Kältebusse sollen bald in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis unterwegs sein, um Obdachlosen das Leben zu erleichtern (Symbolbild).

Main-Kinzig-Kreis

Kältebusse für Obdachlose: "Strassenengel" suchen noch Sponsoren

Main-Kinzig-Kreis. Für die Versorgung von Obdachlosen mit wärmenden Getränken, Essen, Decken und Winterkleidung sollen zukünftig Kältebusse sorgen. Bei Bedarf sollen Obdachlose auch zu Notunterkünften gefahren werden können. Der StrassenEngel e.V. sucht noch nach Sponsoren.

Obwohl das „Haus der Strassenengel“ an der Friedberger Straße 2 bereits im Dezember letzten Jahres im Rahmen einer Weihnachtsfeier eingeweiht worden ist, dauern die Umbauarbeiten am ehemaligen Wartehallen-Gebäude des Nordbahnhofs noch an. Zur endgültigen Fertigstellung soll dann am Samstag, 4. März, eine weitere Feier über die Bühne gehen. Und obwohl die Vorsitzende des Vereins Strassenengel, Sabine Assmann, damit eigentlich bis über beide Ohren in Arbeit stecken dürfte, hat sie sich gleich ein weiteres, ehrgeiziges Projekt auf die Fahnen geschrieben: den Erwerb eines Kältebusses.

„Eigentlich soll das Fahrzeug ja für viele Belange eingesetzt werden“, erklärt Assmann im Gespräch mit unserer Zeitung, also nicht nur an den kalten Winterabenden. Der Verein brauche sowieso einen kleinen Transportwagen, mit dem das ganze Jahr über Versorgungfahrten für Obdachlose und bedürftige Menschen durchgeführt werden können; im Winter solle das Gefährt dann als Kältebus fungieren, da es einen solchen in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis noch nicht gebe.

Versorgung von ObdachlosenMit sogenannten Kältebussen werden in vielen Städten und Kreisen Deutschlands Menschen, die im Freien übernachten müssen, mit warmen Getränken, Decken und Schlafsäcken versorgt, und sie können bei Bedarf zu einer Notunterkunft gefahren werden. Auch der geplante Bus des Hanauer Vereins Strassenengel soll an den kalten Winterabenden dorthin unterwegs sein, wo wärmende Getränke, Essen, Decken und Winterkleidung gebraucht würden. Und auch in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis könnten Obdachlose dann auf Wunsch mit dem Bus zu einer Notunterkunft fahren.

Gleich mehrere solcher Schlafplätze sollen auch im „Haus der Strassenengel“ entstehen. Dort will der Verein ab März vor allem als Begegnungsstätte fungieren und wichtige Versorgungsfelder für wohnungslose und bedürftige Menschen anbieten. Assmann nennt hierbei eine Suppenküche mit Teestube, eine ehrenamtliche Ärzteambulanz, Unterstützung bei der Kommunikation mit Ämtern und Behörden, die Möglichkeit der Nutzung von PC und WLAN sowie den Erhalt von Kleidung, Hygieneartikeln sowie Hunde- und Katzenfutter.

Sponsoren gesuchtDas Geld zum Kauf eines gebrauchten Busses, idealerweise eines Neunsitzers, soll nun durch Sponsoren zusammenkommen, deren Logos als Werbung auf dem Bus platziert werden können. Gefahren werden soll der Wagen von ehrenamtlichen Helfern. Diese sind übrigens – wie auch Geld- und Sachspenden – für alle Bereiche willkommen, gerade wenn das „Haus der Strassenengel“ eröffnet wird. „Es können sich auch gerne noch Ärzte für die Ambulanz melden“, fügt Assmann hinzu.

Wer helfen möchte oder mit seinem Sponsoring den Erwerb des Busses unterstützen will, kann sich bei Sabine Assmann unter den Rufnummern 0 61 81/3 06 21 23 und 01 52/34 28 03 46 melden. Dort gibt es auch Informationen zu allen Projekten. (ahe)

Das könnte Sie auch interessieren