Vorgaben einfach nicht“, sagt Bach.

Hanau: Wie und ob in Hanau und den Stadtteilen in der bevorstehenden Kampagne Fasching gefeiert wird, soll heute Abend in einer gemeinsamen Sitzung von Stadtspitze und Vertretern der Vereine entschieden werden. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky, er treffe sich „mit der Interessensvertretung Hanauer Karnevalvereine, um im gemeinsamen Austausch zu überlegen, wie wir mit den Unwägbarkeiten in Zeiten von Corona hinsichtlich der Faschings-Veranstaltungen umgehen wollen“. Keiner könne heute sagen, wie sich die Infektionszahlen bis Februar entwickelten. Er werde den Hanauer Faschings- und Karnevalsvereinen seine Sichtweise darlegen und Vorschläge unterbreiten. „Ich bitte um Verständnis, dass die Vereine dies nicht aus der Zeitung erfahren sollen. Am Dienstag werde ich hierzu berichten“, so Kaminsky weiter. Der OB weist zudem darauf hin, dass einzelne Vereine bereits Entscheidungen getroffen hätten.

Auch in Hanau gibt es keine Karnevalskampagne

Bereits im Vorfeld hatten die 1. Steinheimer Karnevalgesellschaft (SKG) sowie die „Lustische Geeleriebe“ ihre Kampagne gestrichen. Somit werden bei der 1. SKG weder die für 7. November geplante Kampagneneröffnung noch die Sitzungen im Januar stattfinden. Die „Geeleriebe“ hatten schon Mitte August auf ihrer Facebook-Seite verkündet, dass die Situation sie dazu zwinge, „alle Veranstaltungen für die Kampagne 2020/2021 abzusagen“.

Neuberg: Auch beim Rüdigheimer Carnevalsverein werde es keine Kampagne wie in den Vorjahren geben, dennoch wollen die Neuberger Narren Publikum und Mitgliedern so viel Normalität wie möglich bieten, kündigt Sprecherin Tanja Bruske-Guth an.

Karnevalsverein aus Neuberg will eine Art Kompromiss anbieten

Voll auf ihre Kosten kommen sollen die Freunde des Theaters. Traditionell wird es am ersten Samstag nach dem Karnevalsstart am 11. November ein Theaterstück zu sehen sein. Nur diesmal nicht vor einem gefüllten Saal im Publikum, sondern zu Hause im heimischen Wohnzimmer. Der RCV will das Stück „Frau Clamon in die Maske“ streamen. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem Plauses-Verlag statt, auf dessen Homepage der Stream zu finden sein wird. Das Theaterstück wird im Vorfeld aufgezeichnet und am 14. November ausgestrahlt, erklärt Bruske-Guth. Die Zugangsberechtigung zum Stream müssen sich die Zuschauer zuvor beim Verein kaufen, damit wenigstens ein bisschen Geld in die Vereinskasse kommt. Gelnhausen: Im mittleren Kinzigtal haben zahlreiche überregional bekannte Karnevalsvereine schon viel früher die Reißleine gezogen. Doppelt trifft es die „Schelme“ in Gelnhausen, die ihren närrischen Reigen abgesagt haben. Bei dem Geselligkeitsverein wird vor allem betont, dass es nicht einzuschätzen sei, wie sich die Situation bis im Frühjahr entwickle. Dem Verein bricht damit das zweite Standbein weg, denn der im Herbst geplante traditionelle Schelmenmarkt ist ebenfalls ausgefallen.

Freigericht: Etwas humorvoller nehmen es dagegen die „Klopper“ aus Somborn. „Auch wir können den Faschingssamstag, den Rosenmontag und leider auch den Aschermittwoch nicht aus dem Kalender entfernen“, heißt es dazu auf der Homepage.

Zwar werde im Rahmen der Möglichkeiten versucht, weiter Garde- und Showtanz zu trainieren und den jungen Aktiven den Spaß am Fasching zu vermitteln. Aber die „Klopper“ werden keine Veranstaltungen mit Publikum durchführen, heißt es bereits seit Mitte August.  HA

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