Ein perfekter Zeuge überrascht das Amtsgericht mit seinen Aufzeichnungen. Symbolfoto: HA

Gelnhausen

Junger Unterfranke verblüfft Amtsgericht mit Sprachaufzeichnung

Gelnhausen. So stellen sich Richter die perfekte Zeugenaussage vor: Ein 20-jähriger Mann aus der unterfränkischen Gemeinde Markt Zeitlofs hatte nach einer Unfallflucht in Schlüchtern im Oktober des vergangenen Jahres seine eigenen Wahrnehmungen zunächst per Sprachaufzeichnung auf seinem Mobiltelefon abgespeichert.

Anschließend hat er auch noch eine Skizze vom Unfallgeschehen angefertigt. So ließ sich der Fall vor dem Amtsgericht Gelnhausen leicht aufklären. Warum der 75-jährige Unfallflüchtige dennoch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestritt, lag wohl an der etwas unkonventionellen Strategie des Verteidigers.

Bestätigung der Angaben

Dabei bestätigten gleich mehrere Zeugen die Angaben des 20-jährigen Zeugen aus Zeitlofs: Zwei Fahrzeuge verließen am 8. Oktober 2018 gegen 19.40 Uhr einen Supermarkt-Parkplatz im Elmweg in Schlüchtern und standen auf der ansteigenden Ausfahrt hintereinander. Plötzlich rollte das vordere Auto, in dem der 75-Jährige aus Schlüchtern saß, zurück und prallte gegen den Audi einer 27-jährigen Arztsekretärin, ebenfalls aus Schlüchtern.

Diese hatte zuvor noch gehupt, was ihren Vordermann aber nicht zum Bremsen bewegte. Stattdessen fuhr er nach dem Zusammenprall los und hielt dann rund 100 Meter weiter an einer Bushaltestelle an. Dort stieg er aus, lief an das Heck seines Autos und fuhr anschließend weiter.

Wahrnehmen einer Hupe

Laut seiner Aussage hätte er ein Hupen wahrgenommen, nachdem Aussteigen allerdings weder Personen gesehen, noch einen Schaden festgestellt. Die 27-Jährige stand mit ihrem Wagen allerdings nur 50 Meter entfernt, als sie zum Angeklagten fahren wollte, brauste dieser davon. Da das Kennzeichen notiert war, stand wenig später die Polizei vor seiner Tür und konfrontierte ihn mit dem Unfall, bei dem ein Schaden von 2500 Euro entstanden war.

Seinen Führerschein durfte er damals behalten, das Gericht verhängte nun allerdings ein dreimonatiges Fahrverbot, außerdem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen und somit insgesamt 1250 Euro sowie eine Geldbuße von 35 Euro zahlen.

Das Gericht vertraute in seinem Urteil dabei vor allem auf die Zeugenaussage des jungen Mannes aus Zeitlofs, dessen selbst aufgenommene Sprachnachricht sogar während der Verhandlung abgespielt worden war. az

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